Wir setzen den Salat

Das "Garteln" erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Hier erfahren Sie Tipps und Tricks für die anlaufende Gartensaison.
Ernte im Garten Ernte im Garten © LK Kärnten
Ernte im Garten Ernte im Garten © LK Kärnten
Selbst einen Garten zu bepflanzen und das Angebaute dann zu ernten, gehört wohl zu den sinnstiftendsten Tätigkeiten überhaupt. Und zwar entgegen der weit verbreiteten Meinung, es zahle sich nicht aus, kaufen sei billiger und man habe weniger Arbeit, zeigt sich immer mehr, dass die Gartenarbeit einen regelrechten Boom erlebt.
Mit einer Mischkultur erreicht man nicht nur ein abwechslungsreiches, lebendiges Gartenbild, sondern profitiert von der positiven Wechselwirkung zwischen den Pflanzen. Die Natur ist genial, sie regelt vieles von selbst und stellt wieder her. Die Natur düngt sich gewissermaßen von selbst. Düngen ist ja nichts anderes als die Versorgung von Nährstoffen, die Pflanzen zum Wachsen und Blühen brauchen. Abgestorbene Pflanzenteile, Früchte, Blüten und Blätter fallen auf die Erde, verrotten und werden von Mikroorganismen im Boden zersetzt. Dadurch werden die Nährstoffe freigesetzt und können so von den Pflanzen wieder aufgenommen werden. Je mehr man in diesen Kreislauf eingreift, umso eher entsteht eine Versorgungslücke im Garten, die ausgeglichen werden muss.

Nährstoffmangel beheben

Der Nährstoffmangel im Garten lässt sich auf zwei Arten beheben: mittels organischem Dünger oder mineralischem Dünger. Durch die mineralischen Dünger werden die Mikroorganismen des Bodens vertrieben, die eigentlich die Aufgabe haben, den natürlichen Dünger zu zersetzen und ihn für die Pflanze verfügbar zu machen. Jeder Gärtner ist gut beraten, gute Wachstumsbedingungen für die Regenwürmer, Springschwänze, Bakterien usw. zu schaffen, damit diese ihrer Aufgabe nachkommen können. Mit einem eigenen Komposthaufen hat man den idealen Dünger selbst produziert. Beim Kompostieren ist darauf zu achten, dass das Material gut geschichtet und am besten klein gehäckselt wird, damit der Verrottungsvorgang rasch vor sich geht. Mulchen mit einer Schicht Rasenschnitt oder Blätter sorgen ebenso für einen regelmäßigen Nährstoffnachschub und schützen den Boden vor dem Austrocknen. Abgelegener Pferde- und Rindermist ist ebenso hervorragend geeignet. Hühnermist ist sehr konzentriert und sollte nur 1:10 verdünnt verwendet werden. Hornspäne und Pflanzenjauchen sind weitere beliebte Dünger aus der Natur.
Zum Vorziehen von Pflanzen keine gedüngte Erde nehmen, diese würde den jungen Pflanzen schaden.
Manche Pflanzen wie Kresse, Salat und Basilikum sind Lichtkeimer, das heißt, die Samen sollten nicht von der Erde bedeckt sein. Kleinere Pflanzen können direkt ausgesät werden, größere Pflanzen wie Zucchini, Gurken oder Kürbisse gibt man in einen kleinen Topf und pflanzt die nach den Eisheiligen erst aus. In den ersten Tagen nach dem einpflanzen sollt der Boden immer schön nass sein. Sobald die Pflanzen den ersten Wachstumsschub hinter sich haben, das Gießen zurücknehmen. So werden die Pflanzen gestärkt, denn sie sind gezwungen, selbst Wurzeln in den Boden zu schlagen, um an Wasser zu gelangen. Viel Spaß und Erfolg beim „Garteln“.

BUCHTIPP

Der Praxisratgeber für Ernteglück im Biogarten von Angelika Ertl ist ab sofort in allen Außenstellen bei der LebensWirtschaft-Beraterin und in der LK Kärnten im Referat LebensWirtschaft um 24,90 Euro erhältlich. Das Buch befasst sich mit der Bedeutung des Bodens und der richtigen Düngung. Zum biologischen Pflanzenschutz und der Mischkultur gibt es viele hilfreiche Tipps. Wie man ein Hügel- oder Hochbeet richtig aufbaut und wie man das Gemüse und die Kräuter richtig anpflanzt und kultiviert, wird auf den insgesamt 200 Seiten sehr anschalich beschrieben.