1. Summit der neu gegründeten Allianz gegen Lebensmittelverschwendung und Armut
130 Teilnehmer:innen diskutierten im SkyDome über ganzheitliche Nachhaltigkeit.
Eröffnet wurde der Allianz Summit von der Geschäftsführerin der Tafel Österreich, Alexandra Gruber. Sie hob das große Potenzial der neuen Allianz hervor - insbesondere ihren dreidimensionalen Ansatz: Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung bzw. Umverteilung an karitative Organisationen werden aus dem Blickwinkel ganzheitlicher Nachhaltigkeit (sozial, ökologisch und ökonomisch gemeinsam) und entlang der gesamten Wertschöpfungskette diskutiert und gemeinsam umgesetzt.
Schon jetzt sind mehr als 40 Verbände, Unternehmen, Städte und Gemeinden der Einladung der Tafel Österreich gefolgt, um durch Zusammenarbeit mehr Wirkung gegen Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und gegen Ernährungsarmut zu erreichen.
In seiner Key Note hob Martin Frick vom UN Welternährungsprogramm (WFP) die globalen Zusammenhänge unserer Ernährungssysteme hervor und zeigte auf, welche weltweiten “Schocks“ (Covid-Pandemie, Ukraine-Krieg, Schließung der Straße von Hormus) diese in den vergangenen Jahren in ihren Grundfesten erschüttert haben. Weltweit leiden dadurch so viele Menschen wie nie zuvor - mehr als 670 Mio. - unter Ernährungsarmut.
Selbst in Österreich sind 1,1 Mio. Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen, in der EU sind es 33 Mio., wie Ignazio Corrao von der European Food Bank Federation (FEBA) in seiner Key Note hervorhob. Gleichzeitig wird immer noch ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen, in der EU entspricht das 59 Mio. t. Auch im Sinne der SDGs sind Regierungen weltweit aufgerufen, den Hunger in der Welt zu beenden und dafür genügend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Welche Entwicklungen auf EU-Ebene - insbesondere im Hinblick auf die multi-annual financial framework (MFF) - bezüglich Budget und Inhalte auf uns zukommen, beleuchtete Corrao ebenfalls. Dabei verwies er auch auf Chancen, etwa die Revised Waste Framework Directive mit verbindlichen EU-Food-Waste-Reduktionszielen oder den Global Food Donation Policy Atlas, der in Kürze auch für Österreich publiziert wird.
Danach nutzten die Teilnehmer:innen die Pause sowie die darauffolgenden 14 World-Café-Tische zum Vernetzen, Diskutieren und Entwickeln neuer Ideen. Die Themen reichten von Kreislaufwirtschaft, Ernährungsarmut und SDGs über Landwirtschaft, Produktion, Handel und Gemeinschaftsverpflegung bis zu Konsument:innenfragen. Dabei zeigte sich die große fachliche Vielfalt der Teilnehmer:innen als wertvolle Grundlage für Perspektivenwechsel und innovative Lösungsansätze. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse aller World-Café-Tische kurz im großen Plenum vorgestellt.
Schon jetzt sind mehr als 40 Verbände, Unternehmen, Städte und Gemeinden der Einladung der Tafel Österreich gefolgt, um durch Zusammenarbeit mehr Wirkung gegen Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und gegen Ernährungsarmut zu erreichen.
In seiner Key Note hob Martin Frick vom UN Welternährungsprogramm (WFP) die globalen Zusammenhänge unserer Ernährungssysteme hervor und zeigte auf, welche weltweiten “Schocks“ (Covid-Pandemie, Ukraine-Krieg, Schließung der Straße von Hormus) diese in den vergangenen Jahren in ihren Grundfesten erschüttert haben. Weltweit leiden dadurch so viele Menschen wie nie zuvor - mehr als 670 Mio. - unter Ernährungsarmut.
Selbst in Österreich sind 1,1 Mio. Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen, in der EU sind es 33 Mio., wie Ignazio Corrao von der European Food Bank Federation (FEBA) in seiner Key Note hervorhob. Gleichzeitig wird immer noch ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen, in der EU entspricht das 59 Mio. t. Auch im Sinne der SDGs sind Regierungen weltweit aufgerufen, den Hunger in der Welt zu beenden und dafür genügend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Welche Entwicklungen auf EU-Ebene - insbesondere im Hinblick auf die multi-annual financial framework (MFF) - bezüglich Budget und Inhalte auf uns zukommen, beleuchtete Corrao ebenfalls. Dabei verwies er auch auf Chancen, etwa die Revised Waste Framework Directive mit verbindlichen EU-Food-Waste-Reduktionszielen oder den Global Food Donation Policy Atlas, der in Kürze auch für Österreich publiziert wird.
