Salzburg: Pilgern, die Reise zu sich selbst

Was das Herz bewegt, setzt die Füße in Bewegung.
Bildschirmfoto 2018-03-08 um 08.30.08 von links: Beraterin Regina Putz  Josef Guggenberger  Bezirksbäuerin Julinde Posch © Adelheid Widmoser
Bildschirmfoto 2018-03-08 um 08.30.08 von links: Beraterin Regina Putz, Josef Guggenberger, Bezirksbäuerin Julinde Posch © Adelheid Widmoser

Tennengauer Bäuerinnen Bezirkstag

Es waren persönliche Beweggründe, die Josef Guggenberger, Bürgermeister in Berndorf, zum Pilgern animierten. Einerseits führt der europäische Pilgerweg Via Nova (lat. Neuer Weg) durch seine Gemeinde, andererseits wollte er einmal loslassen.
"Ich war lange Zeit ein bisschen Bauer, ein bisschen Bürgermeister und ein bisschen Beamter und tagtäglich  gezwungen, die Worte -dafür hab ich keine Zeit- in den Mund zu nehmen. 2010 habe ich mich dann zum ersten Mal überreden lassen, mit einer Gruppe Gleichgesinnter und ausgebildeten Begleitern von Berndorf über Ostermiething nach Burghausen zu pilgern", erzählt Guggenberger.
Abseits der Hauptverkehrswege durch idyllische Dörfer nahm er die Schönheit der Natur bewusst wahr, und als ihm erfahrene Pilger sagten, "pilgern musst du alleine", kam er zu dem Entschluss, sich diese Auszeit zu nehmen.
 
oberalmer_Bäuerinnen Oberalmer Bäuerinnen © Adelheid Widmoser
oberalmer_Bäuerinnen Oberalmer Bäuerinnen © Adelheid Widmoser
In seinem Bildvortrag nahm er die Bäuerinnen mit auf seine Reise. "Ich habe mich 47 Tage ausgeklinkt, alleine und ohne Plan. Ich habe die Ruhe genossen und war ganz bei mir. Fern ab vom Schuss ging es durch Niederbayern mit liebevoll gepflegten alten Bauernhäusern ohne Schnickschnack, Kleindenkmälern wie hingemalt, ich erlebte unvergesslich Begegnungen und Eindrücke."
Landesbäuerin Elisabeth Hölzl sprach von den vielen Wegen einer Bäuerin. Von Herausforderung und der Suche nach neuen Zielen mit besseren Aussichten. Achtung und Respekt sowie ein friedvolles Miteinander in den Familien seien für alles die Voraussetzung.
Funktionäre von links: BBK-Obmann Rupert Quehenberger  Landesbäuerin Elisabeth Hölzl  Landesrat Sepp Schwaiger  Bezirksbäuerin Julinde Posch  Referent Josef Guggenberger  Präsident Franz Eßl © Adelheid Widmoser
Funktionäre von links: BBK-Obmann Rupert Quehenberger, Landesbäuerin Elisabeth Hölzl, Landesrat Sepp Schwaiger, Bezirksbäuerin Julinde Posch, Referent Josef Guggenberger, Präsident Franz Eßl © Adelheid Widmoser
Landesrat Sepp Schwaiger appellierte an die Bäuerinnen, auf ihr Bauchgefühl zu hören und auf sich selbst zu schauen, sich nicht mit anderen Betrieben zu messen und auch einmal nein zu sagen.

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten agrarpolitischen Ereignisse gab Präsident Franz Eßl. Er bedankte sich bei den Bäuerinnen für ihre starke Vernetzung und dafür, wie jede Einzelne auf ihre Art und Weise Landwirtschaft lebt und in einem authentischen Gesamtbild darstellt.
Pfarrer Mag. Gerhard Mühlthaler Begonnen wurde der Bäuerinnentag mit einem Festgottesdienst in der St. Ulrichskirche in Scheffau  welcher heuer von den Gollinger Bäuerinnen gestaltet wurde. © Archiv
Pfarrer Mag. Gerhard Mühlthaler Begonnen wurde der Bäuerinnentag mit einem Festgottesdienst in der St. Ulrichskirche in Scheffau, welcher heuer von den Gollinger Bäuerinnen gestaltet wurde. © Archiv

Zommhoitn und nid ausanondadividiern

Wir Bäuerinnen und Bauern sind mit rund 3% eine sehr kleine, aber aktive und fleißige Bevölkerungsschicht. Daher sollten wir uns nicht gegenseitig, und dies besonders in der Öffentlichkeit, unsere Wirtschaftsweise aufrechnen.
Ich glaube, es ist gegenüber unseren Kunden und Konsumenten nicht zielführend, hier unter uns Bauern Neiddebatten anzuzetteln. Mit solchen Vorgehensweisen stärken wir in erster Linie die große Zahl an Kritikern und Neidern, die wir ohnehin zur Genüge haben. Es soll und kann jeder Betrieb die Bewirtschaftungsform wählen, die er will, mit der er sich identifizieren kann und die ihn und seine Familie zufrieden macht. Die Salzburger Höfe werden fast ausschließlich von bäuerlichen Familien bewirtschaftet, die ihren Hof auch an die nächste Generation übergeben bzw. diesen auch übernehmen wollen. Nicht nur Biobauern sind Vorzeigebauern, sondern alle Bäuerinnen und Bauern sind wichtig.
Bezirksbäuerin Julinde Posch