Neues Dialogformat “Bäuerinnen im Talk“ startete sehr erfolgreich mit Ministerin Köstinger

Schwarzmann: ZAMm-Lehrgang und Charta für mehr Frauen in bäuerlichen Gremien.
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BM Köstinger beim "Bäuerinnen im Talk" am 23.02.2021 BM Köstinger beim "Bäuerinnen im Talk" am 23.02.2021 © LK Ö
Der Wissensdurst der österreichischen Bäuerinnen kennt keine Grenzen. Das wurde auch bei der ersten Veranstaltung der neuen Dialog-Reihe “Bäuerinnen im Talk“ am 23. Februar 2021 deutlich. Mehr als 130 Frauen aus der Landwirtschaft verfolgten bei diesem Online-Meeting, zu dem Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann Bundesministerin Elisabeth Köstinger eingeladen hat, die Ausführungen der Ressortchefin zum Stand der Verhandlungen über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik und deren Inhalten sowie über die Auswirkungen des Green Deals und der Farm-to-Fork-Strategie auf den Agrarsektor und stellten Fragen. Der Zertifikatslehrgang “ZAMm unterwegs - Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“ sowie die “Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft“ sind zwei Komponenten auf dem Weg zur Mitgestaltung des gesellschaftspolitischen Lebens durch Frauen.

“Ob in der Landwirtschaft, im Geschäftsleben, dem Ehrenamt oder als Rückgrat der Familie – Frauen und ganz besonders unsere Bäuerinnen sind die Heldinnen unserer Regionen und machen sie erst zu dem, was sie sind: Heimat. Die österreichischen Bäuerinnen übernehmen Verantwortung in unserer Gesellschaft und gestalten damit unserer Regionen. Gemeinsam können wir noch sehr viel erreichen“, freut sich Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger über den erfolgreichen Start der Diskussionsplattform der Bäuerinnen.

Am 8. März 2021 findet der nächste “Bäuerinnen im Talk“ statt und bietet somit eine weitere Gelegenheit, mit der Landwirtschaftsministerin ins Gespräch zu kommen. Anmeldung zu diesem Termin hier.

“Die österreichischen Bäuerinnen sind äußerst engagiert und bringen sich gerne ein. Auf rund 28.000 oder mehr als 30% der heimischen Bauernhöfe treffen sie mittlerweile als alleinige Betriebsführerinnen die wirtschaftlichen Entscheidungen, auf 76% der Höfe werden diese partnerschaftlich getroffen. Dafür benötigen sie umfassende Informationen“, zeigt sich Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann nicht überrascht über die hohe Teilnehmerinnenzahl an der gestrigen Gesprächsrunde.

Mehr als 450 ZAMm-Absolventinnen

Österreichs Bäuerinnen sind selbstbewusst und wollen etwas bewegen. Immer mehr von ihnen engagieren sich auf kommunaler und überregionaler Ebene für agrarische, politische und soziale Themen. Das Rüstzeug dafür bietet der LFI-Zertifikatslehrgang “ZAMm unterwegs - Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“. Seit Herbst 2010 werden damit bei den Teilnehmerinnen die notwendigen Kompetenzen wie Persönlichkeitsbildung, Führungsaufgaben und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Mittlerweile hat der Lehrgang mehr als 450 Absolventinnen. “Das sind Frauen, die sich etwas zutrauen und bereit sind, politische Verantwortung zu übernehmen“, so Schwarzmann. Als Beispiele nennt sie Michaela Langer-Weninger, die als erste Frau Präsidentin einer Landwirtschaftskammer wurde oder jene Frauen, die als Vizepräsidentinnen bzw. Kammerrätinnen in den Bundesländern ihre Schwerpunkte vertreten und voranbringen.

Auch auf der politischen Bühne sind immer öfter engagierte Landwirtinnen zu finden wie die niederösterreichische Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, die seit dem Vorjahr auch Abgeordnete zum Nationalrat ist, Johanna Miesenberger, Landwirtin aus Oberösterreich und seit 2019 im Bundesrat, oder Carina Laschober-Luif, Bäuerin aus dem Burgenland und seit einigen Monaten Abgeordnete zum burgenländischen Landtag.

Die professionelle Unterstützung durch den Lehrgang “ZAMm unterwegs“ trägt Früchte. Daher wird er in den Jahren 2021 und 2022 in vielen Bundesländern fortgeführt. Interessierte finden detaillierte Informationen dazu auf der Homepage https://www.zamm-unterwegs.at/.

Ausbau der Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung

Ein weiteres Instrument, um den Frauenanteil in den bäuerlichen Gremien, Verbänden und Institutionen zu erhöhen, ist die im Jahr 2017 ins Leben gerufene “Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Frostwirtschaft“, die mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern zum Ziel hat. Neben allen Landwirtschaftskammern wurde sie bisher allein auf Bundesebene von mehr als zehn Institutionen aus dem agrarischen Sektor anerkannt. Weitere Unterstützer folgen noch dieses Jahr. Bezeichnend ist, dass sich der Prozentsatz an Kammerrätinnen in den Vollversammlungen mehrerer Landes-Landwirtschaftskammern seit Initiierung der Charta merklich erhöht hat. “Je mehr Organisationen sich durch diese Vereinbarung zu einem angemessenen Frauenanteil (Anm: mittelfristiges Ziel sind 30%) in ihren Strukturen bekennen, desto erfolgversprechender ist diese Bewegung“, resümiert Schwarzmann.