Kärnten: Neue Wege entstehen beim Gehen

Es braucht – wie schon immer in der Landwirtschaft – viel Weitblick, Mut, Risikobereitschaft und Entscheidungsfreude, um den eigenen Betrieb ­erfolgreich zu entwickeln. Am 24. Oktober 2017 werden in Afritz beim Kärntner Bildungstag interessante Wege für die Landwirtschaft aufgezeigt.
kärntner bildungstag 2017  Neue Wege entstehen beim Gehen  ist das Motto des diesjährigen Kärntner Bildungstages. © LK Kärnten
kärntner bildungstag 2017 'Neue Wege entstehen beim Gehen' ist das Motto des diesjährigen Kärntner Bildungstages. © LK Kärnten
Das Leben spielt sich nicht auf einer Geraden ab. Und die Betriebsentwicklungen momentan schon gar nicht. Da gibt es Kurven, Hügeln und Weggabelungen, die zu meistern sind und wo Entscheidungen getroffen werden müssen.
stekovics  Paradeiserpapst  Erich Stekovics © Archiv
stekovics 'Paradeiserpapst' Erich Stekovics © Archiv
Es gibt wohl niemanden, der behaupten kann, dass er 3200 verschiedene Tomatensorten oder 650 verschiedene Chilisorten kennt. Oder doch? Der ehemalige Religionslehrer Erich Stekovics begann einst damit, 0,25 ha Tomaten anzubauen, mittlerweile sind es 40 ha. Er ist der Überzeugung, dass kein Berufsfeld größere Chancen bietet als die Landwirtschaft. Die Kunst liege – so Stekovics – darin, die Nische zu erkennen und zu bedienen.

Bei „Paradeiserpapst“ Stekovics kam zu den Tomaten später auch der Knoblauch dazu. Beim Knoblauch gibt es im Handel die meisten Reklamationen und sehr wenig Umsatz, daher hat der Handel wenig Interesse an diesem Produkt. Stekovics schafft es trotzdem, mittlerweile zwei Drittel des Knoblauchbedarfs einer Handelskette abzudecken. Der Knoblauch wird sogar mit Wurzeln und einem ­gewissen Erdanteil geliefert.
PROP (c) Strasser Robert Mag. (FH) Nicole Prop  Projektleitung
Green Care Österreich © Strasser Robert
PROP (c) Strasser Robert Mag. (FH) Nicole Prop, Projektleitung Green Care Österreich © Strasser Robert

Gesundheitsort Bauernhof

Eine weitere Nische kann sein, seinen Bauernhof als Lebens-, Gesundheits- oder Bildungsort für andere anzubieten. Für viele Kinder legen Hühner unzählig viele Eier pro Tag und haben vier Beine. Hier besteht Potenzial für die Landwirtschaft, eine Nische zu besetzen und diese Wissensdefizite auszugleichen.

Außerdem gibt es in Österreich pro Jahr fast 100.000 Krankenstandsfälle mit psychischen Erkrankungen. Gerade bei diesen Erkrankungen sind der Aufenthalt in der Natur und eine Interaktion mit Mensch und Tier sehr gesundheitsfördernd. Mag. (FH) Nicole Prop von Green Care Österreich wird das Potenzial und die sozialen ­Herausforderungen im ländlichen Raum näher beleuchten und Chancen für die Landwirtschaft auf­zeigen
Zniva_Robert_13x18 Dr. Robert Zniva  Marketingexperte 
Wirtschaftsuni Wien © Archiv
Zniva_Robert_13x18 Dr. Robert Zniva, Marketingexperte, Wirtschaftsuni Wien © Archiv

Marketing als Schlüssel

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf das Kaufverhalten aus? Welche Verpackungsgrößen braucht es jetzt und in der Zukunft und wie komme ich zu meinen Kunden?

Gerade damit beschäftigt sich Dr. Robert Zniva von der Wirtschaftsuniversität Wien in seinen Forschungen. Außerdem untersucht er, wie junge, aber auch ältere Personen marketingtechnisch erreicht werden können. Sind Facebook, Twitter und Co. wirklich ein probates Mittel oder ist dieser Weg für die Landwirtschaft uninteressant?