Oberösterreich: Tag der Landwirtschaft

Am "Tag der Landwirtschaft" wurde 1.485 Kindern die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gezeigt.
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Tag der Landwirtschaft Die Seminarbäuerinnen erklärten zB das AMA-Gütesiegel. © LK OÖ
In Linz, Ried und Steyr gibt es heute für die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse Volksschule und für NMS- und AHS-Schüler einen ganz besonderen Unterricht: Die Bäuerinnen und Bauern aus den Bezirken laden zum „Tag der Landwirtschaft“ und zeigen bei einem Stationenbetrieb in der Landwirtschaftskammer Linz, Auf der Gugl, und in den Bezirksbauernkammern Ried und Steyr, welche Arbeiten auf einem Bauernhof in der Milchwirtschaft, der Legehennenhaltung, dem Ackerbau usw. verrichtet werden. 1.485 Kinder und 80 Pädagogen sind dieser Einladung gefolgt.
„In den letzten Jahren wurden von der Landwirtschaftskammer OÖ mit dem Ausbau des Schule am Bauernhof-Programms und mit vielen Kinder-Kochkursen der Seminarbäuerinnen verstärkt Initiativen gesetzt, der Bevölkerung und insbesondere jungen Leuten das Leben und die Arbeit in bäuerlichen Betrieben näher zu bringen. Bäuerinnen und Bauern geben durch aktive Öffentlichkeitsarbeit Einblick in ihre vielfältigen Tätigkeiten und können Verständnis für ihre Produktionsmethoden wecken“, erläutert Mag. Friedrich Pernkopf, Kammerdirektor der Landwirtschaftskammer OÖ.

Dabei wird die Situation der Land- und Forstwirtschaft unverfälscht dargestellt. Auf Themen wie zB Ackerbau, Lebensmittelkennzeichnung, Tierhaltung usw. wird konkret eingegangen. Schüler lernen die Wechselwirkung zwischen dem eigenen Konsumverhalten und den Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft kennen und können sich ein aktuelles Bild über die Situation der Land- und Forstwirtschaft in Oberösterreich machen.

„Gesunde Ernährung ist an unseren Schulen seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema. Dabei steht auch die Bewusstseinsbildung dafür im Mittelpunkt, wo unsere Nahrung herkommt, wer für die Produktion der Lebensmittel-Rohstoffe zuständig ist. Nicht jedem Kind ist heutzutage bewusst, welche Arbeitsschritte hinter seinem Jausenbrot samt Aufstrich und Obstbeilage stecken. Seit Jahrzehnten werden unsere Pädagoginnen und Pädagogen durch Initiativen der Landwirtschaftskammer unterstützt. Vor allem profitieren unsere Schülerinnen und Schüler von dieser erfolgreichen Kooperation“, sagt der amtsf. Präsident des Landesschulrates Oberösterreich HR Fritz Enzenhofer.

Bezirksübergreifender Aktionstag

Den bäuerlichen Vertretern und im speziellen den Bäuerinnenbeirätinnen aus den Bezirken liegt dieses Thema besonders am Herzen und die Idee für diesen bezirksübergreifenden Aktionstag kam aus ihren Reihen. Gemeinsam mit den Bezirksbauernkammern wurden Themen, die für Kinder der 3. und 4. Klasse Volksschule interessant sind, ausgearbeitet. Ein Ziel dieses Tages ist, den Lehrkräften und Schülern das Angebot der Bäuerinnen und Bauern erlebbar zu machen. Alle Klassen werden von den bäuerlichen Vertretern zu den einzelnen Stationen begleitet und es soll auch ausreichend Platz für Fragen geboten werden.

Die Bezirksbauernkammer Linz hat sich mit diesem Aktionstag nicht nur an die Volksschulen im städtischen Bereich gerichtet, sondern bietet am Nachmittag Stationen für die 1. und 2. Klassen der AHS und NMS an. Auch hier ist das Interesse groß – 240 Schülerinnen und Schüler werden die Landwirtschaftskammer OÖ besuchen.

