Dem Leben auf dem Hof mehr Qualität geben

Farmer-Meeting: Durch strukturiertes Planen von Arbeitsbesprechungen kann man sich vieles am Betrieb erleichtern. Oftmals fühlt sich niemand für etwas zuständig und somit bleibt die Arbeit liegen. Deshalb ist es wichtig, sich abzusprechen und die Arbeit einzuteilen.
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cartoons 4 corona © LKÖ/cartoons4you.at
Wer kennt das nicht? Der Garten sollte demnächst einmal wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Folge: Meistens fühlt sich niemand angesprochen und es passiert nichts. Einmal mehr wären Arbeitsbesprechungen - klare Absprachen - hilfreich, doch bringen diese überhaupt den gewünschten Erfolg? Arbeitsbesprechungen und Familienthemen sollten zeitlich getrennt stattfinden, damit nicht beides miteinander verschwimmt. Gerade in bäuerlichen Betrieben ist dies nicht immer einfach, wenn Familie gleich Arbeitsgemeinschaft ist. In diesem Fall wäre es von Vorteil, einen separaten Ort für die “Farmer-Meetings“ zu finden, an dem man sich zu bestimmten Zeiten trifft. Ein klarer Rahmen kann ebenso durch Terminvorgaben erreicht werden. Die zeitliche Begrenzung ist für die Effektivität von immenser Wichtigkeit. Ebenfalls als Rahmen können fixe Tagespunkte helfen, die ein Moderator festlegt. Apropos Moderator - diese Rolle sollte auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Eine Person mit der Aufgabe der Planung und Durchführung von Besprechungen zu beauftragen, ist sehr empfehlenswert. Planung und Protokoll sind somit in einer Hand. Die Moderation kann jedes Mal wechseln. Je nach Ausgangslage, wie Anzahl der familieninternen und externen Mitarbeiter oder Betriebsgröße, wird auch die Dauer und Häufigkeit der Meetings variieren.

Wichtig ist es, folgende Punkte in die Besprechung mit aufzunehmen:

  • Was hat diese Woche gut funktioniert? Es wird kurz gesammelt, was erfolgreich gelaufen ist, auch wenn es scheinbar nur Kleinigkeiten sind. Das Ansprechen von Dingen, die gut gelaufen sind, motiviert das Team und lässt das Meeting positiv starten.
  • Was hat diese Woche nicht optimal funktioniert oder ist sogar schiefgegangen? Was ist konkret passiert, das besser hätte laufen können? Hier sollte man versuchen, vorwurfsfrei zu bleiben und einfach die Fakten zu erheben. Es hilft nichts, wenn man jemandem die Schuld zuweisen will.
  • Was kann man aus der letzten Woche lernen? Wie kann man das, was nicht gut gelaufen ist, optimieren? Braucht es mehr Personen, mehr Zeit, andere Qualifikationen, beispielsweise, dass mehrere Personen einen Traktor fahren können? Man sollte gemeinsam in der Runde überlegen und alle Mitglieder nacheinander zu Wort kommen lassen.
Unter Berücksichtigung dieser drei Punkte kann man anschließend einen Mini-Maßnahmenplan für die nächste Woche entwerfen und so die Besprechung zu einem fruchtbaren Meeting machen, bei dem auch ein Arbeitsplan entsteht. Stehen größere Projekte an - ein Hofprospekt, ein neues Produkt für den Markt - sind Projektteams zu empfehlen.

Zuständigkeit und Verantwortung

Wer ist für welche Arbeit zuständig und wer trägt schlussendlich die Verantwortung? Einfach gesagt: Die Ausführung und die Planung und Kontrolle über die jeweiligen Aufgaben übernehmen unterschiedliche Personen. Die Bäuerin trägt z. B. die Verantwortung für die tägliche Bewässerung des Gemüsegartens. Jeden Tag kann aber jemand anderes mit dem Gießen betraut sein, und diese Person braucht sich dann nur dieses eine Mal um die Bewässerung zu kümmern.
  • Nur fürs Protokoll
Mitschreiben hilft. Wer hat was wann zu tun oder übernommen? Das weiß man nicht mehr? Ein Blick ins Protokoll reicht. Wem dies zu umständlich ist, der könnte beispielsweise auch eine Familien-WhatsApp-Gruppe nutzen, um wichtige Informationen aus den Treffen festzuhalten, sodass diese auch später abgerufen werden können. Kreativer Zusatz: Wie wäre es, wenn man alle paar Mal im Meeting einen Punkt für Ideensammlung einbaut? Es soll ein Teil sein, bei dem man sich “ausspinnen“ darf, wo Ideen gesammelt, aber noch nicht sofort bewertet oder umgesetzt werden.
Puh, ganz schön mühsam, könnte man nun denken. Klingt alles irgendwie nach zusätzlicher Arbeit. Doch das muss nicht sein! Anfangs wird es - zugegebenermaßen - schon etwas dauern, bis sich alle an den Besprechungs-Rhythmus gewöhnt haben. Aber wie man weiß, fällt es nach häufiger Übung zunehmend leichter, Dinge zu automatisieren. Man gewöhnt sich dran. Kurz gesagt: Es wird zum Ritual. Idealerweise fixiert man einen Tag oder gegebenenfalls zwei, eine konkrete Zeit und fixe Tagespunkte für das Meeting, um schneller das Ideal - ein Besprechungs-Ritual - zu erreichen.