Bundesbäuerinnentag 2026: “Regional verwurzelt, international vernetzt“
Was Bäuerinnen brauchen, um wirken zu können.
Der diesjährige Bundesbäuerinnentag, ausgerichtet von den Bäuerinnen Vorarlberg im Festsaal des Montforthauses in Feldkirch, stand im Zeichen der Herausforderungen, denen Frauen in der Land- und Forstwirtschaft gegenüberstehen und dem Internationalen Jahr der Bäuerin, mit dem die Vereinten Nationen auf die Situation dieser Frauen weltweit und ihre Bedürfnisse aufmerksam machen.
“Ohne euch würde dieses Land nicht funktionieren“, erklärte Irene Neumann-Hartberger den 700 Bäuerinnen beim diesjährigen Bundesbäuerinnentag ganz klar und verwies auf die unzähligen Leistungen der Frauen auf den Bauernhöfen - oft als selbstverständlich erachtet und im Hintergrund erledigt. Es sind Aufgaben, die bedeutsam sind, die Wirkung auf die Regionen, die Gesellschaft und darüber hinaus haben. “Deshalb braucht es unsere Stimme. Unsere Sichtbarkeit. Und unsere selbstbestimmte Mitgestaltung“, so Neumann-Hartberger. “Dieses Internationale Jahr der Bäuerin ist ein Auftrag an uns selbst, an die Politik und die Gesellschaft.“
“Ohne euch würde dieses Land nicht funktionieren“, erklärte Irene Neumann-Hartberger den 700 Bäuerinnen beim diesjährigen Bundesbäuerinnentag ganz klar und verwies auf die unzähligen Leistungen der Frauen auf den Bauernhöfen - oft als selbstverständlich erachtet und im Hintergrund erledigt. Es sind Aufgaben, die bedeutsam sind, die Wirkung auf die Regionen, die Gesellschaft und darüber hinaus haben. “Deshalb braucht es unsere Stimme. Unsere Sichtbarkeit. Und unsere selbstbestimmte Mitgestaltung“, so Neumann-Hartberger. “Dieses Internationale Jahr der Bäuerin ist ein Auftrag an uns selbst, an die Politik und die Gesellschaft.“
Was Bäuerinnen brauchen, um wirken zu können
Basierend auf den Ergebnissen einer Mitgliederbefragung haben einige Kernthemen ergeben, wo sich Bäuerinnen Veränderungen wünschen. Hohe Arbeitsbelastung, viel Verantwortung und eine unzureichende Absicherung belasten die heimischen Bäuerinnen besonders. Daher brauchen sie Rahmenbedingungen, die kostendeckendes Wirtschaften ermöglichen, wie faire Preise und einfache, zugängliche Förderungen, damit sie weiterhin Verantwortung für Einkommen und Zukunft tragen können. Bildungsangebote über Recht, Finanzen, Betriebsführung, Digitalisierung sind die Schlüssel zu Kompetenz und Absicherung und müssen für alle erreichbar sein. Weiters gilt es die Gesundheit der Frauen und die von ihnen geleistete Care-Arbeit abzusichern und bürokratische Hürden abzubauen sowie die Weitergabe von Wissen über die Landwirtschaft an Kinder und Konsument:innen konsequent auszubauen, um daraus Wertschöpfung genieren zu können. Besonders wichtig sind laut Neumann-Hartberger, Gleichstellung und Mitbestimmung, die an Tempo verloren haben. “Deshalb braucht es jetzt klare Schritte. Die Gleichstellung der Bäuerinnen ist kein Randthema. Sie ist eine Voraussetzung für die Zukunft unserer Höfe und Regionen. Wir sind viele - und wir wirken gemeinsam. Und wo wir wirken, wächst Zukunft“, gab Neumann-Hartberger den Frauen abschließend mit auf den Weg.
