Change-Management - und wie geht das?

Haben Sie schon mal von der Formel W = U x V x S gehört? Wenn nicht, dann wird es Zeit. Vor allem, wenn Sie sich für Ihr Leben eine Weiterentwicklung wünschen. Weiter entwickeln kann bedeuten, Schritt für Schritt weg aus der Unzufriedenheit hin zu einem selbstbestimmten und selbstgesteuerten Leben. Eine Weiterentwicklung zu bestreiten heißt, einen Wandel zu durchlaufen, der mit Hilfe einer Vision, also einem Ziel, erreichbar ist. Kann jedoch diese Weiterentwicklung kalkuliert werden? Barbara Kathrein, Supervisorin und Beraterin am bäuerlichen Sorgentelefon sagt: "JA. Das „Management“ hinter einem Veränderungsprozess kann vieles erleichtern, vereinfachen und vor allem dazu führen, dass es tatsächlich zu einer Veränderung kommt.“
P_ALT
Veränderung © Gerd Altmann auf pixabay

…und jetzt zur Formel

Wir wollen Sie nicht länger auf die Folter spannen. In der von Thomas Laue entwickelten und oben genannten Formel steht W für den gewünschten Wandel, das S für Schritte, U für Unzufriedenheit und V für Vision. Alles klar soweit? Da Wandel in der Formel das Produkt aus U, V und S ist, darf es daher an allen drei Komponenten nicht fehlen. Sie können also erleichtert sein, wenn Sie ein bisschen unzufrieden sind und etwas ändern möchten, dann fehlt nur noch eine Vision und die nötigen Schritte und schon ist das Startpaket für einen Wandel geschnürt.

"Love it, change it, leave it“

Das berühmte Zitat von Henry Ford bringt es auf den Punkt. Sie halten eine Situation nicht mehr aus? Bevor Sie überlegen alles rasch aufzugeben, stellen Sie sich die Fragen: Kann ich die Situation weiter so annehmen wie sie ist? Kann ich die Situation lieben (love it)? Oder gibt es vielleicht eine Möglichkeit, die Situation zu verlassen? Bin ich vielleicht einfach nicht am richtigen Arbeitsplatz und könnte kündigen (leave it)? Wenn Sie beide Fragen nicht mit einem klaren JA beantworten können, bleibt natürlich immer noch die Möglichkeit für ein "change it“ - als Veränderung der Situation. Wenn Sie noch dabei sind, lesen Sie gerne weiter.

Angst vor Veränderung?

Bitte wenn möglich keine Veränderung. Manchmal nimmt man es lieber in Kauf, unglücklich zu sein, als etwas zu ändern. Grund dafür ist häufig, dass die Angst vor dem Veränderungsprozess größer ist als die Aussicht auf Besserung. Doch wie schon Albert Einstein feststellte: "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert“. Also entweder mit dem Jammern aufhören oder Veränderung starten - schließlich wollen Sie doch nicht als wahnsinnig abgestempelt werden. Seien Sie zuversichtlich und stellen Sie sich vor, wie schön es wäre, wenn die Veränderung vollzogen ist.

Tipp 1: Entkräften Sie das schlimmste Szenario

Was könnte Ihnen schlimmstenfalls passieren? Dass der Nachbar komisch schauen könnte, wenn nicht mehr Milch geliefert wird? Dass es dem Schwiegervater nicht passt, dass auf biologische Landwirtschaft umgestellt wird? Ja, Widerstand wird es wohl immer geben, aber das ist normal. Es wird immer geredet und geschaut werden, es wird immer jemanden geben, der nicht ganz einverstanden ist. Aber letztlich sind Sie es, der Tag für Tag seiner Arbeit nachgeht - und welche Arbeit das ist, sollten Sie bestenfalls nur mit der eigenen Familie und Helfern besprechen. Und solange Sie niemandem wirklich schaden, wird das Gerede vergehen -  da können Sie sich sicher sein.

Tipp 2: Kraftvolle Veränderung

Was gibt Ihnen Kraft? Ist es der Rückhalt der Familie, der kurze Kaffee mit einem Freund oder einfach Zeit für sich in der Natur? Stellen Sie sich diese Fragen und planen Sie solche "Kraftpausen“ ein, denn Sie werden diese brauchen. Was hingegen Kraft raubt, sind negative Gedanken wie "Das schaffe ich nicht!“ oder „Das kann ich nicht!“. Ersetzen Sie solche Gedanken lieber durch anregende Fragen wie "Wie könnte ich das schaffen?“ oder "Wer kann das vielleicht übernehmen?“. Das regt unser Gehirn dazu an, Kraft zu schöpfen und dran zu bleiben.

Tipp 3: Wandel braucht Mut

Jetzt heißt es stark sein! Wenn der Mut fehlt anzupacken, erinnern Sie sich doch einmal zurück. Was haben Sie bisher schon alles geschafft? Schulabschluss, Partnersuche, Besteigung eines hohen Gipfels? Und wie haben Sie das geschafft? Was hat Sie dabei unterstützt? Wenn Sie Ihre Gedanken auf diese Wege lenken fällt es leichter, den nötigen Mut aufzubringen. Also dann - los!

Tipp 4: Sichtweise ändern

Lust auf ein Selbstexperiment? Dann bitte
… …aufstehen und 1 Minute im Kreis laufen
…und noch eine Minute
…und nochmal bitte!
…na eine geht noch…
Kommt Ihnen das albern vor? Was war Ihr erster Impuls, als Sie das gelesen haben? Hier wird lediglich versucht darzustellen, dass wir oft immer wieder denselben Trott durchlaufen und hier eben nicht nur bildlich gesprochen. Was, wenn Sie sich selbst beobachtet hätten? Was hätten Sie sich empfohlen anders zu machen? Vielleicht versuchen Sie mal eine andere Perspektive einzunehmen, dann wird es manchmal leichter zu verstehen, was schiefläuft und wie es anders laufen könnte. Denn, Hand aufs Herz, man weiß ja oft auch, was der Nachbar alles besser machen könnte, oder?

Tipp 5: Kleine Schritte - kleine Widerstände

Wie man einen Viertausender besteigt? Schritt für Schritt. Scherz beiseite, jedoch ist es motivierender, sich immer wieder kleine Schritte und Teilziele vorzustellen und dran zu bleiben, als sich das "große Ziel“ auf einmal vorzunehmen. Die Unterteilung schmälert Widerstände, verlangt weniger Kraft und Mut. Also worauf warten Sie?