NÖ: Bei "Schule am Bauernhof" wird der Stall zum Klassenzimmer

Die Arbeit und das Leben am Bauernhof ist für viele Kinder bereits zu einer "fremden Welt" geworden. Mit der Initiative Schule am Bauernhof sollen den Kleinen Einblicke in die moderne Land- und Forstwirtschaft vermittelt werden.
IMG_3413  © LK NÖ Archiv
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Bäuerinnen und Bauern, die interessierten Kindern ihren Beruf und ihre Leistungen näher bringen? Genau das macht die Initiative Schule am Bauernhof möglich. Um Kinder und Jugendliche in Berührung mit der Landwirtschaft zu bringen, wurde im Jahr 1999 die Aktion "Schule am Bauernhof" ins Leben gerufen und bietet seit dem in ganz Österreich wertvolle Einblicke in den bäuerlichen Alltag.

Was ist Schule am Bauernhof?
Im Rahmen der Aktion "Schule am Bauernhof" empfangen Bäuerinnen und Bauern Schulklassen.  Auf ihren Höfen informieren sie über die Landwirtschaft. Lebendig, spannend und nach pädagogischen Grundsätzen wird den jungen Gästen der Wert bäuerlicher Arbeit vermittelt. Das jeweilige Programm ist abgestimmt auf Alter und Unterrichtsplan. Direkt vor Ort erhalten die Schüler wertvolle Einblicke in die Landwirtschaft. Dank der Bäuerinnen und Bauern wird der Bauernhof zu einem wahren Lern- und Erlebnisort. Denn bei den verschiedensten Themen wie Füttern & Melken, Butter & Käse, Ernten & Backen oder Bienen & Honig können die Kinder einfach selbst Hand anlegen. Doch auch für die Landwirte selbst bringt die Teilnahme an "Schule am Bauernhof" Vorteile mit sich: So leistet die Initiative einerseits einen Beitrag zur Imagepflege der NÖ Landwirtschaft, andererseits können die bäuerlichen Familien ihren Produktabsatz ankurbeln. Das bietet besonders bei Direktvermarktung oder "Urlaub am Bauernhof" einen Mehrwert. Die Leistungen im Rahmen der Aktion werden auch finanziell abgegolten.

Bewusstsein für heimische Landwirtschaft schaffen
Fest steht: Die frühe Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die vielfältigen Funktionen der Land- und Forstwirtschaft ist von zentraler Bedeutung. Wird doch das spätere Konsumverhalten und das Bewusstsein für die nachhaltige Produktionsweise von Lebensmitteln auch die Zukunft der Landwirtschaft und die Entwicklung der bäuerlichen Betriebsformen mitbestimmen. "Schule am Bauernhof" leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und setzt dort an, wo Sensibilisierung am wertvollsten ist – bei Kindern.

Wie wird man ein "Schule am Bauernhof" Betrieb?
Bäuerliche Familien, die "Schule am Bauernhof" anbieten möchten, sollten bereits im Vorfeld einige Überlegungen in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen: Wie sieht es mit den betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen aus? Dabei hilft folgende Auflistung:
  • Handelt es sich um einen lebendigen landwirtschaftlichen Betrieb mit regionstypischer Form der Bewirtschaftung? Die bewirtschaftete Landwirtschaft muss klar ersichtlich sein und es sollte sich um keinen "Hobby-Betrieb" handeln.
  • Hof und bäuerliche Familie zeigen ein gepflegtes und realistisches Erscheinungsbild.
  • Bäuerinnen und Bauern haben eine positive Grundeinstellung zur Arbeit in der Landwirtschaft, zu Kindern und Jugendlichen.
  • Teilnahme am Zertifikatslehrgang "Schule am Bauernhof" im Ausmaß von 80 Unterrichtseinheiten ist Grundvoraussetzung, um an der Aktion teilzunehmen.
  • Bereitschaft zur jährlichen Weiterbildung und Evaluierung.
  • Die Sicherheit am Hof muss gewährleistet sein. Die Überprüfung der Höfe auf Kindersicherheit erfolgt durch die Sozialversicherungsanstalt der Bauern.
Weitere Infos zu "Schule am Bauernhof" sind unter
www.schuleambauernhof.at nachzulesen.