Oberösterreich: 39.000 Schulkinder trinken täglich Milch vom Bauernhof

20 oberösterreichische Schulmilchbauern tragen täglich bei rund 39.000 oberösterreichischen Kindern mit frischen Schulmilchprodukten aus der Region zur gesunden Ernährung bei. Anlässlich des Weltschulmilchtages, der am 26. September stattfindet, soll die Bedeutung der Schulmilch-Aktion in den Blickpunkt gerückt werden.
© Reingruber_A2 Milch
© Reingruber_A2 Milch
Seit 25 Jahre liefern die oberösterreichischen Schulmilchbauern täglich eine breite Palette an frischen Milchprodukten derzeit an 780 Kindergärten und Schulen. Klassiker unter den Schulmilchprodukten ist mit über 60 Prozent Anteil nach wie vor der Schulmilch-Kakao. Ergänzt wird die Palette durch reine Trinkmilch, Fruchtjoghurts, verschiedene Trinkjoghurts, Fruchtmilch und Vanillemilch.

„Die tägliche Schulmilch-Portion kostet je nach Produkt durchschnittlich ca. 60 Cent. Das ist im Vergleich zu anderen Getränken und Limonaden günstig und gleichzeitig gut investiertes Geld, da die Eltern dadurch die Gewissheit haben, dass ihre Kinder ein Naturprodukt zu sich nehmen, bei dem Klarheit über die Inhaltsstoffe herrscht. Die Schulmilchbauern sind authentische Botschafter der heimischen Landwirtschaft, die viel Augenmerk auf den persönlichen Kontakt mit Lehrern, Eltern und Schülern legen“, betont Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Karl Grabmayr. Schulmilch kann als wertvoller Jausen-Bestandteil besonders jenen Kindern zu einem guten Start in den Tag verhelfen, die nicht frühstücken. Das sind laut Umfragen bereits 25 Prozent.

Der Weltschulmilchtag wird seit dem Jahr 2000 immer am letzten Mittwoch im September begangen, derzeit in bereits über 40 europäischen Ländern. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die gesunde Ernährung der Kinder und Jugendlichen mit Milch und auf das EU-Schulprogramm zu lenken.

Heuer: Trinkmilchaktion für „Tafelklassler“

Eine Besonderheit im EU-Schulprogramm für das Schuljahr 2018/19 ist die erstmals im September und Oktober durchgeführte „Trinkmilchaktion“ für Schulanfänger. An maximal fünf aufeinanderfolgenden Tagen können die „Tafelklassler“ reine Trinkmilch gratis von ihrem Schulmilchbauern bestellen und so den unverfälschten, reinen Geschmack der Milch erleben.

Zuckeranteil ist streng geregelt

Besonders bedeutsam für die Leistungsfähigkeit der Kinder und vor allem für die Konzentrationsfähigkeit ist der hohe Eiweißanteil der Milch, das leicht verdauliche Fett und der hohe Gehalt an den Vitaminen A, D sowie B2 und den Mineralstoffen Kalzium, Phosphor, Zink und Selen. Der Zuckergehalt, oft „süßer“ Diskussionspunkt in der Öffentlichkeit, ist durch das EU- Schulprogramm streng geregelt.

„Milch ist für uns Bauern nicht nur ein hochwertiges Lebensmittel: in diesem Produkt steckt unsere ganze Liebe zur Natur, der tägliche Umgang mit unseren Tieren und Wiesen und Feldern. Eine Portion Milch pro Tag ist ein wesentlicher Beitrag zur gesunden Ernährung der nächsten Generation. Auch Wasser trinken ist sehr wichtig. In der öffentlichen Diskussion wird oft nicht bedacht, dass Milch ein Nahrungsmittel ist und kein Durstlöscher. In einer gesunden Schule gehört die tägliche Milchportion, direkt aus der Region, als Fixum einfach dazu“, ist Hannes Strobl, Obmann der Schulmilchbauern in Oberösterreich, überzeugt.

