Kärnten: Wann ist ein Rest ein Rest?

Wenn man mit älteren Menschen über Lebensmittel spricht, so erzählen sie immer was sie alles gekocht haben. Jedes Stück eines Schweines wurde verkocht, jedes Brot verwertet, abgelaufene Lebensmittel gab es nicht wirklich. Man möchte meinen, dies ist doch selbstverständlich, denn Lebensmittel wegzuschmeißen ist nicht nur unökologisch sondern bares Geld.
AMA Klachelsuppe Klachlsuppe © AMA
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Ein Kilo Abfall in der Gastronomie, beim Konsumenten oder im Lebensmitteleinzelhandel wird ein Wert von 6,50 Euro beigemesen (TU Mailand). Der Nahrungsüberfluss und die ständige Verfügbarkeit von Essen vermindern tendenziell die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln und verändert unseren Umgang damit.

Viele Verbraucher haben zum Glück durchschaut, dass billig teuer ist und kaufen bewusst Lebensmittel aus der Region. Eine Vielzahl von Initiativen haben sich gebildet um Lebensmittel die noch einwandfrei genießbar sind bedürftigen Personen zukommen zu lassen. Einige Lebensmittelgeschäfte machen hier bereits mit, dennoch ist noch Potenzial nach oben gegeben. Dabei ist eine Spende von unverkäuflichen Lebensmitteln ein Gewinn auf allen Ebenen. Umwelt und Ressourcen werden geschont. Unternehmen zeigen soziale Verantwortung und müssen keine Entsorgungskosten tragen. Bedürftige Personen haben die Möglichkeit Lebensmittel kostenlos oder für sie leistbar zu bekommen.

Auch die veränderten Ernährungsgewohnheiten und vor allem die mangelnden Kochkenntnisse verändern die Verwertung der einzelnen Grundnahrungsmitteln. Wer verwertet noch Schweinshaxerln, oder den Schweinskopf, wer kann mit den Innereien was anfangen? Der Ruf nach unseren Omis wird hier laut.

Was ein „Rest“ ist, ist anscheinend Ansichtssache. Ist ein Rest in der Küche immer Abfall oder Grundstoff für ein anderes neu kreiertes Gericht? Seien wir gemeinsam kreativ und kreieren wir immer wieder wertvolle Gerichte mit unseren wertvollen Lebensmitteln!