Danach nutzten die Teilnehmer:innen die Pause sowie die darauffolgenden 14 World-Café-Tische zum Vernetzen, Diskutieren und Entwickeln neuer Ideen. Die Themen reichten von Kreislaufwirtschaft, Ernährungsarmut und SDGs über Landwirtschaft, Produktion, Handel und Gemeinschaftsverpflegung bis zu Konsument:innenfragen. Dabei zeigte sich die große fachliche Vielfalt der Teilnehmer:innen als wertvolle Grundlage für Perspektivenwechsel und innovative Lösungsansätze. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse aller World-Café-Tische kurz im großen Plenum vorgestellt.
Anneliese Schippani war als Bäuerin und Schule-am-Bauernhof-Anbieterin Gastgeberin eines Round Tables
“Lebensmittelkompetenz beginnt mit dem Verstehen, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt werden. Beim Allianz Summit wurde deutlich, wie wichtig praxisnahe Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sind. Schule-am-Bauernhof-Betriebe, Seminarbäuerinnen und die Aktionstage der Bäuerinnen in Volksschulen schaffen Begegnungen mit der Landwirtschaft, vermitteln Wissen und fördern die Wertschätzung von Lebensmitteln. Wer Lebensmittel wertschätzt, geht auch bewusster mit ihnen um und trägt dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden“, so Schippani.
Am Abend widmete sich eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion unter der Moderation von Karin Bauer der Frage: “Ganzheitliche Nachhaltigkeit - Fakt oder Fiktion?”.
Diskutiert haben Martin Frick (WFP), Alexandra Gruber (Die Tafel Österreich), Markus Hollendohner (FSW), Johannes Tintner-Olifiers (EY denkstatt), Karin Huber-Heim (Circular Economy Forum Austria) und Hanni Rützler (futurefoodstudio). Im Zentrum stand die Frage, wie realistisch es ist, ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Erfolg gemeinsam wachsen zu lassen.
Hanni Rützler eröffnete das Panel mit einem historischen Blick auf die Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs. Anschließend vertiefte Martin Frick die Perspektive auf globale Ernährungssysteme, gefolgt von Perspektiven zu den Bereichen Obdach- und Wohnungslosigkeit (Markus Hollendohner), Klimawandel (Johannes Tintner-Olifiers) und Kreislaufwirtschaft (Karin Huber-Heim). Einig waren sich alle Expert:innen, dass es an systemischem Denken, aber auch an langfristigen Plänen und Strategien fehlt, um komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Herausforderungen ganzheitlich anzugehen und zu lösen. Trotz aller Schwierigkeiten endete die Diskussion mit einem positiven Blick in die Zukunft: Jede:r Einzelne kann mehr Einfluss auf unsere Ernährung, das Klima und gesellschaftliche Entwicklungen nehmen, als es uns selbst oft bewusst ist.
Diskutiert haben Martin Frick (WFP), Alexandra Gruber (Die Tafel Österreich), Markus Hollendohner (FSW), Johannes Tintner-Olifiers (EY denkstatt), Karin Huber-Heim (Circular Economy Forum Austria) und Hanni Rützler (futurefoodstudio). Im Zentrum stand die Frage, wie realistisch es ist, ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Erfolg gemeinsam wachsen zu lassen.
Hanni Rützler eröffnete das Panel mit einem historischen Blick auf die Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs. Anschließend vertiefte Martin Frick die Perspektive auf globale Ernährungssysteme, gefolgt von Perspektiven zu den Bereichen Obdach- und Wohnungslosigkeit (Markus Hollendohner), Klimawandel (Johannes Tintner-Olifiers) und Kreislaufwirtschaft (Karin Huber-Heim). Einig waren sich alle Expert:innen, dass es an systemischem Denken, aber auch an langfristigen Plänen und Strategien fehlt, um komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Herausforderungen ganzheitlich anzugehen und zu lösen. Trotz aller Schwierigkeiten endete die Diskussion mit einem positiven Blick in die Zukunft: Jede:r Einzelne kann mehr Einfluss auf unsere Ernährung, das Klima und gesellschaftliche Entwicklungen nehmen, als es uns selbst oft bewusst ist.
Faktenblock
Mit ihren agrarpädagogischen Bildungsangeboten erreichen die Bäuerinnenorganisation und ihre Partner, wie das LFI Österreich, jedes Jahr zehntausende Menschen in ganz Österreich. Rund 600 Schule-am-Bauernhof-Betriebe ermöglichen etwa 90.000 Kindern und Jugendlichen direkte Einblicke in die heimische Land- und Forstwirtschaft. Ergänzend vermitteln rund 320 Seminarbäuerinnen und -bauern Wissen über Lebensmittel, Landwirtschaft und Ernährung und erreichen dabei jährlich rund 30.000 Kinder und Jugendliche in Schulen sowie zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten bei Kursen und Veranstaltungen.