Österreich: Im Vorjahr doppelt so viele Lebensmittel weitergegeben

Lebensmittel sind kostbar: Bundesministerin Elisabeth Köstinger präsentierte erste Erfolge des Paktes gegen die Verschwendung von Lebensmitteln
Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger und die Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln  Alexandra Gruber  präsentierten einen ersten Erfolgsbericht der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“. Ziel dieser Initiative des BMNT ist es  Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vermeiden. Teilnehmende Lebensmittelunternehmen arbeiten verstärkt mit sozialen Einrichtungen zusammen und überlassen diesen noch genussfähige Produkte.
 © BMNT/Paul Gruber
Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger und die Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln, Alexandra Gruber, präsentierten einen ersten Erfolgsbericht der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“. Ziel dieser Initiative des BMNT ist es, Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vermeiden. Teilnehmende Lebensmittelunternehmen arbeiten verstärkt mit sozialen Einrichtungen zusammen und überlassen diesen noch genussfähige Produkte. © BMNT/Paul Gruber
Lebensmittel sind kostbar: Bundesministerin Elisabeth Köstinger präsentierte erste Erfolge des Paktes gegen die Verschwendung von Lebensmitteln Lebensmittelabfälle fallen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Dies ist nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ethisches und ökologisches Problem. In jedem Lebensmittel stecken zahlreiche Ressourcen, menschliche Arbeitskraft, Boden, Wasser und Energie. Um diese Verschwendung einzudämmen, hat das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus die freiwillige "Vereinbarung 2017 bis 2030 zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen" ins Leben gerufen. Neben der Weitergabe von Lebensmitteln kamen bei den Paktpartnern auch andere Maßnahmen zum Tragen, wie zum Beispiel die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Sensibilisierung im Umgang mit Nahrungsmitteln, das Angebot von Obst und Gemüse der Güteklasse II, ein verbilligtes Angebot von Brot vom Vortag oder die Verringerung des Frischwarenangebots gegen Ladenschluss.

Pakt gegen Lebensmittelverschwendung

Elf Unternehmen, darunter die führenden heimischen Handelsketten, unterstützen diese Initiative des Ministeriums. Ein erster Bericht zeigt, dass die Anstrengungen dieses Paktes erste Erfolge zeigen. Die freiwillig teilnehmenden Unternehmen arbeiten verstärkt mit sozialen Einrichtungen zusammen und haben im vergangenen Jahr mit 12.250 t fast doppelt so viele noch genussfähige Lebensmittel weitergeben wie noch im Jahr 2014. Darüber hinaus wurden 10.000 t an nicht verkaufbaren Produkten als Tierfutter oder zur Futtermittelherstellung verwertet, berichtete Bundesministerin Elisabeth Köstinger vor kurzem in Wien. "Der Bericht macht deutlich, dass Freiwilligkeit der richtige Weg für effektive Maßnahmen ist. Es lohnt sich, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Somit konnten mehr als 20% der Lebensmittel gerettet werden. Jeder kann seinen Teil zur Reduzierung von Lebensmittelabfall beitragen. Mit der Verwendung der Tafelbox zum Beispiel kann man genießbare Produkte von einem Buffet einfach mit nach Hause nehmen", betonte Köstinger.

"Die positive Zwischenbilanz ist eine Bestätigung und Motivation zugleich, den eingeschlagenen Weg zur Lebensmittelabfall-Vermeidung und Weitergabe an karitative Organisationen in Österreich weiter fortzusetzen. Erfahrungen von anderen food banks in Europa zeigen, dass ein Plus an geretteten Speiseprodukten gleichzeitig Hand in Hand gehen muss mit einer Unterstützung der Tafeln im Ausbau ihrer Lagerstrukturen und Kühlfahrzeugflotten. Die Tafeln stehen jedenfalls bereit, mit allen Stakeholdern gemeinsam auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag im Sinne einer ökologisch und sozial gerechten Gesellschaft zu leisten", sagte Alexandra Gruber, Obfrau des Dachverbandes der österreichischen Tafeln.