"Driba redn" - Dialog zwischen der Gesellschaft & Landwirtschaft

Eines eint fast alle Bäuerinnen: Sie wurden aus Liebe zu einem Bauern Bäuerin. Bezirksbäuerin Roswitha Prodinger: "Uns muss man kennenlernen."

Wir sehen viele Themen aus einem anderen Blickwinkel

Sie kommen aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen und Berufen. Bäuerinnen gibt es in allen Altersklassen: "Auch eine Austragbäuerin mit 80+ ist meist noch von ganzem Herzen Bäuerin.
Die Vielfalt verstehe sich von selbst: "Jeder Betrieb ist anders, jede Bauernfamilie ist anders und vor allem jede Frau ist anders."
Die Verschiedenheit der Betriebe, Stärken und Schwächen, Ausbildung und Leidenschaften seien auch Grund für die unterschiedlichsten Formen, Bäuerin zu sein:
"Während die eine mit ihrem Mann den Hof bewirtschaftet, funktioniert es auf anderen Betrieben arbeitsteilig. Während sie einem außerlandwirtschaftlichen Beruf nachgeht, betreibt er die Landwirtschaft oder auch umgekehrt. Oder sie widmet sich der Gästebeherbergung am Bauernhof, während er den Betrieb managt.
Es gibt unzählige Varianten, einen Betrieb im Voll-, Zu- oder Nebenerwerb zu bewirtschaften."
Eines eint fast alle: "Meist war es nicht die Entscheidung zum Beruf, sondern die Liebe zu einem Bauern, die uns zur Bäuerin machte. Meist leben wir in Großfamilien und wissen um die Herausforderung des Zusammenlebens, aber auch um dessen Mehrwert für alle, vor allem für unsere Kinder. Wir leben und arbeiten von und mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren. Unsere Werkstatt ist unter freiem Himmel, wunderschön, aber schwer berechenbar."
Sie gehen bei Arbeitsspitzen über die Leistungsgrenze, aber wissen auch gut, wie schön und erfüllend es ist, wenn es um sie herum wächst und gedeiht. "Zommhöfn' ist eine Selbstverständlichkeit. Wir alle schätzen die Möglichkeit, aus unserer Selbstständigkeit heraus formen und gestalten zu können. Wir wissen aber auch, dass wir selbst die Verantwortung dafür tragen müssen. All das prägt Bäuerinnen im Land und ist sicher auch der Grund, warum gerade sie in den Gemeinden sehr oft an vorderster Front sind, wenn es gilt, für andere da zu sein, Gemeinschaft zu pflegen, Verantwortung zu übernehmen."
Ab sofort schreiben die Lungauer Ortsbäuerinnen über ihre Gedanken in den Lungauer Nachrichten:
"All das ist auch der Grund, dass wir Bäuerinnen viele Themen aus einem anderen Blickwinkel sehen, jede etwas anders. Wir möchten auch einladen, uns besser kennenzulernen, uns ein bisschen ins Herz zu schauen, uns näherzukommen. Wir Bäuerinnen sind eine sehr bunte Truppe und passen in keine Schublade. Uns muss man einfach kennenlernen."