Schwarzmann zum Gedenkjahr 100 Jahre Frauenwahlrecht: „Zukunft am Land liegt in Frauenhand!“

Anlässlich des Internationalen Frauentages erinnert Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann an die Errungenschaften und Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft.
Andrea Schwarzmann Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann: Unser Ziel ist es  eine partnerschaftliche Interessenvertretung im ländlichen Raum mit einem Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen. Dies würde die Unternehmenskultur  Praxisnähe  Kommunikation und die zukunftsgerichteten Perspektiven unserer bäuerlichen Familienbetriebe positiv unterstützen“. © ARGE Bäuerinnen/Jan Hetfleisch
Andrea Schwarzmann Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann: Unser Ziel ist es, eine partnerschaftliche Interessenvertretung im ländlichen Raum mit einem Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen. Dies würde die Unternehmenskultur, Praxisnähe, Kommunikation und die zukunftsgerichteten Perspektiven unserer bäuerlichen Familienbetriebe positiv unterstützen“. © ARGE Bäuerinnen/Jan Hetfleisch
„Österreichs Frauen in der Landwirtschaft sind unverzichtbar für die Sicherung einer flächendeckenden bäuerlichen Bewirtschaftung der Höfe. Vor 100 Jahren zum Zeitpunkt der Einführung des Frauenwahlrechts nach dem Ende des ersten Weltkrieges waren es Österreichs Bäuerinnen, deren Hände Arbeit die landwirtschaftliche Produktion in den bäuerlichen Familienbetrieben mitaufrecht erhielten. Mit der Schaffung des Frauenwahlrechts wurde am 12. November 1918 ein entscheidender Meilenstein zur Gleichstellung von Frauen und Männern gesetzt“, erinnert Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März an das Gedenkjahr „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und speziell an die Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft.

Bäuerinnen-Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung

„Die Frauen in der Landwirtschaft sind unverzichtbar für die Sicherung einer flächendeckenden bäuerlichen Bewirtschaftung. In Österreichs Landwirtschaft liegt der Frauenanteil bei 48 Prozent und rund 78 Prozent der bäuerlichen Betriebe werden partnerschaftlich bewirtschaftet. Neben der Verantwortung für Familie und Haushalt, übernehmen Bäuerinnen vermehrt betriebliche Aufgaben. Außerhalb der Höfe gibt es bei der partnerschaftlichen Aufteilung bzw. bei der Besetzung von Funktionen in Organisationen der Agrarwirtschaft noch einen großen Aufholbedarf. Um den Bäuerinnen die Türen in alle wichtigen Positionen der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raumes zu öffnen, haben wir im Vorjahr eine Bäuerinnen-Charta erstellt“, erklärt Schwarzmann.

ARGE Bäuerinnen fordert 30 Prozent- Frauenanteil

„Die Zukunft der ländlichen Regionen liegt in den Händen der Frauen. Sie haben eine Schlüsselposition inne und aus diesem Grund ist es überaus wichtig, dass künftig mehr Bäuerinnen bei allen wichtigen Entscheidungen der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raumes mitreden. Unser Ziel ist es, eine partnerschaftliche Interessenvertretung im ländlichen Raum mit einem Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen. Dies würde die Unternehmenskultur, Praxisnähe, Kommunikation und die zukunftsgerichteten Perspektiven unserer bäuerlichen Familienbetriebe positiv unterstützen“, so Schwarzmann.

Engagierte Bäuerinnen aktiv unterstützen

„Mit der Bäuerinnen-Charta wollen wir ein neues Bewusstsein für die Handlungsmöglichkeiten beider Geschlechter schaffen und politisch aktive Frauen stärken, motivieren und fördern. Frauen und Männer sollen in ihren jeweiligen Potenzialen gestärkt und Aufgaben völlig unabhängig vom Geschlecht verteilt werden. Gleichzeitig ist auf die Vereinbarkeit von Familie, Betrieb und öffentlicher Funktion zu achten. Eine partnerschaftliche Organisation macht es möglich, dass Frauen und Männer gleichberechtigt in den Interessenvertretungen teilhaben können. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist unteranderem eine familienfreundliche Sitzungs- und Organisationskultur. Aber auch das Bewusstsein bei den Mitgliedern für ein partnerschaftliches Familienleben gilt es zu schärfen, sodass traditionelle Rollenerwartungen in den Hintergrund treten. Bäuerinnen, die neu- oder wiedereinsteigen, sind aktiv zu unterstützen“, fordert die Bundesbäuerin abschließend.