Österreich: Bewusst genießen zu den Feiertagen!

Anlässlich der bevorstehenden Feiertage ruft Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann zum sorgsamen Umgang mit wertvollen Lebensmitteln auf, um Lebensmittelabfälle im Müll zu vermeiden.
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Zu den Weihnachtsfeiertagen das Essen genießen und Regionales bevorzugen © pixabay
„Alle Jahre wieder wird zu den Feiertage rund um Weihnachten und Neujahr häufig zuviel eingekauft. Man läßt sich zu Großeinkäufen verleiten, denn Familie und Gäste sollen gut versorgt sein. Wer zu viel einkauft und nach Silvester gleich wieder genießbare Lebensmittel im Müll entsorgt, belastet nicht nur seine Geldbörse sondern auch Umwelt und Klima, denn Lebensmittelverschwendung ist Ressourcenvergeudung. In jedem Stück Brot, Schnitzel oder Becher Joghurt stecken viel Arbeit und Energie. Es lohnt sich daher, bewusst einzukaufen und daheim darauf zu schauen, dass nichts weggeworfen wird“, ruft Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich, anlässlich der bevorstehenden Feiertage zum sorgsamen Umgang mit wertvollen Lebensmitteln auf.
Die ARGE Bäuerinnen hat in den letzten Jahren bereits viele Aktionen im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung gesetzt und wird diesen Weg auch 2019 fortsetzen. Der Handlungsbedarf  ist groß, denn jeder Österreicher wirft jährlich rund 20 Kilogramm essbare Lebensmittel im Wert von rund 300 Euro einfach weg. In Österreich wird somit alljährlich ein Lebensmittel-Müllberg von 157.000 Tonnen angehäuft, der rund eine Milliarde Euro wert ist. Die Kosten für Umwelt und Klima, die jedes essbare Lebensmittel im Müll verursacht, sind da noch nicht inbegriffen, so Schwarzmann.

Bewusst und gezielt einkaufen mit Liste lohnt sich

Um zu verhindern, dass für die kommenden Feiertage viel zu viel eingekauft wird, raten Österreichs Bäuerinnen zur Verwendung eines Einkaufszettels. Zudem sollte man bei Aktions- und Lockangeboten kritisch sein und jetzt zu Weihnachten und zum Jahreswechsel besonders darauf schauen und regionale Lebensmittel bevorzugen. Das nützt nicht nur den heimischen Bauernfamilien, sondern auch Umwelt und Klima.

Sinneskontrolle zahlt sich aus
Zudem sollte man abgelaufene Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht gleich wegwerfen, sondern eine Sinnes-Kontrolle durchführen:
  • sehen
  • riechen
  • schmecken
Sieht das Produkt noch gut aus, riecht es so, wie es riechen soll und schmeckt es gut, kann es grundsätzlich noch gegessen werden. Bei besonders leicht verderblichen Waren wie etwa Fleisch und Fisch ist allerdings unbedingt das aufgedruckte Verbrauchsdatum zu beachten.

„Auch wenn man subjektiv oft das Gefühl hat, dass alles teurer geworden ist, sollte man sich vor Augen führen, dass laut Statistik jeder von uns heute nur mehr rund zwölf Prozent seines Einkommens für Lebensmittel ausgibt. 1950 waren es noch 45 Prozent. Lebensmittel sind heute also immer noch sehr preiswert und das bei höchster Qualität. Je preiswerter, umso weniger wert und umso schneller im Mistkübel, dürfte vielfach das Motto in der Praxis lauten. Mit den 157.000 Tonnen essbaren Lebensmitteln, die in Österreich im Abfallkübel landen, könnte man rund 500.000 Personen ein Jahr lang ernähren. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit sollte man sich nicht zu regelrechten Hamsterkäufen verleiten lassen, sondern einen Einkaufzettel verwenden und bewusst zu heimischen Lebensmitteln greifen“, betonte Schwarzmann abschließend.