Schwarzmann: „Bäuerinnen im Ehrenamt unverzichtbar!“

Der ländliche Raum profitiert vom ehrenamtlichen Engagement der Frauen in der Landwirtschaft. Sie brauchen mehr Unterstützung, Wertschätzung und Anerkennung.
Bei den Aktionstagen rund um den Welternährungstag konnten Bäuerinnen in den Volksschulen in den letzten vier Jahren rund 150.000 Schülerinnen und Schüler über die Naturkreisläufe wertvoller regionaler Lebensmittel informieren. © LK/APA/Tanzer
Bei den Aktionstagen rund um den Welternährungstag konnten Bäuerinnen in den Volksschulen in den letzten vier Jahren rund 150.000 Schülerinnen und Schüler über die Naturkreisläufe wertvoller regionaler Lebensmittel informieren. © LK/APA/Tanzer
„Frauen in der Landwirtschaft, die sich ehrenamtlich engagieren und dadurch das Vereinsleben und Traditionen im ländlichen Raum beleben, sind unverzichtbar. Ein wichtiges Betätigungsfeld der Bäuerinnen ist nach wie vor die Ernährungsbildung. Viele Bäuerinnen engagieren sich aus innerer Überzeugung freiwillig und zusätzlich zu den beruflichen und familiären Aufgaben. Für den Mehrwert, den ihr Einsatz für das Miteinander in der Gesellschaft bewirkt, gebührt ihnen mehr Unterstützung, Wertschätzung und Anerkennung“, erklärte Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich, anlässlich des Tag des Ehrenamtes (5.12). Am 5. Dezember soll auf die unentgeltliche Arbeit aufmerksam gemacht und das freiwillige Engagement gewürdigt werden.
Für Österreichs Bäuerinnen ist es auch heute nicht immer einfach, dass sie sich im bäuerlichen Alltag Freiräume für zusätzliche, unentgeltliche Aufgaben verschaffen. Wie die jüngste Bäuerinnenstudie (2016) zeigt, hat die ehrenamtliche Tätigkeit der Bäuerinnen in den letzten zwanzig Jahren zugenommen: 1996 waren 34% der Befragten in zumindest einer Organisation ehrenamtlich engagiert. 2006 waren es bereits 58% und 2016 bereits 66% der befragten Bäuerinnen, die freiwillig und unentgeltlich für Vereine und Organisationen aktiv waren“, berichtet Schwarzmann weiter. Laut dieser repräsentativen Bäuerinnenstudie, die im Auftrag der ARGE Österreichische Bäuerinnen im 10-Jahres-Rhythmus durchgeführt wird, haben 27% der befragten Bäuerinnen eine leitende Funktion in einem Verein oder einer Organisation ausgeübt. 76% der sich engagierenden Bäuerinnen geben an, bis zu zwei Stunden pro Woche in einem Verein oder einer Organisation tätig zu sein. 19% der sich engagierenden Befragten arbeiten zwischen zwei und sechs Stunden und 5% mehr als sechs Stunden pro Woche. „Um sich besser einbringen zu können, wünschen sich 40% der befragten Bäuerinnen mehr Zeit und für 32% der sich engagierenden Landwirtinnen wäre auch eine bessere Anerkennung bzw. Unterstützung von der Gesellschaft wünschenswert. Zudem wäre für 14 Prozent der ehrenamtlich tätigen Frauen in der Landwirtschaft eine bessere Unterstützung innerhalb der Familie ein großes Anliegen“, so Schwarzmann.

„Ehrenamt lässt Menschen wachsen!“

„Frauen, die sich ohne Entgelt aus persönlicher Überzeugung engagieren nehmen einen wichtigen Platz in der Gesellschaft und Dorfgemeinschaft ein. Das freiwillige Engagement wird häufig von Entscheidungsträgern als auch von der Gesellschaft selbst übersehen bzw. nicht im gewünschten Ausmaß beachtet und anerkannt“, so Schwarzmann. Allein der Einsatz der Bäuerinnen zur Gemeinschaftspflege und der Öffentlichkeitsarbeit im Dialog mit den Konsumenten kostet den Frauen in der Landwirtschaft viel Zeit. Bei den Aktionstagen rund um den Welternährungstag konnten Bäuerinnen in den Volksschulen in den letzten vier Jahren rund 150.000 Schülerinnen und Schüler über die Naturkreisläufe wertvoller regionaler Lebensmittel informieren.

„Die Gemeinschaft, der Zusammenhalt, der Erfahrungsaustausch und wertvollen Kontakte innerhalb der Bäuerinnenorganisation geben den Frauen Kraft und Motivation für ihr Ehrenamt. Innerhalb der ARGE Bäuerinnen konnte vieles erreicht werden, weil durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ein fruchtbringender Samen gelegt wurde. Diese Saat kann nur dann aufgehen und geerntet werden, wenn sich auch in Zukunft aktive Frauen in der Landwirtschaft zum guten Miteinander am Land einbringen. Sie brauchen verstärkt Unterstützung und Anerkennung von der Politik und Gesellschaft“, betonte Schwarzmann abschließend.

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