Mädchen und Frauen in MINT - Zukunft gestalten, Potenziale nutzen
Nachbericht von der Diskussionsveranstaltung der Sozialpartnerinnen mit der Industriellenvereinigung am 17. Februar 2026 in Wien.
“Es braucht einen MINT-Schub - und wir müssen dort ansetzen, wo Potenziale entstehen: bei Mädchen, bei Frauen und ganz besonders auch im ländlichen Raum.“ Mit diesem klaren Appell eröffnete Bundesbäuerin und LKÖ-Vizepräsidentin Irene Neumann-Hartberger ihr Statement bei der Diskussionsveranstaltung “Mädchen und Frauen in MINT - Zukunft gestalten, Potenziale nutzen“ am 17. Februar 2026 in Wien.
Gemeinsam mit Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer, Österreichischem Gewerkschaftsbund, Industriellenvereinigung und Landwirtschaftskammer Österreich stand ein Ziel im Mittelpunkt: mehr Mädchen und Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern - und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie in diesen Berufen bleiben, sich entwickeln und mitgestalten.
Gemeinsam mit Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer, Österreichischem Gewerkschaftsbund, Industriellenvereinigung und Landwirtschaftskammer Österreich stand ein Ziel im Mittelpunkt: mehr Mädchen und Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern - und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie in diesen Berufen bleiben, sich entwickeln und mitgestalten.
Ausgangslage: Großes Potenzial - viele „Lecks“
Die Zahlen zeigen deutlich, dass noch viel Potenzial ungenutzt bleibt: Der Frauenanteil unter Lehrlingen in der Industrie liegt bei 19,6%, bei MINT-Bachelor- und Diplomabschlüssen stagniert er seit Jahren bei 34%. Gleichzeitig arbeiten rund 90.000 Frauen in MINT-Berufen - vielfach hochqualifiziert, oft mit akademischem Abschluss, jedoch nicht immer in entsprechenden Positionen. In der Fachliteratur wird in diesem Zusammenhang von der “leaky pipeline“ gesprochen: Entlang des gesamten Bildungs- und Berufsweges gehen Mädchen und Frauen verloren - durch stereotype Rollenbilder, fehlende Vorbilder, strukturelle Hürden oder unzureichende Rahmenbedingungen.
Genau hier setzt der gemeinsame strategische Ansatz der Sozialpartner und der Industriellenvereinigung an.
Genau hier setzt der gemeinsame strategische Ansatz der Sozialpartner und der Industriellenvereinigung an.
Vier Workshops als Grundlage - ein gemeinsamer Abschluss
Die Veranstaltung bildete den Abschluss einer gemeinsamen Workshop-Reihe, in der entlang des Ausbildungs- und Karrierewegs gearbeitet wurde:
- frühe Interessensentwicklung und Elementarbildung
- Bildungs- und Berufsorientierung
- Um- und Weiterqualifizierung
- Arbeitsbedingungen, Zukunftsberufe und Innovationsprozesse
Der ländliche Raum als MINT-Chancenraum
Irene Neumann-Hartberger machte deutlich, wie eng MINT und moderne Landwirtschaft bereits verbunden sind: Digitalisierung, KI im Stall, am Acker und in der Diversifizierung, Präzisionslandwirtschaft, Energieproduktion und digitales Betriebsmanagement gehören längst zum Alltag.
Land- und Forstwirtschaft ist “per se MINT“.
Als Leuchtturmbeispiel nannte sie die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, die Technik und Naturwissenschaft als Ausbildungsschwerpunkte setzt, Forschung und Lehre unter einem Dach vereint und 2024 mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet wurde. Von aktuell 405 Schüler:innen sind 225 weiblich - der Frauenanteil steigt kontinuierlich.
