Salzburg: Richtige Kraftgeber für den Alltag

Festvorträge mit wertvollen Impulsen bilden den Mittelpunkt der Bäuerinnenbezirkstage. Gemeinsam lachen, sich austauschen und ein paar gesellige Stunden miteinander verbringen - das sind die meistgenannten Gründe für den Besuch der Bäuerinnenbezirkstage.
Pongauer_Bäuerinnentag1  © Adelheid Widmoser
Pongauer_Bäuerinnentag1 © Adelheid Widmoser

Acht(ung) mit mir selbst

Sonja Ottenbacher - seit 2004 Bürgermeisterin in Stuhlfelden und ausgebildete Psychotherapeutin - gab als Festvortragende in Pfarrwerfen am 16. Jänner Gedankenanregungen für ein befreiteres Leben und warnte vor zu hohen Ansprüchen an sich selbst.
Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung seien Nahrung für die Seele und maßgeblich für unsere Gesundheit verantwortlich.
Und sie beschreibt Dankbarkeit als das Geheimnis zufriedener Menschen.
 
IMG_3384 (2)  © Adelheid Widmoser
IMG_3384 (2) © Adelheid Widmoser

Altes Ernährungswissen neu entdeckt

Zu diesem Thema referierte Anna Maria Benedikt am 17. Jänner in Saalfelden. Frau Benedikt leitet die Ernährungsmedizinische Beratung im Landeskrankenhaus und hat gemeinsam mit Karin Buchart das Buch "Von Hand gemacht" veröffentlicht.
Die traditionelle Herstellung von Lebensmitteln in Verbindung mit den idealen Lebensmittelkombinationen ist ausschlaggebend für mehr Geschmack und bessere Bekömmlichkeit der Speisen.
Der Faktor Zeit spielt auch hier eine entscheidende Rolle, man denke z.B. an das Handwerk des Brotbackens.
PO_Bäuerinnen_klein (2)  © Adelheid Widmoser
PO_Bäuerinnen_klein (2) © Adelheid Widmoser

Werte erhalten

Präsident Franz Eßl betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Bäuerinnen als Botschafterinnen für die Konsumenten. "Ihr seid stets auf der Suche nach Neuem, wie ihr auch der nichtbäuerlichen Bevölkerung das bewusste Erleben des Alltags schmackhaft machen könnt. Dabei geht es euch um die gesunden heimischen Lebensmittel genauso wie um die wichtigen Werte, das Innehalten, das Besinnen auf die Natur und um alte Traditionen in der Familie und in den Gemeinden. An den Bäuerinnenbezirkstagen könnt ihr selbst innehalten, euch austauschen und das Bäuerinnenjahr Revue passieren lassen."
PI Bäuerinnen_klein (2)  © Adelheid Widmoser
PI Bäuerinnen_klein (2) © Adelheid Widmoser
Landesrat Josef Schwaiger: "In einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb haben die Bäuerinnen meistens enorm vielseitige Herausforderungen. Sie sind Managerinnen, die zum einen für die Familie sorgen und zum anderen im landwirtschaftlichen Betrieb mit vollem Einsatz mitwirken. Freie Zeit hat man meistens nicht, sondern man muss sie sich nehmen. Ich appelliere an die Bäuerinnen, nein zu sagen, wenn es zu viel wird. Mehrjährige Überforderung kann zu vielschichtigen Krankheiten führen und vor allem verliert man auch die Freude an der Arbeit. Letztendlich macht man nur jene Dinge gut, welche man auch gerne macht."
Landesbäuerin Elisabeth Hölzl hat die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Bäuerinnenorganisation hervorgehoben und sich bei jeder Bäuerin für ihr Engagement und für die Verbundenheit und Treue zu ihrem Beruf bedankt.
Elisabeth begrüßt den Trend des Selberkochens und Selberbackens der jungen Generation und sieht dabei die Chance für unsere bäuerlichen Produkte. Die vielen, immer wieder neu veröffentlichten Studien zum Essverhalten verwirren die Konsumenten meist mehr als sie ihnen dienen.
Wir Bäuerinnen sind ehrliche Botschafterinnen, die wissen, wovon sie reden. Wohl kaum eine andere Berufsgruppe kann sich so mit dem, was sie tut, identifizieren wie wir.  Dieser große Erfahrungsschatz und oft seit Generationen überlieferte Rezepte gehören gewürdigt. Und was vielen von uns nicht bewusst ist: Es liegt einzig und allein an uns, mit selbstbewusstem Auftreten dafür zu sorgen, dass unseren bäuerlichen Produkten mehr Anerkennung gewährt wird und sie mit fairen Preisen abgegolten werden. In vielen Gesprächen mit den Konsumen und mit Projekten wie dem Milchlehrpfad oder "Schmatzi" in den Kindergärten und Volksschulen leisten wir Bäuerinnen im ganzen Land wertvolle Bewusstseinsbildung. Denn für die Menschen sind die gepflegte Landschaft und das vielfälltige Angebot hochwertiger Lebensmittel leider oft eine Selbstverständlichkeit.
Hier würde sich die Landesbäuerin oft mehr Wertschätzung und Achtung vor dem Produkt wünschen und mit einem Zitat von Wilhelm Busch zum Nachdenken anregen:
"Mit scharfen  Blick, nach Kennerweise, seh' ich zunächst mal nach dem Preise. Und bei genauerer Betrachtung steigt mit dem Preise auch die Achtung."