LK OÖ und agrarische Partner unterzeichnen Charta für partner-schaftliche Interessenvertretung

Gemeinsame Initiative für mehr Frauen in agrarpolitischen Gremien.
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Unterzeichnung Charta_LK OÖ 2026 : LK OÖ-Präsident Mag. Franz Waldenberger (v.l.), die Vorsitzende des Bäuerinnenausschusses in der LK OÖ, ÖR Johanna Haider, LK OÖ-Vizepräsidentin Rosemarie Ferstl und Kammerdirektor Mag. Karl Dietachmair präsentieren die Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung. © LK OÖ
Mit einer gemeinsamen Unterzeichnung der “Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft“ setzen die Landwirtschaftskammer Oberösterreich und zahlreiche agrarische Partner und Verbände ein deutliches Signal für eine moderne, offene und partnerschaftliche Agrarpolitik. Nachdem die Charta auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Bäuerinnen bereits 2017 auf Bundesebene unterzeichnet wurde, holen die oberösterreichischen Organisationen diesen Schritt nun bewusst nach - um frischen Schwung in das zentrale Zukunftsthema der gleichberechtigten Mitgestaltung zu bringen.
 
Die Charta versteht sich als freiwillige Selbstverpflichtung aller beteiligten Organisationen, die Gleichstellung von Frauen und Männern in agrarischen Gremien und Entscheidungsstrukturen aktiv zu fördern. Ziel ist es, den Anteil weiblicher Funktionärinnen nachhaltig zu erhöhen, ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen und die Perspektiven von Frauen und Männern gleichwertig einzubringen.
 
Gerade in der heimischen Landwirtschaft arbeiten Frauen und Männer seit jeher partnerschaftlich am Betrieb. In den öffentlichen Funktionen vieler bäuerlicher Organisationen spiegelt sich diese Realität jedoch noch zu wenig wider. Die Unterzeichnung der Charta setzt deshalb ein bewusst starkes Zeichen für mehr Vielfalt, mehr Beteiligung und bessere Entscheidungen.
 
LK-Präsident Franz Waldenberger betont die Bedeutung dieses gemeinsamen Schrittes: “Die Landwirtschaft lebt von Zusammenarbeit - und das muss sich auch in den Gremien widerspiegeln. Mit der heutigen Unterzeichnung bekennen wir uns klar dazu, mehr Frauen aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden. Gemischte Teams treffen bessere Entscheidungen, weil sie unterschiedliche Sichtweisen einbringen. Ich freue mich daher sehr, wenn künftig noch mehr Bäuerinnen Verantwortung in unseren Organisationen übernehmen.“
 
“Die Charta schafft Bewusstsein und gibt uns ein gemeinsames Ziel: Frauen sollen in agrarischen Gremien jene tragende Rolle einnehmen können, die sie längst am Betrieb innehaben. Wir wollen Frauen ermutigen, sich einzubringen, und gleichzeitig die Strukturen so gestalten, dass Mitsprache möglich und selbstverständlich wird. Die heutige Unterzeichnung ist ein starkes Zeichen und ein wichtiger Schritt nach vorne“, ergänzt Johanna Haider, Vorsitzende des Bäuerinnenausschusses in der Landwirtschaftskammer OÖ.

Unterzeichnende Organisationen in OÖ

Am 7. April 2026 haben folgende Organisationen die Charta gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer OÖ unterzeichnet:
  • Landesverband der bäuerlichen Direktvermarkter OÖ
  • BIO AUSTRIA Oberösterreich
  • Kompost Verband Oberösterreich
  • Landjugend Oberösterreich
  • Maschinenring OÖ
  • Landesverband für Schafzucht und Schafhaltung OÖ
  • Urlaub am Bauernhof OÖ
  • Landesverband der landwirtschaftlichen Wildtierhalter Oberösterreich und Salzburg
  • OÖ Verein Alm und Weide
  • GEO_OÖ Die Gemüse-, Erdäpfel- und Obstbauern OÖ
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Unterzeichnung Charta Verbände_LK OÖ (1) Die Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung wurde von zehn Verbänden in der Landwirtschaftskammer OÖ unterzeichnet. © LK OÖ

Ein gemeinsamer Auftrag

Mit der Unterzeichnung übernehmen die beteiligten Organisationen Verantwortung: Sie verpflichten sich, Schritte zu setzen, um Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar, beteiligt und wirksam in die agrarische Interessenvertretung einzubinden. Dies umfasst unter anderem familienfreundliche Sitzungsstrukturen, die faire Verteilung von Ressourcen und Aufgaben und das Ziel eines Frauenanteils von mindestens 30 Prozent in Entscheidungsprozessen, in der Führung und in allen Geschäftsbereichen.
 
Die Initiative soll einen breiten Bewusstseinsprozess unterstützen - von der Orts- bis zur Bundesebene - und sowohl Frauen als auch Männer ermutigen, Verantwortung in der agrarpolitischen Vertretung zu übernehmen.