Kongress europäischer Landwirte in Stockholm: Europa ein starkes Fundament geben!

Wie die Landwirtschaft Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit der EU sichert.
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Copa-Kongress in Stockholm 2026 Christine Riepl aus Ö (Mitte) mit Kolleginnen beim Copa-Congress in Stockholm. © LKÖ/Thurner
Vom 14. bis 16. Oktober fand in Stockholm der 12. Kongress der Europäischen Landwirte statt. Im Mittelpunkt standen zentrale Herausforderungen für die europäische Landwirtschaft, darunter der anhaltende Kostendruck, die Digitalisierung, globale Lieferketten sowie Lösungsansätze für die Düngemittel- und Pflanzenschutzkrise.
 
Breiten Raum nahm zudem die künftige Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik im EU-Haushalt ein. Mit der Stockholmer Erklärung richteten die europäischen Bauernverbände und Agrargenossenschaften einen eindringlichen Appell an die EU-Staats- und Regierungschefs. Die bevorstehenden Entscheidungen zur GAP und zum EU-Haushalt werden entscheidend dafür sein, ob Europa seine Ernährungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähig, widerstandsfähig und handlungsfähig bleiben kann.
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Copa-Kongress in Stockholm 2026 © LKÖ/Thurner

Workshop - Frauen in der Landwirtschaft stärken: Zugang zu Land, Finanzierung und die Zukunft der Hofnachfolge

Der Workshop 3 des Copa-Cogeca Bauernkongresses in Stockholm widmete sich der zentralen Rolle von Frauen für die Zukunft der europäischen Agrarwirtschaft. Obwohl Frauen eine tragende Säule im ländlichen Raum sind und sie europaweit rund ein Drittel der Betriebe leiten, stehen sie immer noch vor großen Herausforderungen. Zu den größten Barrieren zählen der erschwerte Zugang zu Land und Finanzen sowie die tiefsitzenden Vorurteile bei der Hofnachfolge.
 
Die Teilnehmer forderten, dass beim Eigentumsübergang und bei Nachfolgeregelungen Töchter und Söhne gleichberechtigt behandelt werden müssen. Nur so lässt sich das volle Potenzial der nächsten Generation ausschöpfen und jungen Frauen der Mut gegeben werden, erfolgreich in den Sektor einzusteigen.
 
Um den Einstieg zu erleichtern, müssen gezielte Finanzierungsmöglichkeiten zugänglich gemacht werden. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang, wie bestehende Instrumente wie der EU-Investitionsfond (EIF) noch effektiver genutzt werden können, um Sicherheiten und Kredite für Betriebsleiterinnen bereitzustellen. Hierfür ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Finanzwelt unerlässlich, um das Risikobewusstsein von Banken bei weiblich geführten, oft innovativen, jedoch meist kleinen, agrarischen Projekten zu verbessern.
 
Die Frauen am Podium betonten, dass punktuelle Maßnahmen nicht ausreichen. Wir brauchen einen ambitionierten, aber machbaren EU-Rahmen, der klare Leitlinien für die Gleichstellung und Förderung von Frauen in der GAP (Gemeinsamen Agrarpolitik) setzt. Dieser Rahmen darf jedoch keine starre Bürokratie erzeugen, sondern muss sich flexibel auf nationale Ebenen herunterbrechen lassen, um den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten in den Mitgliedstaaten gerecht zu werden.
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Grönsöö Slott © Ena Habo-Tidningen

Hofbesuche am 16. Oktober:

Grönsöö Slott:
Schloss Grönsöö ist ein historisches Renaissanceschloss aus dem frühen 17. Jahrhundert auf der gleichnamigen Insel im Mälaren-See, etwa 20 Kilometer südlich von Enköping in Schweden.  Der 720 ha große landwirtschaftliche Betrieb, der Forstwirtschaft (500 ha), Ackerbau (150 ha) und Obstbau (70 ha) betreibt wird zurzeit von der jungen Alexia von Ehrenheim, in 8. Generation geleitet.
 
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Mycklinge Gard © centerpartiet.se
Mycklinge Gard:
Ist eine 600 ha große, hochtechnologische Kreislaufwirtschaft mit Ferkelproduktion, Schweinemast, Ackerbau und Biogasanlage. 

Das Gut war ursprünglich ein kleinerer, traditioneller Betrieb, als es 1976 von Johan Erikssons Schwiegereltern erworben wurde. Im Jahr 2017 wurden schließlich vier Höfe und drei Schweinezuchtbetriebe zur heutigen modernen Einheit vereint und mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Mio. Euro zu Schwedens Paradebeispiel für nachhaltige, technologiegestützte Landwirtschaft gemacht. Die Ackerflächen gehören der Frau von Johan, Vicki und ihren drei Schwestern, von denen eine ebenfalls am Betrieb mitarbeitet. Vicki engagiert sich auch in der Kommunalpolitik.