Als Zielgruppe für den Tag der Landwirtschaft wurden die städtischen Schulen ausgewählt. Die Landwirtschaftskammer OÖ, Auf der Gugl, freut sich auf:
  • 24 Volksschulklassen aus Linz-Stadt mit 438 Schülerinnen und Schülern
  • 24 Volksschulklassen aus Urfahr-Stadt mit 460 Schülerinnen und Schülern
  • 12 AHS und NMS Klassen aus Linz-Stadt mit 239 Schülerinnen und Schülern

Die Bezirksbauernkammer Ried darf 14 Volksschulklassen aus Ried-Stadt mit 181 Schülern begrüßen, in die Bezirksbauernkammer Steyr kommen neun Volksschulklassen aus Steyr-Stadt mit 167 Schülerinnen und Schülern.
Gemeinsam mit den Schule am Bauernhof-Betrieben aus den Bezirken, den Seminarbäuerinnen und bäuerlichen Vertretern aus der Region wird dieser Tag umgesetzt und die 1.485 Schülerinnen und Schüler erwartet ein abwechslungsreiches, ansprechendes Programm, das Lust auf mehr machen soll. Die Pädagogen erhalten einen Überblick, welche Angebote für Schulen von den Bäuerinnen und Bauern aufbereitet wurden und in der Klasse oder am Betrieb praktisch und anschaulich vertieft werden können.

Hohe Qualität der Bauernhofprogramme

Die hohe Qualität der Bauernhofprogramme wird durch eigene Qualifizierungsmaßnahmen der Bäuerinnen und Bauern und durch die Überprüfung der Höfe in Bezug auf betriebliche Eignung und Sicherheit gewährleistet. Die Landwirtschaftskammer OÖ und das Ländliche Fortbildungsinstitut unterstützen die Landwirte beim Einstieg und bei der Umsetzung mit Bildungs- und Beratungsangeboten. „Sie erhalten dabei das notwendige pädagogische Rüstzeug für die Vermittlung agrarischer Inhalte sowie Informationen zu Voraussetzungen und Rahmenbedingungen am eigenen Betrieb“, erläutert Pernkopf. Momentan gibt es 125 Schule am Bauernhof-Betriebe in allen Regionen Oberösterreichs.

In den vergangenen beiden Schuljahren nahmen jeweils rund 20.000 Schul- und Kindergartenkinder an Schule am Bauernhof-Programmen teil. Die Kinder verbringen dabei meist einen halben Tag auf einem Bauernhof, auf dem ein pädagogisch geschulter Landwirt Inhalte wie die Produktion von Brot, den Gemüseanbau, die Almwirtschaft oder den „Weg der Milch“ präsentieren. „Für viele Kinder ist der Bauernhof zu einer fremden Welt geworden, das wollen wir ändern“, betont Pernkopf.

Kinderkochkurse

Auch das Angebot für Kinderkochkurse wird von den Seminarbäuerinnen ständig erweitert. Seminarbäuerinnen sind in einem speziellen Zertifikatslehrgang ausgebildete Bäuerinnen, die detailliertes Wissen rund um heimische Lebensmittel vermitteln. Derzeit gibt es 78 Seminarbäuerinnen und diese veranstalten speziell für Kinder „Osterbackstuben“ oder Kurse wie die „Körndl-Kuchl“, „Kunterbunter Knödelspaß“ etc. Im letzten Schuljahr gab es 147 Kinder-Kochkurse mit 1.600 Teilnehmern.

Schulungen für Pädagoginnen und Pädagogen

Daneben bietet die Landwirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule OÖ auch Weiterbildungsseminare für Pädagoginnen und Pädagogen an. Lehrerinnen und Lehrer können jedes Jahr in der ersten und letzten Ferienwoche Kurse mit landwirtschaftlichen Schwerpunktthemen besuchen. Heuer wurden zB Seminare über „Milchprodukte für den Hausgebrauch“ angeboten. Auch während des Schuljahres gibt es laufend Seminare zu Themen wie Gesundheit aus der Küche, Raffinierte Getreideküche uvm. Insgesamt besuchten im letzten Schuljahr 410 Pädagogen die 25 speziell für Lehrer angebotenen Kurse.

