Maria Fröch aus Zemendorf: Mit 2.500 Kindern zu unzähligen Aha-Momenten

Maria Fröch lebt im burgenländischen Zemendorf und führt gemeinsam mit ihrer Familie einen Schweinemast- und Ackerbaubetrieb. Am Hof sorgt sie vor allem dafür, dass drinnen alles gut läuft: Haushalt, Essen, Organisation und viele kleine und große Handgriffe gehören zu ihrem Alltag. Vieles davon passiert selbstverständlich im Hintergrund. Und gerade darin liegt viel Verantwortung, denn diese Arbeit schafft Struktur und hält Familie und Betrieb am Laufen.
Darüber hinaus ist Maria Fröch als Seminarbäuerin im Einsatz. In Workshops, vor allem in Volksschulen, bringt sie Kindern landwirtschaftliche Themen näher. Jährlich führt sie ungefähr 130 Workshops durch und erreicht damit rund 2.500 Kinder. Für sie ist diese Arbeit weit mehr als Wissensvermittlung: “Die Arbeit mit den Kindern ist mein Herzensthema“, sagt Maria.

Bewusstsein schaffen für Lebensmittel

Ein zentraler Inhalt ihrer Workshops ist die Frage: Wo kommt unser Essen eigentlich her? Maria Fröch möchte Kindern bewusst machen, welche Schritte notwendig sind, bevor ein Lebensmittel im Supermarkt landet. Dieses Verständnis sei wichtig, um Wertschätzung für Lebensmittel und die dahinterstehende Arbeit zu fördern. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein für Herkunft, Produktion und Qualität von Lebensmitteln zu schaffen.

Engagement in der Bäuerinnenorganisation

Neben ihrer Tätigkeit am Betrieb und als Seminarbäuerin ist Maria Fröch auch als Bezirksbäuerin und Landesbäuerin-Stellvertreterin aktiv. Die Arbeit in der Bäuerinnenorganisation bereitet ihr große Freude. Besonders schätzt sie das starke Gemeinschaftsgefühl unter den Bäuerinnen, die oft aus ähnlichen Lebens- und Arbeitswelten kommen.
 
Gleichzeitig sieht sie auch Herausforderungen: Das Burgenland ist ein langgezogenes Bundesland mit sehr unterschiedlichen Regionen und Bedürfnissen. Diese Vielfalt zu verbinden und sicherzustellen, dass keiner “untergeht“, ist eine ihrer Aufgaben. 
 

Stimme der Landwirtschaft nach außen

Für Maria ist klar: Die Aufgabe als Bäuerin endet nicht am Hof. Sie sieht sich auch als Sprachrohr der Landwirtschaft nach außen. Es ist ihr wichtig, offen zu kommunizieren, Konsument:innen einzubinden und den Dialog zu fördern. “Landwirtschaft braucht Transparenz und Austausch, denn nur so kann Verständnis und Wertschätzung entstehen!“, sagt sie überzeugt.
 
Für Maria war der ZAMm-Lehrgang eine wichtige Grundlage für ihre heutige Arbeit. “Ich habe dort viel mitgenommen und fühle mich heute gut gerüstet - sowohl für meine Arbeit als Seminarbäuerin als auch als Landesbäuerin-Stellvertreterin“, sagt sie überzeugt. Frauen in der Landwirtschaft rät sie: “Sich gegenseitig zu ermutigen und an einem Strang ziehen.“

Steckbrief

Name: Maria Fröch
Betrieb: Schweinemast- und Ackerbaubetrieb
Alter: 51 Jahre
Motto: Es gibt immer einen Weg, es möglich zu machen.




 
Das Projekt “ZAMm unterwegs“ wird unterstützt von Bund, Ländern und Europäischer Union.

Zum Lehrgang

Du willst aufstehen und mitreden? Eine moderne Agrarpolitik braucht die Stimme der Frauen. Der ZAMm-Lehrgang “Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“ wurde von der ARGE Österreichische Bäuerinnen initiiert und hilft Frauen, sich aktiv in agrarischen und kommunalen Gremien, Vereinen und Verbänden einzubringen. Der Kurs richtet sich speziell an Bäuerinnen und stärkt ihre Fähigkeiten, mitzugestalten.

Mehr dazu online unter www.zamm-unterwegs.at