Neumann-Hartberger: Ausbau der Elementarpädagogik stärkt bäuerliche Familien
Arbeit-Familien-Konflikt auch bei Bäuerinnen präsent.
Für Frauen auf den heimischen Bauernhöfen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft ein Balanceakt. Der Alltag ist zumeist von langen und intensiven Arbeitsstunden geprägt - 16 Stunden-Tage sind keine Seltenheit. Gibt es kleinere Kinder mit intensivem Betreuungsbedarf, tragen oft die Frauen die doppelte Verantwortung und Belastung. Insbesondere in arbeitsintensiven Phasen, wie zur Ernte oder bei der Tierpflege, ist das keine leichte Aufgabe, die nach Lösungen verlangt. Leben und arbeiten am selben Ort spart zwar Zeit und Wege, schafft dafür aber andere Herausforderungen und verwischt die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf. Daher brauchen auch Bäuerinnen die Möglichkeiten der Kinderbetreuung außer Haus und tragen die Vorschläge der Sozialpartner:innen und der Industriellenvereinigung zum Ausbau der Elementarpädagogik mit. “Manchmal müssen andere Wege eingeschlagen oder Ideen neu gedacht werden, um zum Ziel zu gelangen. So ist es auch beim Ausbau der Elementarpädagogik unter den gegebenen finanziellen Möglichkeiten“, unterstreicht Bundesbäuerin und Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Österreich, Irene Neumann-Hartberger.
Veranschaulicht wird die Situation von Bäuerinnen in der empirischen Studie “Vereinbarkeit von beruflichen Ambitionen und familiären Aspirationen von Landwirtinnen in Österreich“ von der Betriebswirtschafts-Absolventin Annecilla Sampt, die für ihre Studienabschlussarbeit demnächst eine Auszeichnung der Maria Schaumayer-Stiftung erhält.
Die Untersuchung - basierend auf qualitativen Interviews mit Betriebsleiterinnen und zukünftigen Hofübernehmerinnen - zeigt eindrucksvoll, dass die Vereinbarkeit von Familie und Landwirtschaft für viele Bäuerinnen eine tägliche Herausforderung ist. Insbesondere in arbeitsintensiven Zeiten hat die Arbeit am Hof häufig Vorrang, während familiäre Bedürfnisse zurückgestellt werden müssen.
“Der ‘Work-Family-Conflict‘ ist täglich präsent - die körperliche und emotionale Belastung durch die Kombination von Hofarbeit und Familienpflichten enorm“, betont Sampt und weiter: “Für die Mehrzahl der befragten Bäuerinnen ist die Unterstützung durch die Familie oder durch externe Hilfe entscheidend, um berufliche und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen.“ Die Belastungen führen auch zur Einschränkung der sozialen Aktivitäten. Die Interviews zeigen außerdem, dass sich viele Bäuerinnen mehr Zeit für Erholung und Familie wünschen. Gleichzeitig erschweren lange Arbeitszeiten und fehlende Ersatzarbeitskräfte oft längere Erholungsphasen oder Urlaub.
Veranschaulicht wird die Situation von Bäuerinnen in der empirischen Studie “Vereinbarkeit von beruflichen Ambitionen und familiären Aspirationen von Landwirtinnen in Österreich“ von der Betriebswirtschafts-Absolventin Annecilla Sampt, die für ihre Studienabschlussarbeit demnächst eine Auszeichnung der Maria Schaumayer-Stiftung erhält.
Die Untersuchung - basierend auf qualitativen Interviews mit Betriebsleiterinnen und zukünftigen Hofübernehmerinnen - zeigt eindrucksvoll, dass die Vereinbarkeit von Familie und Landwirtschaft für viele Bäuerinnen eine tägliche Herausforderung ist. Insbesondere in arbeitsintensiven Zeiten hat die Arbeit am Hof häufig Vorrang, während familiäre Bedürfnisse zurückgestellt werden müssen.
“Der ‘Work-Family-Conflict‘ ist täglich präsent - die körperliche und emotionale Belastung durch die Kombination von Hofarbeit und Familienpflichten enorm“, betont Sampt und weiter: “Für die Mehrzahl der befragten Bäuerinnen ist die Unterstützung durch die Familie oder durch externe Hilfe entscheidend, um berufliche und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen.“ Die Belastungen führen auch zur Einschränkung der sozialen Aktivitäten. Die Interviews zeigen außerdem, dass sich viele Bäuerinnen mehr Zeit für Erholung und Familie wünschen. Gleichzeitig erschweren lange Arbeitszeiten und fehlende Ersatzarbeitskräfte oft längere Erholungsphasen oder Urlaub.
Auch Bauernfamilien benötigen Kinderbetreuungseinrichtungen
“Den Druck durch die Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen zu mindern, stellt einen wesentlichen Faktor für die Betroffenen dar. So bleibt, je nach Lebenssituation, mehr Zeit für Erholung und Selbstfürsorge oder für die berufliche oder persönliche Weiterentwicklung“, so Sampt. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Einbindung der Kinder in den landwirtschaftlichen Alltag für viele Bäuerinnen ein wertvoller Teil des Familienlebens ist. Kinderbetreuung und Familienleben sind daher kein Widerspruch, sondern ergänzen einander.
Kinder gut versorgt wissen
“Kinderbetreuungseinrichtungen sind für bäuerliche Familien aber nicht nur während Arbeitsspitzen relevant, wenn große Maschinen im Einsatz sind und die Zeit drängt“, unterstreicht Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger. “58% unserer land- und forstwirtschaftlichen Betriebe werden im Nebenerwerb geführt. Das verändert die Arbeitsteilung und die Belastung für den am Hof verbleibenden Partner. Vielfach geht aber auch die Bäuerin einer außerlandwirtschaftlichen Arbeit nach und ist darauf angewiesen, ihre Kinder in der Kinderkrippe, dem Kindergarten oder im Hort gut versorgt zu wissen“, zeigt Neumann-Hartberger auf.
“Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist keine Frage einzelner Berufsgruppen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Deshalb unterstützen wir Bäuerinnen, ebenso wie die Sozialpartner:innen und die Industriellenvereinigung, den weiteren Ausbau der Elementarpädagogik ausdrücklich. Wer Vereinbarkeit stärkt, stärkt Familien, bäuerliche Betriebe und den ländlichen Raum gleichermaßen", so die Bundesbäuerin abschließend.
“Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist keine Frage einzelner Berufsgruppen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Deshalb unterstützen wir Bäuerinnen, ebenso wie die Sozialpartner:innen und die Industriellenvereinigung, den weiteren Ausbau der Elementarpädagogik ausdrücklich. Wer Vereinbarkeit stärkt, stärkt Familien, bäuerliche Betriebe und den ländlichen Raum gleichermaßen", so die Bundesbäuerin abschließend.