Kärnten: Eindrücke und Gedanken von Bäuerin und Diplomingenieurin Sieglinde Pollan, die sie weltweit gesammelt hat
Der Mensch ist überall auf der Welt gleich. Er sieht nur anders aus.
Auslandsstudium und Schmetterlingsforschung in Rumänien, Praktikum im subtropischen Regenwald in Brasilien, Mitarbeit in einem Genetiklabor in Schweden, Amphibienkartierungen im Gailtal, Sprachkurse in Budapest, Bovec und Lissabon und ein Abschluss an der BOKU Wien, an der Uni Bologna und noch vieles mehr: Internationaler kann ein Leben wohl nicht geführt werden.
Sieglinde Pollan ist nach einem sehr abwechslungsreichen Leben seit 2022 Pächterin des elterlichen Bauernhofes in Hohenthurn und meint: „Jetzt bin ich in meinem Rhythmus ankommen und kann meine eigene Chefin sein :-). Ich liebe die Abwechslung zwischen der Sommersaison mit Gästen aus aller Welt, Begegnungen und vielen neuen Eindrücken und die Zeit der Pause, in welcher ich Deutsch als Fremdsprache unterrichte, viele neue Freundschaften knüpfe und Zeit zum Reisen habe. Meine besten Freunde waren schon seit meiner Kindheit die Tiere und nun kann ich auch meine Ausbildung in tiergestützter Pädagogik am Hof ausüben. Unser Hof ist sehr vielfältig, wir bieten Schule am Bauernhof an, sind seit den 90iger Jahren ein Bio-Hof und seit kurzem auch Teil der christlichen Gästehäuser Österreichs.“
Sieglinde Pollan ist nach einem sehr abwechslungsreichen Leben seit 2022 Pächterin des elterlichen Bauernhofes in Hohenthurn und meint: „Jetzt bin ich in meinem Rhythmus ankommen und kann meine eigene Chefin sein :-). Ich liebe die Abwechslung zwischen der Sommersaison mit Gästen aus aller Welt, Begegnungen und vielen neuen Eindrücken und die Zeit der Pause, in welcher ich Deutsch als Fremdsprache unterrichte, viele neue Freundschaften knüpfe und Zeit zum Reisen habe. Meine besten Freunde waren schon seit meiner Kindheit die Tiere und nun kann ich auch meine Ausbildung in tiergestützter Pädagogik am Hof ausüben. Unser Hof ist sehr vielfältig, wir bieten Schule am Bauernhof an, sind seit den 90iger Jahren ein Bio-Hof und seit kurzem auch Teil der christlichen Gästehäuser Österreichs.“
Internationale Lebensweise mit Wurzeln in Kärnten
„Unsere Küche war immer ein bunter Ort der Begegnung. Beim Essen wurden verschiedene Sprachen gesprochen, was sich aus unserer Lage am Dreiländereck ergibt, ein seltenes Zusammenfließen von drei großen Sprachgebieten: dem Deutschen, dem Romanischen und dem Slawischen. Gäste aus nah und fern zu bewirten und willkommen zu heißen, war schon für meine Großmutter eine Selbstverständlichkeit und von Kindheit an, war ich mitten drin. So konnte ich bereits mit 5 Jahren auf Italienisch nach den Frühstückswünschen unserer Gäste fragen oder lauschte gespannt der Muttersprache meiner Großeltern, dem slowenischen Gailtaler Dialekt.
“ Sieglinde hat an der BOKU Wien und an der Uni Bologna ihr Doppeldiplom in Internationalen Gartenbau abgeschlossen. Zahlreiche Studienreisen und Praktika ließen sie weltweit Einblick in unterschiedlichste Bereiche der Landwirtschaft und Forschung erlangen. Auf die Frage: Was hat dich am meisten beeindruckt und geprägt, sagt Sieglinde: „Die rumänische Herangehensweise, sowohl in der Forschung als auch in der Umsetzung von Landwirtschaft, hat mich sehr beeindruckt. Ich habe sehr viel Sensibilität für Artenvielfalt erlebt.“ Selbstversorgung und kleine Strukturen sind in vielen ländlichen Regionen Rumäniens laut Sieglinde noch gelebte Praxis. Schon vom Flugzeug aus kann man die Schafhirten mit ihren Herden beobachten. Tiere werden vielmals ganz frei gehalten und im Gegensatz zur westlichen Tierhaltung erlebt diese regionale und im Kleinen geführte Tierhaltung einen Boom: Schafe, Ziegen und Esel gehen mit ihren Hirten tagsüber zu Weideplätzen (manchmal sogar nur mit den Hütehunden) und kommen abends wieder zurück auf die Höfe, ebenfalls rund um Großstädte, wie z.B um Klausenburg. Auch bei uns geht das: Sieglindes Hühner bewegen sich ganz frei am Hof und im Garten. Nur selten verirrt sich eines zu den Nachbarn. Anfang Herbst, wenn die Vegetation weniger üppig ist, dürfen auch ihre älteren Eseldamen oftmals frei auf den Feldern rund um den Hof grasen. Sie kommen nach einiger Zeit von alleine wieder nach Hause.
In Rumänien, aber auch in Sri Lanka oder Brasilien, erzählt Sieglinde, wird auf Zusammenhalt und Austausch sehr viel Wert gelegt.
