Österreich: Lebensmittel im Müll vermeiden

Mehr als die Hälfte der Österreicher wirft Lebensmittel aus Unsicherheit über Genießbarkeit weg
In Österreich werden jährlich 760.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen, wobei drei Viertel davon als vermeidbar gelten. In einer vor kurzem in Wien präsentierten aktuellen Umfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, Lebensmittel aus Unsicherheit darüber, ob sie noch genießbar sind, zu entsorgen.
Ein neuer Workshop von "Wiener Tafel" und Danone soll Jugendliche für das Thema sensibilisieren. Es handelt sich dabei um das neue "Wiener Tafel-Sensorik-Labor".
Laut der Umfrage, die im Sommer unter 1.000 Österreichern durchgeführt wurde, werden das Ausmaß und der eigene Beitrag zur Lebensmittelverschwendung unterschätzt: 42 Prozent der Befragten behaupteten, gar keine Lebensmittel wegzuschmeißen, 46 Prozent gaben an, ein bis zwei Lebensmittel pro Woche wegzuwerfen.

Weltweit wird rund ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen, auch in Österreich liegt der Anteil bei etwa einem Drittel. Rund 36 Prozent der entsorgten Lebensmittel entfallen auf private Haushalte - das sind 206.000 Tonnen pro Jahr. Am häufigsten landen Obst und Gemüse, Brot und Milchprodukte im Müll. 52 Prozent der Befragten entsorgen Lebensmittel aus Unsicherheit über die Genießbarkeit des Produkts, 20 Prozent wegen falscher Lagerung und 18 Prozent wegen Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Obwohl drei Viertel der Befragten wissen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Ablaufdatum ist, werde dieses Wissen oft nicht angewendet.
"Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur ein optimales Verbrauchsdatum, hat aber mit Schlechtwerden nichts zu tun. Wir arbeiten daran, dass dieses Datum in den Hintergrund rückt und das Schmecken, Kosten und Riechen in den Vordergrund tritt", unterstrich Herbert Herdlicka, Obmann des Umwelt- und Sozialvereines "Wiener Tafel".
Da junge Menschen am häufigsten Lebensmittel wegwerfen, richtet sich das neue "Wiener Tafel-Sensorik-Labor" auch an diese Zielgruppe: Konkret sollen damit Zwölf- bis 16-jährige angesprochen werden. In den Workshops wird die richtige Lagerung von Lebensmittel aufgezeigt, Produkte werden auf ihren Reifegrad hin verkostet und Jugendlichen wird vor Augen geführt, dass z.B. Joghurt meist noch Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar ist. Zudem wird darüber informiert, dass etwa Äpfel nicht neben anderem Obst gelagert werden sollten oder dass Tomaten, Kartoffeln und Zwiebel nichts im Kühlschrank zu suchen haben.