Der persönliche Kontakt mit Lehrern, Schülern und Eltern, das Verwenden von heimischen Zutaten und die kurzen Transportwege machen die Schulmilch in Oberösterreich so einzigartig.

Besuch beim Schulmilchbauer

Bei den Kindern besonders beliebt und im neuen EU-Schulprogramm besonders unterstützt wird der Besuch beim Schulmilchbauern, damit die Kinder direkt am Hof einen Eindruck bekommen, wie das Lebensmittel Milch produziert wird. „Wir freuen uns sehr, dass es vielen engagierten Lehrerinnen wichtig ist, den Kindern direkt zu zeigen, wo ihre Schulmilch herkommt und wie unsere Tiere am Hof leben. Bei uns am Hof können die Kinder auch die Besonderheit der reinen Trinkmilch und des reinen Naturjoghurts aus ,A-zwei-Milch wie früher‘ erschmecken. Unsere gesamte Schulmilchpalette vom Kakao bis zum Trinkjoghurt wird mit A-zwei Milch produziert, und täglich von ca. 2.400 Kindern gerne getrunken“, erläutern Gerhard und Roswitha Reingruber, Schulmilchbauern aus Inzersdorf.

Zusätzlich vermarktet der Betrieb Reingruber mit einem Partnerbetrieb „A-zwei Milch wie früher“ und „A-zwei Naturjoghurt“ an zwei große österreichische Lebensmittelketten.

Den Zucker im Griff

„In der jüngeren Vergangenheit waren wir Schulmilchbauern sehr gefordert, um die neuen Bestimmungen des EU Schulprogramms bezüglich Zuckergehalt in Schulmilchprodukten einhalten zu können. So ist der Zuckergehalt bis zum Zieljahr 2022/23 drastisch zu reduzieren, bei einigen Produkten sogar zu halbieren. Das freut zwar einige Eltern, Lehrpersonal und Direktionen, führt aber auf der anderen Seite dazu, dass von Schülern die mangelnde Süße kritisiert wird. Das ist auch kein Wunder, immerhin gibt es im Geschäft um die Ecke Milchprodukte zu kaufen, die um einiges süßer schmecken. Nichtsdestotrotz ist es uns, in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, gelungen den Zuckergehalt zu reduzieren und gleichzeitig Produkte zu produzieren, die ausgezeichnet schmecken. Unser Kakao beispielsweise kann schon jetzt den im Schuljahr 2022/2023 geforderten Grenzwert von 3,5 Prozent einhalten. Im Schuljahr 2017/18 lag der erlaubte Zuckergehalt noch bei 6,5 Prozent. In der Vergangenheit, wie auch in Zukunft freuen wir uns, Kindern unsere gesunden, mit großer Sorgfalt produzierten Milchprodukte anbieten zu können“, betonen Gerda und Christian Steindl, Schulmilchbauern aus Pabneukirchen.

„Milchlehrpfad“ geschulte Bäuerinnen zeigen den Weg der Milch

Schulen, überwiegend Volksschulen, haben seit 2010 auch die Möglichkeit, Seminarbäuerinnen an ihre Schule zu holen, damit diese Kinder und Jugendliche zum Thema Milch informieren. In dem von der AMA-Marketing in Kooperation mit Ernährungswissenschaftlern und Pädagogen entwickelten Schulpaket „Milchlehrpfad“ gibt es jede Menge Wissenswertes rund um Milch und Milchprodukte. Fragen, wie „Wie wird aus dem grünen Gras Milch?“ oder „Warum wird die Milch auch weißes Gold genannt?“ werden dabei beantwortet. Abgerundet wird die Information mit interessanten Aktivitäten wie beispielsweise „Buttershaken“ im Glas oder Melken mit dem Gummieuter. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.seminarbaeuerinnen-ooe.at.

Wie kommt mein Kind zu Schulmilch?

Informationen und Unterrichtsmaterial zum EU-Schulprogramm für Milch, Obst und Gemüse gibt es zum Herunterlagen unter: www.ama.at/fachliche-Informationen/Schulprogramm und auf www.rund-um-schulmilch.at.