Niederösterreich: Leben am Land - da gestalten wir mit!

Funktionieren Landgemeinden ohne Frauen? Bei der gemeinsamen Tagung von Bäuerinnen, LK und Gemeindebund in Grafenwörth (NÖ) wurde aufgezeigt, wie wichtig das Engagement von Bäuerinnen und Landfrauen in den Regionen ist.
Mit der Veranstaltungsreihe  Leben am Land - da gestalten wir mit!  werden sich Niederösterreichs Bäuerinnen auch weiterhin zu Wort melden und aktuelle Themen diskutieren. © Peterseil
Mit der Veranstaltungsreihe "Leben am Land - da gestalten wir mit!" werden sich Niederösterreichs Bäuerinnen auch weiterhin zu Wort melden und aktuelle Themen diskutieren. © Peterseil
 Die Herausforderungen sind vielfältig und eine aktive Rolle der Frauen in den Gemeinderäten ist dringend notwendig, um innovative und konsensfähige Lösungen zu entwickeln. Mit nur rund acht Prozent Bürgermeisterinnen in ganz Österreich ist noch viel Potenzial gegeben, betonte Johannes Pressl, Vizepräsident des NÖ Gemeindebundes. In seinem Referat zeigte er auf, in welchen Bereichen heute die Herausforderungen der ländlichen Gemeinden liegen. Es sind dies:
  • Kinderbetreuung und Schule
  • demografische Entwicklung
  • Betreuung im Alter
  • Gesundheitsvorsorge und Landarztversorgung
  • Vereine und örtliches Zusammenleben
  • Ortskerne und Leerstand sowie
  • Boden- und Ressourcenverbrauch

 

Innovatives Denken und der Mut der Frauen sind gefragt

"Viele Themen, wie zum Beispiel Kinderbetreuung, Pflege, Infrastruktur, Arbeitsplätze oder Freizeiteinrichtungen treffen die Frauen tagtäglich in ihrem persönlichen Umfeld. Gerade darum ist es so wichtig, dass sie sich in der Gemeinde engagieren und ihre Interessen und Sichtweisen einbringen. Wir brauchen für die erfolgreiche Entwicklung des ländlichen Raumes und seiner Infrastruktur das innovative Denken und den Mut von Frauen", brachte es Niederösterreichs Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger auf den Punkt.
"Für die bäuerlichen Familienbetriebe sind Wohn- und Arbeitsplatz eins und beides befindet sich in den Dörfern. Wir brauchen gegenseitiges Verständnis zwischen Landwirten und Bürgern, um wirtschaften und leben zu können. Dafür muss man sich auch einbringen. Und einige Herausforderungen lassen sich auch in der Gemeinde leichter mit den Bäuerinnen und Bauern lösen, wenn man beispielsweise an Green Care-Kinderbetreuung oder -Pflegeangebote denkt", hielt Theresia Meier, LK NÖ-Vizepräsidentin und Obfrau der SVB, fest.
Wie vielfältig, herausfordernd und erfüllend die Gemeindearbeit sein kann, das führten Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger aus Gföhl, Vizebürgermeisterin Annemarie Maurer aus Wullersdorf und Gemeinderätin Magdalena Grabler aus Großrußbach den zahlreich versammelten Landfrauen und Bäuerinnen recht eindrucksvoll mit einigen guten Tipps für die Praxis vor Augen.
 "Das Interesse, unseren unmittelbaren Lebensraum, unsere Gemeinden mitzugestalten, verbindet uns. Es geht um die Zukunft der ländlichen Räume. Mit der Veranstaltungsreihe ´Leben am Land - da gestalten wir mit!´ werden sich die Bäuerinnen auch weiterhin zu Wort melden", bekräftigte Landesbäuerin Neumann-Hartberger in ihren Schlußworten.