Digitalisierung in der Landwirtschaft

Wie kann die Digitalisierung am Hof genutzt werden? Für die Umsetzung am Betrieb gibt es gut geschulte Beraterinnen und Berater, die den Interessierten gerne zur Seite stehen. Darüber hinaus hat das LFI laufend spezielle Kursangebote im Programm.
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cartoons 7 Digitalisierung © cartonn4you.com für LK Österreich
Abgesehen vom fachlichen Hintergrund ist es vor allem wichtig, gegenüber der Digitalisierung unvoreingenommen zu sein; das heißt, sich die Fakten anzuhören, nicht gleich eine Entscheidung/ein Urteil zu fällen, nachzufragen. Wichtig ist ebenfalls, dass jemand am Hof zuständig ist und sich um die Betreuung und Wartung der Geräte kümmert bzw. andere Personen einschult und begleitet. Das heißt z. B., der Oma das Smartphone zu erklären oder die Facebook-Seite für den Urlaub am Bauernhof zu betreuen.

So praktisch digitale Plattformen und technologische Hilfestellungen auch sind, sie können auch überfordern. "Multitasking?" - Nein, das ist nicht nur Frauensache. Egal, welches Geschlecht, das gleichzeitige Tun mehrerer Dinge kann man mit dem Öffnen von zahlreichen Seiten im Internet vergleichen. Sind zu viele Seiten geöffnet, stürzt der Computer leichter ab und ist auf einzelnen Seiten nicht mehr zu Höchstleistungen fähig. Ähnlich läuft es im Gehirn ab. Vielleicht hat es auch im Alltag schon Situationen gegeben, in denen man gerne einmal im wahrsten Sinne des Wortes abschalten wollte und sich wünschte, nicht erreichbar zu sein. Oder hat man sich über die Jahre hinweg mehr Aufgaben angehäuft, weil da oder dort durch die Erleichterungen noch ein bisschen Zeit übrig war? Schnell meint man, überall dabei sein zu müssen, und gönnt sich oftmals nur wenige freie Minuten. Und so verlaufen die scheinbaren Vorteile der Digitalisierung sprichwörtlich im Sand. Aber wie bei der Nutzung jedes neuen Mediums ist eines wichtig: den richtigen Umgang finden. Umgangssprachlich wird ein Kommunikationsmittel oft mit dem Begriff "Medium" gleichgesetzt. Und gerade die Nutzung neuer Kommunikationswege, die durch die Digitalisierung erst möglich geworden sind, kurz das Smartphone, bedarf im Umgang einer gewissen Vorsicht. Vor allem in Corona- Zeiten haben viele ihre Jobs nur über Video-Konferenzen aufrechterhalten können und somit soziale Netzwerke und digitale Plattformen zur Kommunikation als Vorteil gesehen. Kommt es soweit, dass man mit dem Beantworten von Nachrichten und ähnlichem nicht mehr hinterherkommt, weil man überall dabei sein will und den Überblick verloren hat? Dann lässt Überforderung grüßen.

Tipps für den richtigen Mittelweg

  • Smartphone-freie Zeiten
Wie bei so vielen Dingen im Leben ist es somit wichtig, einen Mittelweg und die richtige "Dosis" für sich selbst zu finden, sei es privat oder beruflich. Damit digitale Medien den Alltag nicht dominieren, kann es beispielsweise ratsam sein, Smartphone-freie Zeiten einzuführen und so dem ständigen Onlinesein eine Pause zu geben. Besonders für das Familienleben ist es hilfreich, solche Zeiten einzuplanen, gerade bei gemeinsamen Mahlzeiten und Pausen zwischen der Arbeit am Hof.
  • Echte Kontaktpflege
Auch wenn es praktisch war, über die letzten Monate via Smartphone mit seinen Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, sollte man darauf achten, "echte Kontakte" zu pflegen. Körpersprache, Stimmlage, Gestik und Mimik können übers Telefon nur verzerrt oder gar nicht wahrgenommen werden, so gehen wichtige Bestandteile der Kommunikation verloren.