Angebot am Tag der Landwirtschaft in der Landwirtschaftskammer Linz und den Bezirksbauernkammern Ried und Steyr

„Der Weg der Milch
An dieser Station erfahren die Kinder, wie viel Butter, Topfen, Hartkäse usw. aus 25 Liter Rohmilch gewonnen wird und welche Schritte nötig sind, bis aus Milch Joghurt entsteht. Anschließend werden verschiedene Joghurts verkostet (stichfestes Joghurt, mildes Joghurt und Schafmilchjoghurt). Gemeinsam wird eine Joghurtsoße für einen Burger angerührt. Weiters bekommt jedes Kind ein Schulmilchprodukt zur Stärkung.

„Rund ums Ei“
Welche Tiere leben auf einem Bauernhof und legen Eier? Und wer weiß, wie ein „Grünleger“ aussieht? Wusstest du, dass Marans Eier in Schokoladenfarbe legen? Hier erfährt man viel Wichtiges und Interessantes rund um‘s Ei.

„Vom Korn zum Brot“
Anhand von Körnern und Bildern wird der Ackerbauer an dieser Station mit den Kindern die gängigsten Getreidesorten bestimmen. Wer möchte, kann diese auch verkosten und dann wird geschätzt, wie viel Kilogramm Körner für ein Kilo Brot benötigt werden. Mit Hilfe einer Flockenquetsche wird gezeigt, wie einfach man Dinkelflocken selber quetschen kann und schon geht’s weiter zum Backen von Dinkelweckerln, wo die Kinder unter Anleitung einer Seminarbäuerin die Weckerl backen.

„Geschmackschule“
Das erste Tafelobst aus den heimischen Obstgärten steht zum Verkosten bereit. So einfach ein Apfel auf den ersten Blick erscheint, so vielfältig kann sein Geschmack sein. Ob saftig und süß oder säuerlich, jeder wird garantiert die fruchtig, frischen Äpfel genießen. Alle erkennen einen Maiskolben, Knoblauch oder einen Kohlrabi, wenn man ihn sieht. Wenn man diesen jedoch blind ertasten soll, verlässt einen der Spürsinn manchmal! Die Schülerinnen und Schüler müssen hier mit „Hand und Verstand“ arbeiten.

„Wie kommt das Gras in den Burger?“
Kann man sich eigentlich vorstellen, wie viel Wasser, Gras, Heu und Kraftfutter eine Kuh am Tag benötigt? Um den Kindern dies anschaulich darzustellen, bringen die Bauern diese unfassbaren Mengen mit. Dass Kühe nicht nur zur Milchgewinnung auf den bäuerlichen Betrieben gehalten werden, sondern auch zur Fleischerzeugung, wird hier auch besprochen. Im Anschluss wird mit Hilfe einer Seminarbäuerin Rindfleisch zu saftigen Burgern verarbeitet, welche die Kinder gleich fertigstellen und genießen können.

„Bewusst einkaufen“
Den Schülerinnen und Schülern werden die drei wichtigsten Gütesiegel vorgestellt und erklärt. Dann machen sich unsere Lebensmittel-Detektive ans Werk. Aus einer großen Auswahl an verschiedenen Lebensmitteln sollen jene mit den vorgestellten Gütesiegeln „eingekauft“ werden.

„Der Wald“
Im Holzzentrum der Bezirksbauernkammer Ried werden Baumstämme, Blätter und Waldfrüchte bestimmt, die Jahresringe werden gezählt und somit das Alter des Baumes bestimmt und jeder kann in das Reich der Bodenlebewesen im Wald eintauchen.

„Unser Honig“
Hier wird nicht nur Honig geschleckt, sondern auch der Bienenstock genauer unter die Lupe genommen. Wie gewinnt man Honig, welche Honigprodukte kennst du und wie viele Flugmeilen sammelt eine Biene pro Jahr?