Totschnig: Es ist ein Auftrag, die Rolle der Frau in der Landwirtschaft zu stärken
Die Landwirtschaft sieht sich großen Herausforderungen gegenüber - globale Krisen, der Klimawandel, große Reformen in der EU. Im Hinblick darauf sei es entscheiden, Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen. Dazu brauche es Kontinuität in den Budgets, Entlastung bei Bürokratie und Betriebskosten und Unterstützung für starke Regionen. „“Wir wollen die Versorgung in Österreich sichern, Das ist unser wichtiger Auftrag in der Agrarpolitik bei den anstehenden Budgetverhandlungen“, betonte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig bei seiner Rede.
Für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe seien Qualität und Innovation entscheidend - größte Treiber dafür sind die Frauen. In Österreich gibt es auch noch eine lebendige Kleinstruktur der Betriebe, die erhalten bleiben soll. “Das heißt, ein agrarpolitischer Auftrag muss sein, dass wir Betriebsführer:innen stärken. Und genau das werden wir machen, bei der Gestaltung der kommenden Agrarpolitik“, so Totschnig. Um die Position der Frauen auf den Höfen gezielt unterstützen zu können, werden 35.000 Bäuerinnen in einer Studie nach ihrer Perspektive befragt, nach Lebens- und Arbeitsrealität. Ihre Anregungen und Inputs sollen in Familien- und Sozialpolitik einfließen.
Das Internationale Jahr der Bäuerin wird auch mit einer Kampagne des BMLUK begleitet. Unter dem Motto “Bäuerinnen im Fokus“ werden Videos auf Social Media gepostet. In Interviews werden Bäuerinnen aus ihrer Lebensrealität berichten und erzählen, wie sie Herausforderungen bewältigen. “Wir brauchen mehr weibliche Kompetenz, mehr weibliches Engagement in der Diskussion. Dann werden wir unsere Zukunft so gestalten, dass die Landwirtschaft stark ist, dass wir eine Zukunft haben“, so Totschnig abschließend.
Für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe seien Qualität und Innovation entscheidend - größte Treiber dafür sind die Frauen. In Österreich gibt es auch noch eine lebendige Kleinstruktur der Betriebe, die erhalten bleiben soll. “Das heißt, ein agrarpolitischer Auftrag muss sein, dass wir Betriebsführer:innen stärken. Und genau das werden wir machen, bei der Gestaltung der kommenden Agrarpolitik“, so Totschnig. Um die Position der Frauen auf den Höfen gezielt unterstützen zu können, werden 35.000 Bäuerinnen in einer Studie nach ihrer Perspektive befragt, nach Lebens- und Arbeitsrealität. Ihre Anregungen und Inputs sollen in Familien- und Sozialpolitik einfließen.
Das Internationale Jahr der Bäuerin wird auch mit einer Kampagne des BMLUK begleitet. Unter dem Motto “Bäuerinnen im Fokus“ werden Videos auf Social Media gepostet. In Interviews werden Bäuerinnen aus ihrer Lebensrealität berichten und erzählen, wie sie Herausforderungen bewältigen. “Wir brauchen mehr weibliche Kompetenz, mehr weibliches Engagement in der Diskussion. Dann werden wir unsere Zukunft so gestalten, dass die Landwirtschaft stark ist, dass wir eine Zukunft haben“, so Totschnig abschließend.
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Was beschäftigt Bäuerinnen in der Schweiz, in Deutschland und in Südtirol?
Eine Gesprächsrunde mit den Vorsitzenden der deutschsprachigen Bäuerinnen- und Landfrauenverbände - Anne Challandes (CH), Antonia Egger-Mair (Südtirol) und Petra Bentkämper (Dt) -, hat gezeigt, die Herausforderungen der Bäuerinnen in unseren Nachbarländern ähnlich sind: Altersabsicherung, zunehmende Bürokratisierung, Mehrfachbelastung, aber auch die Entwicklung der Betriebsmittel- und der Erzeugerpreise werfen die Frage auf, wie es weitergehen soll, ob es weitergehen kann.
