Regionalen Lebensmitteln Wert und Wertschätzung geben - Einladung an die Kost.Bar

Über einen verstärkten Zustrom von interessierten Besuchern und Multiplikatoren konnten sich das Bäuerliche Schul- und Bildungszentrum, der Landesschulrat Vorarlberg und die Bäuerinnenorganisation als Veranstalter freuen.
Die stellvertretende Landesbäuerin Michaela Stadelmann hieß zahlreiche Pädagoginnen, Gäste aus der Tiroler Nachbarschaft, Interessenten aus der Schweiz, die Gruppe ARGE LandHand sowie zahlreiche Bäuerinnen willkommen. Zum Auftakt des theoretischen Teils gaben Schülerinnen der Klasse FH 1 im Interview mit FL Evy Halder einen Vorgeschmack auf die feinen Speisen, die sie unter Anleitung der Pädagoginnen Astrid Wagner und Hildegard Flatz zur anschließenden Verkostung für das Publikum vorbereitet hatten.

Unser tägliches Brot gib uns heute…
Gegenüber Großbäckereien, die wie auch viele Bäcker mit Backmischungen arbeiten, sind traditionelle Bäcker bei weitem in der Minderzahl. Wie Barbara van Melle, Obfrau von Slow Food Wien, berichtet, gibt es wieder großes Interesse an handwerklich hergestelltem Brot. Sie hat sich in ihrem aktuellen Buch „Der Duft von frischem Brot“ eingehend mit der österreichischen Bäckerzunft befasst und benennt als Zutaten für ein wertvolles Brot gutes Mehl, Wasser, Salz und viel Zeit. Wie groß die Sehnsucht der Menschen nach wirklich gutem Brot ist, beweisen die zahlreichen Brotbackkurse, die wieder hoch im Kurs stehen. „Das Wesentlich ist, die Wertigkeit wieder zu finden, das geht nur über die Sinnlichkeit“, ist sie überzeugt. Aus Vorarlberg wählte van Melle für ihr Buch die Bäckerei Breuß in Rankweil aus, deren Brot auch zur Verkostung angeboten wurde.

Die Stimmung macht’s
Die gute Wirkung einer Speise beschränkt sich bei Gerhard Kerber nicht nur auf gesunde Inhaltsstoffe. Er pflegt den Kontakt zu seinen Schülern und erklärt ihnen gerne, was sie auf dem Teller haben. Sie sollen auch wissen, dass sich viele Personen in der Küche redlich bemühen, ein gesundes und schmackhaftes Essen zuzubereiten. Das sollte man der Mahlzeit auch ansehen. Natürlich legt der Internatsküchenleiter der Landesberufsschule Lochau Wert darauf, dass die Speisen gut warm und ansprechend verpackt sind. Selbst alte, traditionelle Gefäße, Anrichte- oder Serviermethoden unterstützen die positive Wirkung. Mit seinen Schülern ist ihm ein cooler Deal gelungen: Gutes Essen gegen gutes Benehmen.

Im Namen der Pädagogischen Hochschule und des Landesschulrates begrüßte Fachinspektorin Angelika Walser die interessierten Gäste. An den Pflichtschulen gehört Kochen zwar zu den Pflichtfächern, der Unterricht wird aber ständig gekürzt. Die Vorträge zeigten jedoch, wie wichtig eine Stärkung dieses Faches wäre. Auch bei der Bewegung hapert es. Laut einer Studie, so Walser, sitzen Grundschulkinder täglich neun Stunden und vierzig Minuten und bewegen sich lediglich eine Stunde. Das zeige, wie wichtig gesunde Ernährung und Bewegung für Kinder ist. „Bei der Zunahme der ganztägigen Schulformen ist eine gesunde Mittagsverpflegung mit regionalen Produkten ein ganz wichtiges Thema für die Zukunft“, gab die Fachinspektorin klar zu verstehen. 

Die Rezepte von Fl. Hildegard Flatz und Gerhard Kerber sind im Download-Bereich zu finden (links oben).