Salzburg: Bezirksbäuerinnentag im Flachgau

Mehrwert. Nährwert. Bäuerinnen. Ein Festtag für Haltung, Gesundheit und Wertschätzung
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Bezirksbäuerinnentag Flachgau Ein voll gefüllter Saal in Grödig/St. Leonhard. © LK Salzburg, Mösenbichler
Der Flachgauer Bezirksbäuerinnentag stand heuer ganz im Zeichen von „Mehrwert. Nährwert. Bäuerinnen.“ – und begann bewusst mit einem Moment der Besinnung.
Den Auftakt bildete ein feierlicher Gottesdienst in St. Leonhard in Grödig, der von Pater Virgil mit viel Wärme, Wertschätzung und Tiefgang zelebriert wurde. Der Bezirksausschuss der Bäuerinnen gestaltete die Messe musikalisch sowie mit berührenden Texten und schuf damit einen stimmungsvollen Rahmen für diesen besonderen Festtag.
Im Anschluss eröffnete Bezirksbäuerin Nicole Leitner den Bezirksbäuerinnentag mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Dieser zeigte eindrucksvoll, was die Bäuerinnen im Flachgau bereits leisten. In ihrer Ansprache sprach sie von Haltung und Respekt – Respekt vor dem, was wächst, und vor den Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit dahinterstehen.
Besonders wichtig war ihr auch der achtsame Umgang mit sich selbst: Auf den eigenen Körper zu hören sei kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. Lebensmittel seien ein zentraler Wert für unsere Gesundheit – deshalb drehte sich der heurige Bezirksbäuerinnentag ganz bewusst um Mehrwert, Nährwert und die Rolle der Bäuerinnen.
 
Diese Gedanken griff auch Anni Neudorfer, Keynote-Speakerin von Land schafft Leben, in ihrem Vortrag auf. „Wir müssen unserem Körper Gutes zuführen, damit er auch etwas daraus machen kann“, betonte sie. Rund 1,5 Tonnen Lebensmittel konsumiert jede Person jährlich – umso wichtiger sei es, was wir täglich zu uns nehmen.
Bäuerinnen hätten dabei eine besondere Aufgabe: nicht müde zu werden, auf die Bedeutung regionaler und gesunder Ernährung hinzuweisen. Eine Lebensaufgabe, die weit über den Teller hinausgeht. Eindrücklich zeigte Neudorfer zudem, wie eng Ernährung, Psyche und Gesundheit miteinander verbunden sind – das Darmmikrobiom und die Darm-Hirn-Verbindung spielen dabei eine zentrale Rolle.
 

Zeit für sich selbst nehmen

In seinen Grußworten betonte der frischgebackene Landesrat Maximilian Aigner, dass sich vieles verändere, eines jedoch geblieben sei: das Herzblut der Bäuerinnen. Er zeigte sich erfreut über das ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerinnen und appellierte an alle, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und sich nicht unter ihrem Wert zu verkaufen.
LK-Vizepräsident Josef Braunwieser unterstrich die Bedeutung, der Jugend Chancen zu geben – insbesondere bei der Hofübergabe und beim Mitspracherecht in wichtigen Entscheidungen.
Auch BBK-Obmann Michael Schmidhuber fand lobende Worte und bedankte sich für die zahlreichen Projekte und Veranstaltungen sowie für all das, was Bäuerinnen täglich leisten – als Frauen am Hof, als Mütter und als Partnerinnen.
 
Landesbäuerin Claudia Entleitner bestärkte die Bäuerinnen im Internationalen Jahr der Bäuerinnen und stellte den 4-Punkte-Plan der ARGE Österreichische Bäuerinnen in den Mittelpunkt. Dieser setzt klare Schwerpunkte auf finanzielle und rechtliche Absicherung, faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Absicherung von Gesundheit und Care-Arbeit sowie auf echte Gleichstellung.
 
Zum Abschluss richtete Bezirksbäuerin Nicole Leitner nochmals persönliche Dankesworte an die Ortsbäuerinnen. Als kleines Zeichen der Wertschätzung erhielten sie ein Gewürz – ganz nach dem Motto: „Deine Arbeit gibt unserem Tun Geschmack.“
Ein rundum gelungener, wertschätzender Festtag, der zeigte, wie viel Kraft, Wissen und Verantwortung in den Flachgauer Bäuerinnen steckt – gestern, heute und in Zukunft.