Kärnten: "Leistungen der Bäuerinnen besser darstellen"

Kammerrätin Astrid Brunner über ihre Motivation, Landesbäuerin zu werden und was sie in ihrer neuen Funktion in der Bäuerinnenarbeit bewegen will.
KR Astrid Brunner
Astrid Brunner KR Astrid Brunner © LK Kärnten

Frau Landesbäuerin, wie sieht Ihr Alltag aus?

Gemeinsam mit meinem Mann Leo und unserem Sohn Bernhard bewirtschaften wir einen Biomilchviehbetrieb in Hohenfeld, Gemeinde Moosburg, mit Kalbinnenaufzucht, Grünland und Acker. Über den Sommer bieten wir auch eine Ferienwohnung an. Ich bin stolze Mutter von drei Kindern. Neben der täglichen Stallarbeit und der Versorgung meiner Familie und der Gäste habe ich auch ehrenamtliche Funktionen übernommen. Seit 2015 bin ich Gemeinderätin und Meistersprecherin sowie seit 2016 Kammerrätin.

Was hat Sie bewogen, Landesbäuerin zu werden?

Wie erwähnt, bin schon in mehreren Funktionen tätig und diese Arbeit gefällt mir sehr gut. Mir ist es wichtig, für die Bäuerinnen innerhalb und außerhalb von Kärnten eine Stimme zu sein. Die Bäuerinnen leisten täglich sehr viel. Jede einzelne versorgt ihre Familie, ist im Betrieb stark eingebunden, erzeugt wertvolle Lebensmittel, pflegt das Landschaftsbild und trägt das kulturelle Erbe weiter. Fakt ist auch, dass die Landwirtschaft immer mehr zur Frauensache wird. Mit mehr als 40 % Betriebsführerinnen liegen wir im europäischen Vergleich weit vorne. Nachdem man an mich herangetreten ist, diese Funktion zu übernehmen und ich diesbezüglich schon viel Rückhalt bekommen habe, werde ich versuchen, Kärntens Bäuerinnen gut zu vertreten.

Was wollen Sie konkret in der Bäuerinnenarbeit forcieren?

Bäuerinnen brauchen eine Vertretung, damit ihre Leistungen, betrieblich wie familiär, verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken. Konkret forcieren möchte ich die soziale Absicherung der bäuerlichen Familien, die aktive Mitgestaltung durch Bäuerinnen in allen agrarischen Gremien und den Dialog mit den Konsumenten. Besonders wichtig ist mir auch der persönliche Austausch unter uns Bäuerinnen quer durch das ganze Land.

Als Landesmeistersprecherin waren Sie schon in ganz Kärnten unterwegs. Welche Erfahrungen nehmen Sie daraus mit?

Eine Gemeinschaft kann nur durch ein gutes Miteinander etwas bewegen. Gemeinschaft ist die Voraussetzung für eine gute Entwicklung am Land. Netzwerken bringt hier große Vorteile.

Wie können die Bäuerinnen Sie in Ihrer Arbeit unterstützen?

Hilfreich ist, bei Aktionstagen und Projekten mitzuwirken und vor Ort dabei zu sein. Ebenso wenn viele Bäuerinnen den ZAM-Lehrgang besuchen und dann bereit sind, im ländlichen Raum Funktionen zu übernehmen.

Worauf sind Sie als Bäuerin besonders stolz?

Als Bäuerin bin ich sehr stolz auf meine Familie! Als bäuerlicher Familienbetrieb sind wir ein wichtiger Teil des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in unserer Gesellschaft. Täglich sind wir bemüht, miteinander die Herausforderungen unseres Betriebes aber auch unserer Familie zu meistern. Ich bin davon überzeugt, dass der Spruch „Eine Bäuerin ist die Seele eines Hofes“ etwas Wahres in sich hat