Gabriela Vallant aus Kamp im Lavanttal: Mehrgenerationenhaushalt am Bergbauernhof

Auf 1.180 Metern Seehöhe, in Kamp im Lavanttal, bewirtschaftet Gabriela Vallant mit ihrer Familie einen Milchviehbetrieb mit Forstwirtschaft und Zuchtvieh. Sie und ihr Mann Egbert führen den Betrieb im Vollerwerb. Mit am Hof leben auch die vier Söhne und die Schwiegereltern. Ein Mehrgenerationenbetrieb, der vor allem von einem lebt: Zusammenhalt.

Ein starkes Team

“Jeder weiß, was zu tun ist, jeder hat seinen Aufgabenbereich“, erzählt Gabriela. Wenn es arbeitsintensiv wird, helfen alle zusammen. Genau das mache den Betrieb aus, sagt sie. Ein fixer Punkt in der Woche ist das gemeinsame Frühstück am Samstag. Dann sitzt die ganze Familie zusammen, redet und tauscht sich aus.
 
Gabriela und ihr Mann Egbert sehen sich als eingespieltes Team. “Das war eigentlich von Anfang an so“, sagt sie. Beide bringen ihre Stärken ein, treffen Entscheidungen gemeinsam und entwickeln den Betrieb miteinander weiter. Trotzdem hat jeder seine eigenen Interessen: Egbert ist Feuerwehrkommandant, Gabriela geht gerne laufen und singt im Kamper Kirchenchor. Gerade das Singen ist für sie ein wichtiger Ausgleich, erzählt sie: “Auch wenn es manchmal organisatorisch herausfordernd ist, wenn zuhause gleichzeitig viel los ist.“
 
Seit zwei Jahren sind Gabriela und ihr Mann auch als Bildungsreferenten aktiv. Sie organisieren Workshops in der Region - vom Basteln bis zum Palmbesenbinden. Dabei geht es ihnen vor allem darum, Brauchtum weiterzugeben und Gemeinschaft zu fördern.

Mehr als “nur zuhause“

Gabriela ist es wichtig, ein klares Bild nach außen zu tragen: Bäuerin zu sein bedeutet weit mehr als oft gesehen wird. “Man ist Mama, Managerin, produziert Lebensmittel und arbeitet das ganze Jahr - mit Tag- und Nachtdiensten.“ Durch den ZAMm-Lehrgang hat sie zusätzlich an Selbstbewusstsein gewonnen. Heute steht sie klar dazu: Bäuerin sein ist etwas, worauf man stolz sein kann.

Zusammenhalt über Generationen

Dass das Leben in einem Mehrgenerationenhaushalt funktioniert, zeigt der Alltag am Hof. Voraussetzung dafür sei gegenseitige Wertschätzung und dass man Dinge offen anspricht. “Wenn man miteinander redet, dann funktioniert es auch“, sagt Vallant. Besonders stolz ist sie auf ihre vier Söhne. Auf sie kann sie sich jederzeit verlassen. Sogar einen gemeinsamen Urlaub haben die Kinder ihren Eltern schon ermöglicht - sie haben gemeinsam mit den Großeltern “den Laden geschmissen“. Dieser Zusammenhalt macht den Betrieb aus.

Steckbrief

Name: Gabriela Vallant
Betrieb: Milchviehbetrieb mit Forstwirtschaft und Zuchtvieh
Alter: 44 Jahre
Motto: Laufschuhe an - Kopf aus.


 
Das Projekt “ZAMm unterwegs“ wird unterstützt von Bund, Ländern und Europäischer Union.

Zum Lehrgang

Du willst aufstehen und mitreden? Eine moderne Agrarpolitik braucht die Stimme der Frauen. Der ZAMm-Lehrgang “Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“ wurde von der ARGE Österreichische Bäuerinnen initiiert und hilft Frauen, sich aktiv in agrarischen und kommunalen Gremien, Vereinen und Verbänden einzubringen. Der Kurs richtet sich speziell an Bäuerinnen und stärkt ihre Fähigkeiten, mitzugestalten.

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