Brigitte Maria Gruber: Sorge für Dich, als wärst Du die Liebe Deines Lebens

“Sei Du selbst. Die Welt verehrt das Original“, sagt Brigitte Maria Gruber, Gründerin der Frauenfachakademie Schloss Mondsee. Doch wie bleibt man authentisch, was muss man tun, um sich selbst nicht zu verlieren? Sie ist mit den Frauen am Bundesbäuerinnentag eingetaucht in dieses Thema und hat Inspirationen mitgegeben, die Frauen ermutigen, mit Freude zu agieren und die ihre Einzigartigkeit stärken.
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Bundesbäuerinnentag 2026 (44) © APA-Fotoservice/Dietmar Mathis
Es beginnt schon beim Aufwachen. “Der erste Gedanke am Morgen bringt uns in den Tag, bestimmt damit dessen Verlauf. Der zweite Gedanke sollte sein, was sind - bei all der Fülle an anstehenden Aufgaben - jene drei Dinge, die ich heute gut abarbeiten will, damit es für mich ein guter Tag wird. Drittens ist es wichtig, die ersten 60 Minuten des Tages ohne Handy zu verbringen, auch wenn es eine Herausforderung ist. Aber unser Gehirn ist in der ersten Stunde nach dem Aufwachen quasi noch nicht auf ‘Betriebstemperatur‘. Mails, Social Media, WhatsApp und alles andere auf unserem Handy kann noch nicht verarbeitet werden und geht unmittelbar ins Unterbewusstsein“, so die ersten drei Tipps der Expertin.
 

Sorge für dich, als wärst du die Liebe deines Lebens

Beim Konzept der Selbstfürsorge verweist Gruber auf fünf zentrale Elemente für ein gewinnendes Leben. Das Wichtigste dabei ist guter, erholsamer Schlaf, der es dem Körper ermöglicht zu regenerieren. Gefolgt von Bewegung und an dritter Stelle Stille. Dabei geht es um Zeit für sich - sogenannte Me Time. Jeder Mensch sollte sich die Frage stellen, wann am Tag habe ich Zeit für mich - das kann auch so aussehen, dass man Stille erlaubt. Punkt vier sind Familie und Freunde und danach kommt die Arbeit. “So gesehen, habt ihr in eurer Arbeit einen Raum, wo ihr ganz viel Sinn und Wirkung habt“, so Gruber.

Wie fällen wir Entscheidungen

Wir treffen jeden Tag eine Fülle an Entscheidungen. Manche sind weniger wichtig andere dafür umso relevanter. Insbesondere bei wichtigen Entscheidungen rät die Expertin diese an drei Fragen zu koppeln: Will ich das? Brauche ich das wirklich? Bringt mich das weiter? “Denn in erster Linie geht es ganz klar um mich und nicht darum, was sagt mein Mann dazu, was sagen meine Kinder dazu, was sagt meine Nachbarin dazu“, so Gruber. “Vielleicht macht man zu viele Veranstaltungen, zu viel Ehrenamt - da ist es wichtig, die richtige Balance für sich zu finden.“

Für einen wahren Motivationsboost sorgt die ganz simple Frage, die man sich möglichst oft selbst stellen sollte: Was hat mich heute schon begeistert? Gruber: “Ein guter Gedanke in unserem Leben, an dem wir uns festhalten können.“ Wie können Frauen anders wahrgenommen und anders hörbar werden? Der Expertin zufolge beginnt das bereits bei der Sprache: “ich bin überzeugt“ wird vom Gesprächspartner anders wahrgenommen als “ich glaube“. Ebenso sollte man Weichmacherwörter wie “quasi“ und “eigentlich“ aus seinem Wortschatz streichen. Wirkungsvoll ist auch vermehrt dann “Nein“ zu sagen, wenn es nicht angebracht ist. Für eine positive Wahrnehmung sorgt hingegen “Danke“.

Ersetze “Ich muss“ durch “Ich will“

Ein wichtiges Wort, das wir uns immer wieder vorsagen, ist “Muss“. “Muss ich wenn ich nach Hause komme, muss ich mich dann um die Tiere kümmern? Ja, natürlich, wir haben eine Aufgabe. Und wenn wir uns erlauben, dieses Muss, durch ein ich werde und ich will, zu ersetzen. Das könnte unseren Stressfaktor ein Stück weit verringern“, so Gruber.

Selbstermächtigung durch Bildung und die Kraft von Netzwerken

Gruber appellierte abschließend an die Frauen, sich durch Weiterbildung neue Chancen zu sichern und damit an ihrer Selbstermächtigung zu arbeiten. “Und schaut auch über den Tellerrand. Geht auch in andere Themen rein, damit Bildung möglich ist.“ Gleiches gilt für Netzwerke – nicht in der eigenen Bubble verharren, sondern sich Kraft und Inspiration in neuen Netzwerken suchen, damit man etwas bewegen kann.
Abschließend zwei Ermutigungssätze:
  • Zeig dich, wo immer es möglich ist: Geh auf´s Bild, aber in die erste Reihe, nicht in die zweite.
  • Warte nicht bis etwas perfekt ist, mach es einfach!
Alle Fotos vom Bundesbäuerinnentag 2026 können Sie hier einsehen.