Österreich: AMA-Siegel garantiert Herkunft und Qualität bei Käsekrainer

In Zusammenarbeit mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) wurden 28 Käsekrainer unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass Würstel mit einem AMA-Siegel strengere Vorgaben erfüllen als gesetzlich vorgeschrieben. Durch die rot-weiß-roten AMA-Zeichen wird die kontrollierte österreichische Herkunft und die Einhaltung hoher Qualitätskriterien garantiert.
Birgit Beck (Ernährungswissenschafterin  VKI) und Martin Greßl (Leiter der Abteilung Qualitätsmanagement  AMA-Marketing)  © (c) AMA_APA_Hautzinger
Birgit Beck (Ernährungswissenschafterin, VKI) und Martin Greßl (Leiter der Abteilung Qualitätsmanagement, AMA-Marketing) © (c) AMA_APA_Hautzinger

Klare Vorgaben zur Herkunft

„Steht auf Käsekrainern `Qualität aus Österreich` oder sind rot-weiß-rote Fahnen abgebildet, erwarten sich Konsumenten, dass die Produktion hier erfolgt und die Rohstoffe aus Österreich stammen. Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel garantieren beides“, erklärt Martin Greßl, Leiter des AMA-Qualitätsmanagements. Die Tiere für dieses Fleisch haben ihr Leben zur Gänze in Österreich verbracht und wurden in Österreich geschlachtet, zerlegt und verarbeitet. Die beiden umfassenden Kennzeichnungssysteme „bos“ und „sus“ der AMA sichern dies ab. Auch der Käse für die Krainer muss aus Österreich stammen.

Ab 2020 gilt eine neue EU-Verordnung. Wird auf dem Verpackungsdesign oder im Text auf dem Lebensmittel Bezug auf eine bestimmte Region genommen, muss die Hauptzutat von dort stammen. Wird diese Voraussetzung nicht erfüllt, muss die tatsächliche Herkunft angegeben werden. „Seit mehr als zwanzig Jahren machen unsere Zeichen strikte Vorgaben bei Ursprungsangaben. Die neue EU-Verordnung bestätigt unseren bisherigen Weg der transparenten Rohstoffkennzeichnung“, erklärt Greßl und erwartet sich weitere Lizenznehmer.

Qualitätskriterien sind strenger als Codex

Die Basis für die Qualitätsvorschriften legt der österreichische Lebensmittelcodex. Auf diesem bauen die Richtlinien der AMA auf, die in einigen Bereichen sogar weiter gehen. "Beispielsweise schreiben wir einen niedrigeren Kollagenwert als wichtigen Qualitätsindikator vor", so Greßl. Der Kollagenwert beschreibt den Anteil an Bindegewebe im Fleisch. Je niedriger der Wert, desto mehr wertvolles Muskelfleisch kommt zum Einsatz.

AMA-Lizenznehmer dürfen ihren Fleischerzeugnissen keine technologisch wirkenden Stoffe zugeben, die Wasser binden und damit mehr Volumen suggerieren. Ebenso ist Separatorenfleisch - also maschinell vom Knochen abgelöstes Fleisch - verboten. Tabu ist auch der Einsatz von Palmöl und Lebensmittelimitaten, nur echter Käse darf in die Käsekrainer.

Tragen Fleischerzeugnisse ein AMA-Zeichen, müssen diese mindestens einmal im Quartal von einem Labor auf die chemische Zusammensetzung und Hygiene analysiert werden. Sensorik-Experten überprüfen Geschmack, Aussehen und Konsistenz.

Würstel sind beliebtes Grillgut

Als typisch österreichisches Produkt sind Käsekrainer besonders in der Grillsaison sehr beliebt. Etwas mehr als 20.000 t Würstel wurden im Jahr 2017 im Lebensmitteleinzelhandel laut RollAMA-Marktforschung gekauft, der Anstieg im zweiten Quartal eines jeden Jahres beweist die Bedeutung fürs Grillen. Das zeigte auch eine Umfrage der AMA im August vorigen Jahres. Demnach liegen Würstel auf Platz 2 der Beliebtheitsskala. 75% der Studienteilnehmer grillen Würstel häufig.

Wichtigste Einkaufsquelle für Würstel ist der Lebensmitteleinzelhandel, gefolgt vom Diskonter. Knapp 95% der Würstel werden im Selbstbedienungsregal gekauft, 5% an der Theke. "Das unterstreicht die Positionierung des AMA-Gütesiegels und AMA-Biosiegels, denn diese Zeichen geben den Konsumenten Orientierung beim Einkauf im Supermarkt", erklärt Greßl. Der Marktanteil von AMA-Gütesiegel-Ware im Lebensmitteleinzelhandel beträgt bei Fleischerzeugnissen rund 35%.

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