Österreich: Bäuerinnen engagieren sich gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittel sind wertvoll und verdienen einen sorgsamen Umgang. Die ARGE Bäuerinnen engagiert sich seit mehr als sieben Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung.
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Lebensmittel aus Österreich - Einfach gut und wertvoll! Österreichs Bäuerinnen sind sympathische und glaubwürdige Botschafterinnen für den richtigen Umgang mit guten und wertvollen Lebensmitteln. © ARGE Bäuerinnen
“Nachhaltig. Genießen - Lebensmittel sind kostbar", lautete einer der ersten Bäuerinnen-Aktionstage gegen die Lebensmittelverschwendung. In allen Bundesländern werden Bäuerinnen-Aktionen durchgeführt, um die Wertigkeit als auch den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Nach wie vor sind Strategien und Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung aktuell und alle Partner in der Wertschöpfungskette - Landwirtschaft, Verarbeiter, Handel und Konsumenten - gefordert.
In den Industriestaaten landen jährlich rund 220 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel im Müll. Eine entorme  Verschwendung von Ressourcen und vor allem große Belastung für Umwelt und Klima.
 In den EU-Mitgliedstaaten landen jährlich ca. 89 Mio. Tonnen Lebensmittel im Abfall. Gleichzeitig leben aber fast 79 Millionen Bürger unterhalb der Armutsgrenze und 16 Millionen sind auf soziale Unterstützung angewiesen.
Österreichs Bäuerinnen haben in den letzten Jahren bei unterschiedlichsten Veranstaltungen immer wieder speziell das Thema Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsfrist aufgegriffen und die Unterschiede diskutiert. Ziel ist es aufzuzeigen, was jeder Einzelne tun kann, um zu verhindern, dass genießbare Lebensmittel immer wieder im Müll landen.

Lebensmittelverschwendung aufzeigen und verhindern!

Das Wegwerfen von Lebensmitteln hat weitreichende ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Folgen. Schließlich benötigen sie in der Produktion viele Ressourcen wie Wasser, Boden, menschliche Arbeitskraft, Energie und Rohstoffe. Die Aufwendungen in allen Stufen der Wertschöpfungskette sind allerdings vergeblich investiert, wenn das Lebensmittel am Ende entsorgt wird. Gezielte Maßnahmen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln sind daher entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen, lautet eine zentrale Forderung der Bäuerinnenorganisation.

Jeder kann mitmachen und sorgsam mit Essen umgehen

Jeder kann mitmachen und sorgsam mit Essen umgehen „An einer Verbesserung der Situation kann jedes Mitglied der Gesellschaft beitragen. Dies beginnt beim eigenen Einkauf und reicht vom eigenen Essverhalten bis hin zu den Gewohnheiten der Entsorgung. Ziel ist es, diese Zusammenhänge der Gesellschaft bewusst zu machen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Dies wären etwa bedarfsgerechtes Einkaufen von Haushalten, verbesserte Bestellsysteme zwischen Produzenten und Handel, variable Portionsgrößen in der Gastronomie und schließlich auch die Unterscheidung zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum.


 

Konsumenten sollen auf ihre Sinne vertrauen!

Österreichs Bäuerinnen wollen aufzeigen, dass Lebensmittel auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums grundsätzlich noch genießbar sein können und nicht automatisch in den Abfallkübel gehören.Besser ist es, wenn die Konsumenten wieder lernen auf ihre Sinne zu vertrauen.Sieht das Produkt noch gut aus, riecht es so wie es riechen soll und schmeckt es gut, dann kann es ohne weiteres noch verzehrt werden. Hinzu kommt, dass der Konsumenten durch die richtige Lagerung von Lebensmitteln die Haltbarkeit eben verlängern bzw. durch falsche Lagerung erheblich verkürzen kann.


 

Wichtiger Unterscheid: Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsfrist

Wenn man nun Lebensmittel und ihre Genussfähigkeit betrachtet, muss man sich fragen, warum in den zivilisierten Ländern so viele genießbare Lebensmittel im Müll zu finden sind? Ein wichtiger Teilaspekt im Umgang mit Lebensmitteln ist die Unterscheidung zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und der Verbrauchsfrist.
Mindesthaltbarkeitsdatum: Durch das MHD erfährt der Verbraucher, bis wann der Hersteller des Lebensmittels garantiert, dass es seine spezifischen Eigenschaften behält. Das heißt, das Lebensmittel ist bei richtiger Lagerung mindestens bis zum MHD garantiert in Ordnung. Die Lebensmittel sind auch nach dem Ablauf des MHD grundsätzlich noch in Ordnung. Der Verbraucher kann selbst – ohne Analyse im Labor – prüfen, ob das Lebensmittel einwandfrei, bereits verdorben oder für den Verzehr ungeeignet ist.

Verbrauchsfrist: Die Verbrauchsfrist ist jene Frist, bis zu dem ein Lebensmittel verbraucht werden soll. Lebensmittel die leicht verderblich sind, müssen mit einer Verbrauchsfrist versehen sein. Leicht verderblich sind rohes Faschiertes, Frischfleisch, frische Fische, rohes Geflügel, Knochen, Rohmilch oder Rohrahm. Rohe Bratwürste, Geflügel, frischer Fisch, geschnittenes oder gewürztes Fleisch, soll bis zum Ende der Verbrauchsfrist verzehrt werden.


 

Wie erkenne ich, ob das Lebensmittel noch in Ordnung ist?

Österreichs Bäuerinnen wollen aufzeigen, dass Lebensmittel auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums grundsätzlich noch genießbar sein können und nicht automatisch in den Abfallkübel gehören.Besser ist es, wenn die Konsumenten wieder lernen auf ihre Sinne zu vertrauen.Sieht das Produkt noch gut aus, riecht es so wie es riechen soll und schmeckt es gut, dann kann es ohne weiteres noch verzehrt werden. Hinzu kommt, dass der Konsumenten durch die richtige Lagerung von Lebensmitteln die Haltbarkeit eben verlängern bzw. durch falsche Lagerung erheblich verkürzen kann.
  • Das Aussehen prüfen: Also das Lebensmittel genau anschauen und prüfen auf Farbe, Unversehrtheit der Verpackung. Ist sie geöffnet, ist unter dem Etikett z.B. Schimmel zu sehen?
  • Geruch prüfen: Das heißt riechen, ob das Produkt den typischen Geruch hat. Beispielsweise soll Wurst eindeutig nach Wurst riechen. Wenn sie keinen typischen Geruch mehr feststellen, dann ist das meistens ein erstes Anzeichen für den beginnenden Verderb.
  • Geschmack prüfen: z.B. erkennt man leicht, ob Milch sauer ist oder nicht