Bäuerinnen gestalten Zukunft - von Österreich bis Afrika

Beim Online-Format “Bäuerinnen im Talk“ trafen sich 62 engagierte Bäuerinnen aus ganz Österreich zu einem inspirierenden Austausch. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig bäuerliches Engagement ist - am eigenen Hof, in Kooperationen für die Tierhaltung und sogar über Kontinente hinweg.

Was Bäuerinnen an einem ganz normalen Tag leisten

Schon zu Beginn wurde sichtbar, wie vielseitig der bäuerliche Alltag ist. Auf die Frage im Chat, was die Teilnehmerinnen an diesem Tag bereits für ihren Betrieb oder ihre Tiere getan haben, kamen zahlreiche Antworten: Kühe melken, Kälber füttern, Pferdeboxen ausmisten, Eier abnehmen, Buchhaltung erledigen oder den Hofladen vorbereiten. Diese spontane Sammlung machte eindrucksvoll sichtbar, wie viel täglich auf den Höfen geleistet wird.

Verantwortung übernehmen und Landwirtschaft sichtbar machen

Landesbäuerin und Vizepräsidentin Helga Brunschmid betonte in ihrer Begrüßung die große Verantwortung, die Bäuerinnen tragen - für Tiere, Betriebe, Familien und für die Zukunft der Landwirtschaft. Gerade im Internationalen Jahr der Bäuerin sei es wichtig, sichtbar zu machen, was Frauen auf den Höfen leisten und wo es auch in Zukunft Verbesserungen braucht. Für viele beginne Engagement in der Bäuerinnenorganisation - und entwickle sich weiter zu Verantwortung in Gremien und Interessenvertretung.

Praxis vom Hof: Tierhaltung mit Leidenschaft

Einen praxisnahen Einblick gab Dolores Angerer, Milchbäuerin aus Tirol. Gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaftet sie einen Betrieb mit Milchvieh und Legehennen sowie Direktvermarktung und Christbaumverkauf. Ein persönlicher Wendepunkt war für sie der Lehrgang “Plötzlich Bäuerin“, der ihr vor allem durch das Netzwerk und den Austausch mit anderen Frauen neue Perspektiven eröffnete. Besonders wichtig sei ihr, selbst Einblicke in den Hofalltag zu geben und damit ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln.

Tierhaltung verstehen: Fakten und Einblicke aus Österreich

Anschließend gaben Johanna Prodinger und Stefanie Zottl Einblicke in die Arbeit der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ) und der Kommunikationsinitiative Stadt.Land.Tier. Die Nutztierhaltung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: 15,6 Mrd. Euro Produktionswert und rund 182.000 Arbeitsplätze zeigen ihre große Bedeutung für Österreich. Gleichzeitig sei Kommunikation entscheidend, denn Tierhaltung polarisiert. Mit der Plattform Stadt.Land.Tier geben Bäuerinnen und Bauern selbst Einblicke in ihre Arbeit und schaffen damit mehr Verständnis für Landwirtschaft.

Engagement über Kontinente hinweg

Einen besonders bewegenden Beitrag brachte Isabella Zauscher, Bäuerin aus Tirol, die sich seit Jahren für ein Schulprojekt im ugandischen Dorf Kabirago engagiert. Seit 2018 wurden dort Schulgebäude für über 300 Kinder errichtet, zusätzlich entsteht gerade ein Internat. Bildung soll den Kindern und Familien neue Perspektiven eröffnen und langfristig die Lebensbedingungen verbessern.

Was von diesem Abend bleibt

Der Abend machte deutlich:

Engagement beginnt bei mir selbst.
Sichtbarkeit stärkt Betriebe.
Kooperation schafft Wirkung.
Und Verantwortung endet nicht an Landesgrenzen.

 

Oder wie es zum Abschluss treffend formuliert wurde: “Wo Frauen wirken, wächst Zukunft.“

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