Welthauswirtschaftstag beleuchtet die Auswirkungen unserer Ernährung

Neumann-Hartberger: Gesund essen und nachhaltig leben prägt die Zukunft auf dem Teller.
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Seminarbäuerin und Kinder Von den Seminarbäuerinnen lernen die Kinder über gesunde, regionale Ernährung, die Zubereitung von Speisen, Nachhaltigkeit und wie man weniger Lebensmittel verschwendet. © LK OÖ
"You are what you eat: Feeding the Future" lautet das Motto des diesjährigen Welthauswirtschaftstages am 21. März. Damit sollen die globalen Auswirkungen unserer Ernährung aufgezeigt und auf die Bedeutung einer guten Hauswirtschaft, auf einen nachhaltigen Lebensstil und die Ressourcenschonung hingewiesen werden, wie sie schon lange von den Bäuerinnen an die Konsument:innen aller Altersgruppen vermittelt wird.
 
Studien belegen, wie ungleich die Lebensmittel auf der Welt verteilt sind und dass die Bevölkerung in vielen Industriestaaten immer dicker wird: 2021 waren 48,3% der Österreicherinnen übergewichtig oder adipös. Für 2050 werden 57,8% prognostiziert. Bei Männern lag der Wert bei 60,6% (2021) und soll auf 67,8% (2050) steigen.

Sich aktiv mit dem Essen auseinandersetzen

“Das ist ein Aufruf zum Handeln. Bereits Kindern muss ein gesunder Lebensstil vorgelebt werden. Sie früh an eine gesundheitsfördernde Ernährung heranzuführen ist von großer Bedeutung“, betont Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger und verweist darauf, dass Nachhaltig Essen eine erlernbare Alltagskompetenz ist. Schon an einfachen Beispielen - etwa dem Vergleich von selbstgemachter Pizza, Tiefkühlpizza und Pizza to go - lassen sich ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen von Ernährung unmittelbar begreifbar machen. “Wenn Kinder mit allen Sinnen schmecken, riechen, vergleichen und selbst zubereiten, entsteht Verständnis dafür, wo Lebensmittel herkommen, was sie wert sind und wie sie wirken. Genau diese praktischen Kompetenzen fehlen jedoch zunehmend im Bildungssystem“, kritisiert die Bundesbäuerin. Während neue Schwerpunkte wie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verstärkt in Lehrplänen verankert werden, wird das Wissen über Ernährung und Haushalt, die den Einzelnen betreffen, in Schulen seit Jahren zurückgedrängt. Dabei sind Essen und Trinken elementare Grundlagen für Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Stabilität.

Ernährungs- und Konsumbildung sind so elementar wie Lesen, Schreiben und Rechnen

Die Bäuerinnen fordern daher eine verbindliche Verankerung von Ernährungs- und Konsumbildung sowie Hauswirtschaft in Schule und Pädagog:innenausbildung. Ziel ist, den 10- bis 14-Jährigen jene Fähigkeiten zu vermitteln, die sie ihr Leben lang brauchen: regionale Produkte erkennen, selbst ausgewogen kochen, mit kleinem Budget schmackhafte Mahlzeiten zubereiten, Lebensmittel wertschätzen und Ressourcen schonen. Die Seminarbäuerinnen/-bauern bieten österreichweit praxisnahe Kurse zu Themen wie “Mein Essen, meine Zukunft“, “Einkaufen mit Köpfchen“ und “Vom Gras zum Burger“ an und stehen als starke Partnerinnen für Schulen bereit. Hülsenfrüchte und pflanzenbetonte Ernährung und Resteverwertung werden in den vergangenen Jahren verstärkt in allen Kochkursen für Erwachsene behandelt. “Wer die Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss Ernährungskompetenz genauso ernst nehmen wie digitale Kompetenz - denn von einem Smartphone kann man schließlich nicht abbeißen“, so Neumann-Hartberger.

Einfache Schritte für mehr Gesundheit, Nachhaltigkeit und ein besseres Klima

Das gilt gleichermaßen für Erwachsene. “Jede Person kann ​beim Einkauf Herkunftsangaben lesen, regionale und saisonale Produkte wählen, hochverarbeitete Convenience-Produkte schrittweise durch frische Alternativen ersetzen und möglichst oft selbst kochen. Reste können kreativ verwertet werden, was zusätzlich Lebensmittelabfälle vermeidet und ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ist“, zeigt die Bundesbäuerin leicht umsetzbare Schritte hin zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil auf, der auch noch positive Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima hat. Und im Außer-Haus-Verzehr hilft dabei die Orientierung an “Gut zu wissen“, der Herkunftskennzeichnung für österreichische Lebensmittel in Kantinen.