Die Schweiz geht dabei ihren eigenen Weg: Ab 1.01.2027 werden Direktzahlungen mit der sozialen Absicherung für den mitarbeitenden Partner/die Partnerin gekoppelt. “Es ist eine minimale Lösung und das erste Mal, das ein sozialer Aspekt in einem Agrargesetz verankert wird“, so Anne Challandes. “Aber es braucht auch Diskussionen über das Güterrecht und weitere Aspekte.“
Wie wichtig es ist, die Landwirtschaft mit anderen Sektoren zu vernetzen, wurde bei der 5. Internationalen Frauentagung 2025 in Bozen deutlich. Antonia Egger-Mair:
Bildungseinrichtungen, Forschungsinstitute, etc. mit Bäuerinnen- und Bauernverbänden zusammenzubringen, hat uns einen Blick von außen ermöglicht und die Landwirtschaft bekannt gemacht. Die Ergebnisse aus den Workshops wurden politischen Vertretern vorgetragen, eine Resolution an den Landeshauptmann übergeben. Das hat uns viel Aufmerksamkeit gebracht und war Vorarbeit für das Internationale Jahr der Bäuerin.“
Bäuerinnen brauchen aber auch soziale Absicherung. “Obwohl die Gleichstellung in der GAP 2023-27 erstmals verankert wurde, spiegelt die Förderarchitektur die Lebenswirklichkeit der Frauen nicht wider“, so Petra Bentkämper. “Gendermainstreaming muss in allen Phasen der Agrarprogrammierung verbindlich verankert werden. Zudem braucht es ein Gendertracking, um zu wissen, ob die Maßnahmen auch wirklich bei den Frauen ankommen sowie Parität in den Gremien.“
Auch auf die Frage, was sicherstellt, dass Frauen gerne Bäuerinnen bleiben, waren sich die Präsidentinnen einig: Solidarität, Wertschätzung von Familie und Gesellschaft, eine gerechte Bezahlung, Selbstbestimmung und Chancengleichheit.
Die Schweiz geht dabei ihren eigenen Weg: Ab 1.01.2027 werden Direktzahlungen mit der sozialen Absicherung für den mitarbeitenden Partner/die Partnerin gekoppelt. “Es ist eine minimale Lösung und das erste Mal, das ein sozialer Aspekt in einem Agrargesetz verankert wird“, so Anne Challandes. “Aber es braucht auch Diskussionen über das Güterrecht und weitere Aspekte.“
Wie wichtig es ist, die Landwirtschaft mit anderen Sektoren zu vernetzen, wurde bei der 5. Internationalen Frauentagung 2025 in Bozen deutlich. Antonia Egger-Mair:
Bildungseinrichtungen, Forschungsinstitute, etc. mit Bäuerinnen- und Bauernverbänden zusammenzubringen, hat uns einen Blick von außen ermöglicht und die Landwirtschaft bekannt gemacht. Die Ergebnisse aus den Workshops wurden politischen Vertretern vorgetragen, eine Resolution an den Landeshauptmann übergeben. Das hat uns viel Aufmerksamkeit gebracht und war Vorarbeit für das Internationale Jahr der Bäuerin.“
Bäuerinnen brauchen aber auch soziale Absicherung. “Obwohl die Gleichstellung in der GAP 2023-27 erstmals verankert wurde, spiegelt die Förderarchitektur die Lebenswirklichkeit der Frauen nicht wider“, so Petra Bentkämper. “Gendermainstreaming muss in allen Phasen der Agrarprogrammierung verbindlich verankert werden. Zudem braucht es ein Gendertracking, um zu wissen, ob die Maßnahmen auch wirklich bei den Frauen ankommen sowie Parität in den Gremien.“
Auch auf die Frage, was sicherstellt, dass Frauen gerne Bäuerinnen bleiben, waren sich die Präsidentinnen einig: Solidarität, Wertschätzung von Familie und Gesellschaft, eine gerechte Bezahlung, Selbstbestimmung und Chancengleichheit.