Internationale Bäuerinnen - Frauen gestalten die Zukunft der Landwirtschaft
Frauen spielen weltweit eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft. Im Rahmen eines Projekts von Studentinnen der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) in Wien, wurden unter dem Titel “Internationale Bäuerinnen“ Interviews mit zwei Bäuerinnen aus unterschiedlichen EU-Staaten geführt und dabei Einblicke in deren Berufsalltag, Herausforderungen und ihre Sicht auf die Zukunft von Frauen in der Landwirtschaft erhalten.
Ernestina Lüdecke - Nachhaltige Landwirtschaft in Spanien
Ernestina Lüdecke bewirtschaftet die Dehesa San Francisco in Andalusien, einen rund 700 ha großen Betrieb mit agro-silvo-pastoraler Bewirtschaftung. Auf dem Betrieb werden einheimische Rinderrassen, Iberico-Schweine und Merinoschafe gehalten. Die extensive Tierhaltung wird mit Naturschutz und nachhaltiger Landbewirtschaftung kombiniert.
Im Interview betonte Ernestina, dass Frauen in der spanischen Landwirtschaft zunehmend sichtbar werden und immer häufiger Führungspositionen übernehmen. Besonders in der Tierhaltung seien Frauen stark vertreten. Sie sieht die Zukunft der Landwirtschaft eng mit ökologischen, nachhaltigen und sozialverträglichen Konzepten verbunden. Ihrer Meinung nach wird die Anerkennung von Frauen automatisch gestärkt, wenn Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung stärker in den Mittelpunkt rücken.
Jungen Frauen empfiehlt sie, ihre berufliche Zukunft mit nachhaltigen Landwirtschaftskonzepten zu verbinden und ihre Rolle aktiv mitzugestalten.
Cara Cameron - Bildung und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg
Cara Cameron stammt aus Schottland, ist Landwirtin und Agrarbildnerin sowie Gründerin von Lochview Rural Training. Für sie sind Bildung, Weiterbildung und der Aufbau von Netzwerken entscheidende Faktoren für den Erfolg in der Landwirtschaft.
Als größte Herausforderungen für Frauen nennt sie den Zugang zu Land, Finanzierungsmöglichkeiten und beruflichen Chancen, insbesondere in ländlichen Regionen. Obwohl die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft zunehmend anerkannt wird, sieht sie weiterhin die Notwendigkeit, veraltete Rollenbilder zu überwinden.
Cara wünscht sich mehr Sichtbarkeit für Frauen als Betriebsleiterinnen, Unternehmerinnen, Ausbildnerinnen und Führungspersönlichkeiten. Ihrer Ansicht nach können Auszeichnungen, Fachveranstaltungen und Weiterbildungsangebote dazu beitragen, die Leistungen von Frauen stärker hervorzuheben.
Ihr Rat an junge Frauen lautet: an sich selbst glauben, Chancen nutzen und den eigenen Weg mutig gehen.
Gemeinsamkeiten der beiden Bäuerinnen
Obwohl Ernestina Lüdecke und Cara Cameron in unterschiedlichen Ländern leben und arbeiten, zeigen ihre Aussagen viele Gemeinsamkeiten. Beide betonen die Bedeutung von Bildung und Weiterentwicklung, sehen Frauen als wichtige Entscheidungsträgerinnen in der Landwirtschaft und möchten junge Frauen dazu ermutigen, selbstbewusst ihren Platz in der Branche einzunehmen.
Außerdem wird deutlich, dass Frauen heute in vielen Bereichen der Landwirtschaft Verantwortung übernehmen - von der Betriebsführung über die Tierhaltung bis hin zur Ausbildung und Unternehmensentwicklung. Beide Interviewpartnerinnen sind überzeugt, dass Frauen eine wichtige Rolle für die Zukunft der Landwirtschaft spielen.
Fazit
Die Interviews zeigen, dass sich die Rolle der Frau in der Landwirtschaft in Europa positiv entwickelt. Frauen übernehmen zunehmend Verantwortung, leiten Betriebe und gestalten die Zukunft der Landwirtschaft aktiv mit. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich Anerkennung, Zugang zu Ressourcen und Sichtbarkeit.
Die Erfahrungen von Ernestina Lüdecke und Cara Cameron machen deutlich, dass Bildung, Nachhaltigkeit, Engagement und Selbstvertrauen wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft von Frauen in der Landwirtschaft sind.