Kärnten: Mit gutem Beispiel voran

"Durch das eigene Vorleben und Handeln lernen Kinder am meisten", betont Birgit Hochsteiner, Bäuerin in Weitensfeld im Gurktal (Ktn.). Nachfolgend beschreibt sie, was es heißt, Vorbild zu sein.
Familie_Beisammensein Familie © lk kärnten
Familie_Beisammensein Familie © lk kärnten
Als meine zwei Töchter (mittlerweile Studentinnen) noch klein waren, hat mir eine gute Bekannte bestimmend gesagt:"Denk daran, du bist Vorbild für deine Kinder!" Damals bin ich noch jung gewesen, habe mir anfangs auch keine großartigen Gedanken oder Kopfzerbrechen über ihre Worte gemacht.

Die Mädchen wuchsen heran. Bei einer Differenz mit meiner älteren Tochter kamen ernüchternde Worte aus ihrem Munde: "Warum soll ich das tun, du machst es ja auch nicht!" Plötzlich schoss es mir in den Kopf: "Du bist Vorbild für deine Kinder!"

Was bedeutet Vorbild zu sein? Ich kann noch so viel Gutes über Menschen sagen, wenn ich es nicht ehrlich meine. Die Kinder hören und spüren das. Ich kann noch so viele Dinge von ihnen verlangen, wenn ich sie selbst nicht tue. Die Kinder sehen das. In beiden Fällen bin ich unglaubwürdig. Kinder sind gute Beobachter. Durch das Vorleben und Handeln lernen sie am meisten. All das viele Blablabla geht beim einen Ohr heinein und beim anderen wieder hinaus.

Brennpunkt Pubertät

Solange die Sprösslinge klein sind, sind Ungereimtheiten eher harmlos und unkompliziert. Kleine Reibereien lösen sich bald. Spannend wird es erst in der Pubertät. Hier sind Akzeptanz und Tolerenz sehr oft gefragt. Alles, was mir gefällt, gefällt Jugendlichen erst recht nicht! Ratschläge sind in dieser Phase meist ungehörte Worte. Ein Augenrollen ist die Antwort. In diesem Spannungsfeld heißt es, Geduld zeigen und Vertrauen haben.

Von Kleinkind bis zum Pubertierenden sind Grenzen äußerst notwendig. Der Spielraum wird ausgereizt. Wichtig! Bis dahin und nicht weiter. "Ich bin ich" und "Du bist du". Sie werden selbständig und reifen zu Persönlichkeiten heran. Vertrauen und Zutrauen haben uns auf diesem Weg begleitet. Ich stelle fest, sie sind erwachsen geworden. Innerlich muss ich schmunzeln, sie sind uns verblüfend ähnlich im Handeln und Tun.

Das eine Auge weint: "Schade, dass ihr schon so groß geworden seid. Eure Kindheit ist im Nu verflogen!" Das andere Auge lacht: "Ihr wisst, was ihr wollt. Ich bin stolz auf euch!"

PS: Zuhause steht ein 10-Jähriger Junge in den Startlöchern. "Auf geht`s in die Pubertät!" Mit Neugierde und Zuversicht blicke ich dem entgegen. Neue Herausforderungen warten auf uns.

Zur Autorin:

Die Autorin dieses Beitrages Birgit Hochsteiner (48), bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Vollerwerbsbetrieb im Ortszentrum von Weitensfeld im Gurktal. Sie ist Mutter von Sarah (23), Laura (21) und Simon (13)