Auch hat sie weltweit industrielle Landwirtschaft gesehen und festgestellt, dass durch starke Profitorientierung und Monopolisierung vieles verloren geht. Nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Qualität der Produkte gibt es große Unterschiede. Sie schätzt die lokalen und regionalen Produkte kleiner Betriebe, die sie persönlich kennt. Auf allen Seiten des Dreiländerecks gibt es zum Glück dieses Angebot, das sie gerne ihren Gästen weiterempfiehlt.
“ Sieglinde hat an der BOKU Wien und an der Uni Bologna ihr Doppeldiplom in Internationalen Gartenbau abgeschlossen. Zahlreiche Studienreisen und Praktika ließen sie weltweit Einblick in unterschiedlichste Bereiche der Landwirtschaft und Forschung erlangen. Auf die Frage: Was hat dich am meisten beeindruckt und geprägt, sagt Sieglinde: „Die rumänische Herangehensweise, sowohl in der Forschung als auch in der Umsetzung von Landwirtschaft, hat mich sehr beeindruckt. Ich habe sehr viel Sensibilität für Artenvielfalt erlebt.“ Selbstversorgung und kleine Strukturen sind in vielen ländlichen Regionen Rumäniens laut Sieglinde noch gelebte Praxis. Schon vom Flugzeug aus kann man die Schafhirten mit ihren Herden beobachten. Tiere werden vielmals ganz frei gehalten und im Gegensatz zur westlichen Tierhaltung erlebt diese regionale und im Kleinen geführte Tierhaltung einen Boom: Schafe, Ziegen und Esel gehen mit ihren Hirten tagsüber zu Weideplätzen (manchmal sogar nur mit den Hütehunden) und kommen abends wieder zurück auf die Höfe, ebenfalls rund um Großstädte, wie z.B um Klausenburg. Auch bei uns geht das: Sieglindes Hühner bewegen sich ganz frei am Hof und im Garten. Nur selten verirrt sich eines zu den Nachbarn. Anfang Herbst, wenn die Vegetation weniger üppig ist, dürfen auch ihre älteren Eseldamen oftmals frei auf den Feldern rund um den Hof grasen. Sie kommen nach einiger Zeit von alleine wieder nach Hause.
In Rumänien, aber auch in Sri Lanka oder Brasilien, erzählt Sieglinde, wird auf Zusammenhalt und Austausch sehr viel Wert gelegt.
Auch hat sie weltweit industrielle Landwirtschaft gesehen und festgestellt, dass durch starke Profitorientierung und Monopolisierung vieles verloren geht. Nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Qualität der Produkte gibt es große Unterschiede. Sie schätzt die lokalen und regionalen Produkte kleiner Betriebe, die sie persönlich kennt. Auf allen Seiten des Dreiländerecks gibt es zum Glück dieses Angebot, das sie gerne ihren Gästen weiterempfiehlt.
Ort der Begegnung
Sieglinde hat Freundschaften in der ganzen Welt. Am elterlichen Bauernhof in Hohenthurn werden Ferienwohnungen vermietet, Tiere wie Esel, Hühner, Katzen und Kaninchen wohnen seit Generationen am Hof, Obst von dem prämierten Streuobstgarten, wird zu Saft, Marmelade und Likören verarbeitet, Biodiversität auf den extensiv bewirtschaften Felder gepflegt und der Wald nachhaltig bewirtschaftet.
Sieglinde möchte den Hof als Ort der Begegnung gestalten. „Natürlich muss ich mit den Einnahmen von Urlaub am Bauernhof für die Erhaltung des Hofes aufkommen. Freunde aus der ganzen Welt und Menschen mit besonderen Bedürfnissen finden bei mir immer eine offene Tür. Alle zwei Wochen findet ein Bibelkreis bei uns am Hof statt und ich bin Mesnerin in unserer Kirche in Hohenthurn. Auch aus diesem Wirkungsfeld entstehen sehr wertvolle Verbindungen.“ Außerdem unterrichtet Sieglinde an der Volkshochschule Villach seit einigen Jahren Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.
Abschließend meint Sieglinde: „Ich bin sehr dankbar für alles, was Gott mir geschenkt hat und womit er mich täglich auf meinem Hof segnet und diese Freude möchte ich mit den Menschen, denen ich begegne, teilen“.
Sieglinde möchte den Hof als Ort der Begegnung gestalten. „Natürlich muss ich mit den Einnahmen von Urlaub am Bauernhof für die Erhaltung des Hofes aufkommen. Freunde aus der ganzen Welt und Menschen mit besonderen Bedürfnissen finden bei mir immer eine offene Tür. Alle zwei Wochen findet ein Bibelkreis bei uns am Hof statt und ich bin Mesnerin in unserer Kirche in Hohenthurn. Auch aus diesem Wirkungsfeld entstehen sehr wertvolle Verbindungen.“ Außerdem unterrichtet Sieglinde an der Volkshochschule Villach seit einigen Jahren Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.
Abschließend meint Sieglinde: „Ich bin sehr dankbar für alles, was Gott mir geschenkt hat und womit er mich täglich auf meinem Hof segnet und diese Freude möchte ich mit den Menschen, denen ich begegne, teilen“.