Grüner Bericht 2025 erschienen
Mit Beginn des Jahres 2026 hat sich die Lage zusätzlich verschärft. Geopolitische Krisen, volatile Märkte, weiterhin hohe Produktionskosten und vor allem die Dürrekatastrophe setzen die Land- und Forstwirtschaft unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Für 2026 zeichnet sich daher eine deutlich rückläufige Einkommensentwicklung ab.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: “Globale Krisen, Marktschwankungen und der Klimawandel setzen unsere Betriebe massiv unter Druck. Der Durchschnittswert allein ist nicht aussagekräftig, denn im Schweinebereich gab es beispielsweise 2025 ein Minus und im Rinderbereich gab es seuchenbedingt ein Plus. Dazu kommt, dass 2026 eine historische Dürre zu erheblichen Ertragseinbußen führt und die Bäuerinnen und Bauern massiv belastet. Die Aufgabe der Agrarpolitik ist es deshalb, budgetäre Stabilität zu schaffen, Schwankungen so gut wie möglich abzufedern und eine flächendeckende heimische Lebensmittelproduktion für die Zukunft zu sichern“.
Einkommensentwicklung je nach Betriebszweig unterschiedlich
Zum Einkommensanstieg trugen mehrere Faktoren bei. Seuchenbedingt kam es in der tierischen Produktion zu höheren Erzeugerpreisen und Produktionsausweitungen in der Milch- und Rinderhaltung. Im pflanzlichen Bereich kam es zu höheren Erntemengen bei Getreide und Ölfrüchten. Zusätzlich spielt ein verstärkter Holzeinschlag sowie höhere Zahlungen im Agrarumweltprogramm ÖPUL ein Rolle. Auch zusätzliche Erträge aus Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof stärkten die Einkommen.
Dämpfend wirkten hingegen gesunkene Erzeugerpreise für Mastschweine und Ferkel sowie höhere Aufwendungen für Futter- und Düngemittel.
Durchschnittswerte täuschen die langjährige Entwicklung
2026: Dürre und hohe Kosten setzen Betriebe massiv unter Druck
Kurzfristig entlasten, langfristig Stabilität und Planbarkeit schaffen
Langfristig entscheidend ist die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028. Österreich setzt sich dafür ein, bewährte Instrumente ausreichend zu finanzieren und weiterzuentwickeln.
"Das heurige Jahr ist von den Vereinten Nationen zum 'Internationalen Jahr der Bäuerin' erklärt worden. Mit 36% weiblichen Betriebsführerinnen sind wir im EU-Vergleich im Spitzenfeld und weitere 12% der landwirtschaftlichen Betriebe werden partnerschaftlich geführt. Frauen spielen damit in der unserer Land- und Forstwirtschaft eine entscheidende Rolle. Sie sind innovativ, packen dort mit an, wo Hilfe nötig ist und halten mit ihrer Flexibilität und ihrem Arbeitseinsatz Familie, Hof und den ländlichen Raum am Laufen. Wo Bäuerinnen anpacken, zeigen sich Ideen- reichtum, Innovationsstärke und Mut. Ich freue mich daher ganz besonders, dass im Grünen Bericht 2026 die Bäuerinnen vor den Vorhang geholt werden", heißt es im Vorwort des Grünen Berichts.