Barbara Weidenauer aus Wien: Jungübernehmerin mit Überblick - zwischen Gewächshaus und Verantwortung
45 Mio. Jungpflanzen im Jahr, produziert auf 1,8 ha. Als Jungpflanzenproduzentin und Jungübernehmerin übernimmt Barbara Weidenauer die Verantwortung in einem Betrieb, der sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Dabei bringt sie nicht nur Erfahrung aus Kindheitstagen mit, sondern auch ihre eigene Art, den Betrieb weiterzuentwickeln.
Die Gärtnerei ist für Barbara seit Kindheitstagen ein vertrauter Ort. Ihr Vater begann vor rund 30 Jahren mit der Jungpflanzenproduktion, sie selbst wuchs ganz selbstverständlich in diese Arbeit hinein. “Ich habe seit den Kinderschuhen gelernt, wie es funktioniert und wie ein Unternehmen aufgebaut ist“, erzählt sie. Seit vier Jahren arbeitet sie aktiv im Betrieb mit, seit etwa einem Jahr läuft der Übergabeprozess.
Gemeinsam gewachsen
Die Zusammenarbeit mit ihrem Vater hat sich über die Zeit entwickelt. Am Anfang war es nicht immer einfach, Erwartungen klar anzusprechen. Heute hat sich das Miteinander eingespielt: “Das war ein Prozess, aber jetzt passt es gut“, verrät sie.
Gemeinsam mit sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden im Betrieb sowohl biologisch als auch konventionell Jungpflanzen angebaut: Salat-, Kohl- und Fruchtgemüse, dazu Sellerie, Lauch und verschiedenste Kräuter, auch Sonderwünsche werden umgesetzt. Geliefert wird vor allem an Erwerbsgärtner:innen, Landwirt:innen und Marktgärtnereien im Osten Österreichs.
Ihre größte Stärke sieht Barbara darin, viele Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten. “Ich schaffe es gut, mehrere Aufgaben zu schupfen und trotzdem den Überblick zu behalten“, sagt sie. Dabei hilft ihr auch ihr Zugang zur Arbeit: nicht alles muss sofort gehen. Geduld sei wichtig - und sich bewusst Zeit zu nehmen, um zu sehen, was man bereits geschafft hat.
Gemeinsam mit sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden im Betrieb sowohl biologisch als auch konventionell Jungpflanzen angebaut: Salat-, Kohl- und Fruchtgemüse, dazu Sellerie, Lauch und verschiedenste Kräuter, auch Sonderwünsche werden umgesetzt. Geliefert wird vor allem an Erwerbsgärtner:innen, Landwirt:innen und Marktgärtnereien im Osten Österreichs.
Ihre größte Stärke sieht Barbara darin, viele Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten. “Ich schaffe es gut, mehrere Aufgaben zu schupfen und trotzdem den Überblick zu behalten“, sagt sie. Dabei hilft ihr auch ihr Zugang zur Arbeit: nicht alles muss sofort gehen. Geduld sei wichtig - und sich bewusst Zeit zu nehmen, um zu sehen, was man bereits geschafft hat.
Teamgeist im Betrieb
Am Betrieb legt Barbara großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit. Offene, ehrliche Kommunikation ist für sie die Grundlage. “Fehler dürfen passieren - wichtig ist, dass man sie anspricht und gemeinsam Lösungen findet.“
Ihr Lieblingsplatz im Betrieb ist das Gewächshaus. Zwischen den Pflanzen findet sie Ruhe und gleichzeitig den besten Überblick. “Das ist ein großer Ruhepol“, erzählt sie. Wenn Bienen summen oder Bachstelzen zwischen den Reihen unterwegs sind, sei das für sie ein Moment, der erdet und wieder zurück zur eigenen Arbeit bringt.
Ihr Lieblingsplatz im Betrieb ist das Gewächshaus. Zwischen den Pflanzen findet sie Ruhe und gleichzeitig den besten Überblick. “Das ist ein großer Ruhepol“, erzählt sie. Wenn Bienen summen oder Bachstelzen zwischen den Reihen unterwegs sind, sei das für sie ein Moment, der erdet und wieder zurück zur eigenen Arbeit bringt.
Lernen im Austausch
Neben der Arbeit im Betrieb engagiert sich Barbara in einem Netzwerk von Unternehmerinnen der Stadtlandwirtschaft, organisiert von der Landwirtschaftskammer Wien. Dort treffen sich die Teilnehmerinnen regelmäßig zum Austausch, zu Workshops und Weiterbildungen. “Man lernt unterschiedliche Betriebe und Ziele kennen - und auch sich selbst besser“, sagt sie.
Mut zur eigenen Stärke
Ein Thema, das Barbara besonders am Herzen liegt: Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer zu machen. “Ich habe oft das Gefühl, dass sich Frauen eher im Hintergrund halten, doch dazu gibt es überhaupt keinen Grund“, sagt sie. Wenn Frauen mutiger werden, hat das automatisch eine Vorbildwirkung, ist sie überzeugt.
Jungen Frauen, die in einen Betrieb einsteigen, gibt Barbara einen klaren Rat: an sich selbst glauben. Die eigene Leistung ernst nehmen und sich etwas zutrauen. Wichtig sei auch, Ungerechtigkeiten anzusprechen und sichtbar zu machen, was man leistet. Jede habe das Recht, gehört zu werden. Denn am Ende zählt nicht, alles perfekt zu machen - sondern den eigenen Weg zu gehen.
Jungen Frauen, die in einen Betrieb einsteigen, gibt Barbara einen klaren Rat: an sich selbst glauben. Die eigene Leistung ernst nehmen und sich etwas zutrauen. Wichtig sei auch, Ungerechtigkeiten anzusprechen und sichtbar zu machen, was man leistet. Jede habe das Recht, gehört zu werden. Denn am Ende zählt nicht, alles perfekt zu machen - sondern den eigenen Weg zu gehen.
Steckbrief
Name: Barbara Weidenauer
Betrieb: Jungpflanzenproduktion in der Donaustadt, Wien
Alter: 29 Jahre
Talent: Viele Dinge gleichzeitig zu schupfen und trotzdem den Überblick zu behalten
Das Projekt “ZAMm unterwegs“ wird unterstützt von Bund, Ländern und Europäischer Union.
Zum Lehrgang
Du willst aufstehen und mitreden? Eine moderne Agrarpolitik braucht die Stimme der Frauen. Der ZAMm-Lehrgang “Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“ wurde von der ARGE Österreichische Bäuerinnen initiiert und hilft Frauen, sich aktiv in agrarischen und kommunalen Gremien, Vereinen und Verbänden einzubringen. Der Kurs richtet sich speziell an Bäuerinnen und stärkt ihre Fähigkeiten, mitzugestalten.
Mehr dazu online unter www.zamm-unterwegs.at
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