Schwarzmann: „Bäuerinnen setzen auf das Miteinander im Unternehmen Bauernhof!“

Die partnerschaftliche Lebens- und Betriebsführung prägt das Miteinander im bäuerlichen Betrieb. In rund 78 Prozent der Bauernhöfe werden Entscheidungen gemeinsam getroffen.
Partnerschaftliche Lebens- und Betriebsführung  © Franz Weingartner
Partnerschaftliche Lebens- und Betriebsführung © Franz Weingartner
„Damit bäuerliche Unternehmerinnen den ständig steigenden Anforderungen gewachsen sind und den Arbeitsplatz Bauernhof erhalten können, brauchen sie politische Rahmenbedingungen, die eine nachhaltig wirtschaftende, bäuerliche Landwirtschaft im ländlichen Raum absichern. Mit den Mitteln der Ländlichen Entwicklung ist es der Österreichischen Agrarpolitik gelungen, eine gute Basis für die Jahre 2014 bis 2020 zu schaffen, die unseren Bauernfamilien Sicherheit gibt. Für die neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik darf es daher in der Ländlichen Entwicklungen zu keinen Kürzungen kommen. Es muss sichergestellt sein, dass wir ab 2020 wie bisher ökologische Leistungen abgelten, Erschwernisse natürlicher Bewirtschaftung ausgleichen und gleichzeitig neue Schwerpunkte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bäuerlicher Familienbetriebe setzen können“, erklärte Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich, anlässlich des Unternehmerischen Bäuerinnen – und Bauerntreffs in Klagenfurt zum Thema „Arbeiten mag ich, Erfolg liebe ich“. Diese Veranstaltung der ARGE Bäuerinnen, des Ländlichen Fortbildungsinstitutes (LFI) und der LK Kärnten ist der bundesweite Auftakt zu einer Vortragsreihe für künftige Hofübernehmerinnen und -übernehmer und interessierte Bäuerinnen und Bauern.
Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Die partnerschaftliche Betriebsführung konnte sich durchsetzen. In drei von vier Höfen werden bereits alle Entscheidungen von Bäuerin und Bauern gemeinsam getroffen. Viele Bäuerinnen sind heute als Partnerin und Mutter im Haushalt, Familie und Betrieb dreifach gefordert. Als Managerin muss sie innovativ und flexibel die unterschiedlichsten Herausforderungen in Angriff nehmen. Dies erfordert Lernwilligkeit, Mut, Entscheidungsfreude sowie Risikofreudigkeit, so Schwarzmann.

„Arbeiten mag ich - Erfolg lieb ich!“

Den eigenen Betrieb erfolgreich und innovativ führen: Mit diesem Themengebiet beschäftigt sich der Unternehmerische Bäuerinnen – und Bauerntreffs des LFI-Bildungsprojekts ZAMm unterwegs.

„Wir Bäuerinnen stehen fest dahinter. Wir wissen, wenn wir Landwirtinnen als Herz und Hand der bäuerlichen Betriebe nicht dranbleiben, wird es nichts mit Veränderung und Erneuerung. Ja, ohne persönlichen Stolz und Überheblichkeit, wissen wir aus der praktischen Erfahrung, dass es vielfach die Bäuerinnen am Hof sind, die den Anstoß geben, stärker in die Veredelung oder Dienstleistung zu gehen und dann auch mit Herzblut Hand anlegen. Es sind nicht selten die Bäuerinnen, die für diese Betriebszweige die Zuständigkeit und Verantwortung übernehmen“, betont Schwarzmann. Es gibt in der Praxis „goldene Regeln“ für den Erfolg, die man lernen kann, wie lesen und schreiben, sind Elke Pelz-Thaller, Bäuerin und Persönlichkeitstrainerin und Christine Hackl, diplomierte Lebens- und Sozialberaterin und Wirtschaftstrainerin überzeugt. Die beiden Expertinnen zeigen in einer neuen Vortragsreihe unter dem Titel „Arbeiten mag ich –Erfolg lieb ich!“ allen interessierten Bäuerinnen und Bauern auf, wie das geht und worauf es da ankommt.

Bauernhöfe schaffen Arbeitsplätze am Land

Zwei Drittel der ÖsterreicherInnen leben am Land und daher hat die Sicherung intakter ländlicher Regionen einen besonderen Stellenwert als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum. Das Österreichische Programm für Ländliche Entwicklung ist zentraler Bestandteil der Gemeinsamen Agrarpolitik und hat für Österreich eine besondere Bedeutung. Die Ländliche Entwicklung schafft neue Perspektiven für den ländlichen Raum und stellt sicher, dass unsere Regionen optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet sind. Für die Projektperiode 2014 bis 2020 stehen insgesamt 7,7 Milliarden Euro an EU-, Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung. „Diese Gelder sind auch für die neue Förderperiode ab 2020 notwendig, um die vielfältigen Leistungen der österreichischen Bäuerinnen und Bauern angemessen zu honorieren und gezielte Impulse zu setzen, wie etwa Bildungsprojekte für Bäuerinnen. Österreichs Bäuerinnen sind das Herzstück der bäuerlichen Betriebe und unverzichtbar für intakte Lebensräume am Land. Sie tragen auch zur Sicherung der Arbeitsplätze am Land bei, weil mindestens drei Arbeitsstellen im vor- und nachgelagerten Bereichen mit einem Bauernhof verbunden sind. Bäuerliche Unternehmerinnen und Unternehmer sind daher ein wichtiger Faktor für die Region und für das Land“, betonte Schwarzmann abschließend.