Gerade im ländlichen Raum entstehen durch MINT-Regionen und innovative Betriebe neue Arbeitsplätze. Für Frauen bedeutet das wohnortnahe, zukunftssichere und gut bezahlte Perspektiven - insbesondere dort, wo Betriebe im Nebenerwerb geführt werden. Technisch affine Bäuerinnen können MINT-Berufe mit der Landwirtschaft verbinden - wenn flexible Modelle, Teilzeitmöglichkeiten und passende Weiterbildungsangebote vorhanden sind.
Land- und Forstwirtschaft ist “per se MINT“.
Als Leuchtturmbeispiel nannte sie die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, die Technik und Naturwissenschaft als Ausbildungsschwerpunkte setzt, Forschung und Lehre unter einem Dach vereint und 2024 mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet wurde. Von aktuell 405 Schüler:innen sind 225 weiblich - der Frauenanteil steigt kontinuierlich.
Gerade im ländlichen Raum entstehen durch MINT-Regionen und innovative Betriebe neue Arbeitsplätze. Für Frauen bedeutet das wohnortnahe, zukunftssichere und gut bezahlte Perspektiven - insbesondere dort, wo Betriebe im Nebenerwerb geführt werden. Technisch affine Bäuerinnen können MINT-Berufe mit der Landwirtschaft verbinden - wenn flexible Modelle, Teilzeitmöglichkeiten und passende Weiterbildungsangebote vorhanden sind.
Was Frauen brauchen, um zu bleiben
In der Podiumsdiskussion wurden klare Handlungsfelder benannt:
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie flächendeckende, qualitätsvolle Kinderbetreuung
- bessere Rahmenbedingungen für Väterkarenz und partnerschaftliche Care-Arbeit
- flexible und lebensphasenorientierte Weiterbildungsangebote
- gezielte Unterstützung beim zweiten Bildungsweg
- Frauenförderpläne in Betrieben mit klaren Zielsetzungen
- wertschätzende, diskriminierungsfreie Unternehmenskulturen
MINT als Zukunftsbranche für alle
MINT-Berufe prägen die Antworten auf große Fragen unserer Zeit: Digitalisierung, Klimawandel, Energie, Innovation und wirtschaftliche Transformation. Eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige und tragfähige Lösungen. Technologische Entwicklungen müssen die Perspektiven aller berücksichtigen - auch in Forschung, Innovationsprozessen und beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Das gemeinsame Ziel bleibt ambitioniert: den Frauenanteil in MINT-Abschlüssen weiter zu erhöhen und die Präsenz von Frauen in Forschung, Führung und Entwicklung deutlich zu stärken.
Oder, wie es in der Diskussion von einer Technikabsolventin selbstbewusst formuliert wurde: “Na selbstverständlich bin ich im richtigen Bereich - ohne mich geht in Zukunft gar nichts mehr.“
“Wir müssen Mädchen und Frauen für eine MINT-Karriere interessieren - und ihnen die Türen offenhalten“, mit diesem Gedanken schloss Irene Neumann-Hartberger - und mit ihm die gemeinsame Überzeugung:
MINT ist kein Frauenthema.
MINT ist ein Zukunftsthema.
Und Zukunft braucht alle - denn wo Frauen wirken, wächst Zukunft.
Das gemeinsame Ziel bleibt ambitioniert: den Frauenanteil in MINT-Abschlüssen weiter zu erhöhen und die Präsenz von Frauen in Forschung, Führung und Entwicklung deutlich zu stärken.
Oder, wie es in der Diskussion von einer Technikabsolventin selbstbewusst formuliert wurde: “Na selbstverständlich bin ich im richtigen Bereich - ohne mich geht in Zukunft gar nichts mehr.“
“Wir müssen Mädchen und Frauen für eine MINT-Karriere interessieren - und ihnen die Türen offenhalten“, mit diesem Gedanken schloss Irene Neumann-Hartberger - und mit ihm die gemeinsame Überzeugung:
MINT ist kein Frauenthema.
MINT ist ein Zukunftsthema.
Und Zukunft braucht alle - denn wo Frauen wirken, wächst Zukunft.