Bessere Voraussetzungen für den wichtigsten Beruf der Welt - Landwirtin
Lena Russ über Chancengleichheit, die hilft, den Hunger in der Welt zu bekämpfen.
Lena Maria Russ, studierte Landwirtin und Geschäftsführerin des Weltverbandes der Maschinenringe und der Maschinenring Foundation führte die Teilnehmenden des Bundesbäuerinnentages auf den afrikanischen Kontinent, wo es Länder gibt, die ihre Bevölkerung nicht selbstständig ernähren können und der Hunger von über 800 Mio. Menschen täglich eine der größten Herausforderungen der Menschheit ist. “Wir als Landwirtschaft können dieses Problem angehen und lösen“, ist Russ überzeugt.
Chancengleichheit für höhere Produktivität
In vielen Ländern der Dritten Welt arbeitet die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft, 50% davon sind Frauen, die die Erzeugung von Essen für ihre Familie mit einfachsten Mitteln durchführen müssen. “Schlechterer Zugang zu Produktionsmitteln, weniger Möglichkeiten an Land zu kommen und schlechterer Zugang zu Kapital führen aber dazu, dass auch die Produktivität von Bäuerinnen eingeschränkt ist. Wenn Frauen die gleichen Chancen wie ihre männlichen Berufskollegen bekommen, würde die Produktivität weltweit in der Landwirtschaft deutlich steigen und Millionen von Menschen könnten zusätzlich ernährt werden, wie Studien belegen", so Russ.
Es ist keine Frage der Kompetenz von Bäuerinnen, sondern ihrer Voraussetzung
Am Beispiel einer Bäuerin aus dem Senegal verdeutlichte Russ, wie wichtig der Zugang von Frauen zu technischen Hilfsmitteln wie einer einfachen Reisschälmaschine ist. Damit kann 1 kg Reiskörner in zwei Minuten geschält werden, händisch dauert es eine Stunde. “Das steigert die Produktivität der Frauen deutlich, schenkt ihnen wertvolle Arbeitszeit, die sie nutzen können, um landwirtschaftliche Produkte weiter zu verarbeiten und mehr Fläche zu bewirtschaften, um generell mehr Einkommen generieren zu können und für das Familienauskommen zu sorgen“, so Russ. “Es ist also keine Frage, dass Frauen weniger leistungsfähig wären. Die Frage ist, wie können wir deren Arbeit verbessern und die Leistungsfähigkeit steigern und unterstützen. Gemeinschaft ist der Schlüssel dafür.“
Kooperationen machen aus Einzelkämpfern starke, funktionierende Gemeinschaften
Seit fast 70 Jahren gibt es Zusammenschlüsse von Landwirt:innen in eigenen Organisationen, um soziale und wirtschaftliche Vorteile für die Mitgliedsbetriebe zu generieren. Diesen Grundgedanken bringen die Maschinenringorganisation in die Welt und haben über die letzten sechs Jahre mehr als 300 Maschinenringe mit knapp 53.000 landwirtschaftlichen Mitgliedsbetrieben in Afrika aufgebaut. Mittlerweile sind sie in sieben Ländern auf dem afrikanischen Kontinent aktiv. “Dieses Prinzip kooperativer Institutionen in der Landwirtschaft, die aus Einzelkämpfern starke, funktionierende Gemeinschaften machen, müssen wir lokal angepasst in die Welt tragen, um vor allem Frauen damit zu stärken. Um Netzwerke zu schaffen, ihnen den Zugang zu Produktionsmitteln zu ermöglichen, Wissen zu teilen, die Arbeit in der Landwirtschaft zu verbessern und vor allem, um zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen“, betonte Russ.
Das internationale Jahr der Bäuerin sei deswegen nicht nur ein Anlass warmer Worte, sondern ein wichtiger Auftrag an die Politik, an Organisationen, aber auch an die Gesellschaft, betonte Russ. “Nämlich Struktur zu schaffen, insbesondere für Frauen, damit sie selbstbestimmt, vernetzt und unternehmerisch tätig werden zu können. Und daraus verbinden sich Millionen Menschen und Chancen weltweit, weil letztendlich geht es darum, gemeinsam den wichtigsten Beruf der Welt zu unterstützen und zu stärken - Landwirt:in“.
Das internationale Jahr der Bäuerin sei deswegen nicht nur ein Anlass warmer Worte, sondern ein wichtiger Auftrag an die Politik, an Organisationen, aber auch an die Gesellschaft, betonte Russ. “Nämlich Struktur zu schaffen, insbesondere für Frauen, damit sie selbstbestimmt, vernetzt und unternehmerisch tätig werden zu können. Und daraus verbinden sich Millionen Menschen und Chancen weltweit, weil letztendlich geht es darum, gemeinsam den wichtigsten Beruf der Welt zu unterstützen und zu stärken - Landwirt:in“.
Regional unterstützt international
Der Bundesbäuerinnentag mit internationaler Vernetzung war nicht nur ein Anlass für Vernetzung, Austausch, Bildung und Freude. Die Bäuerinnen Österreich unterstützen im Rahmen dessen auch ein Projekt der Maschinenring Foundation. MIt der Spende für eine Awarness-Schleife (Richtwert 1 Euro) wird der Ankauf von Reisschälmaschinen bzw. Mühlen unterstützt, die Frauen in ihrer täglichen Arbeit entlasten und stärken.