Grüne Woche 2018 in Berlin mit Agrarspitzen aus Österreich

Konsumenten haben jedes Recht darauf zu erfahren, woher die Lebensmittel stammen, die sie in ihren Einkaufswagen legen oder die ihnen in der Kantine vorgesetzt werden. Was die LK Österreich mit ‚Gut zu wissen’ vor zwei Jahren gestartet hat, soll nun verpflichtend werden, nämlich die Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft in der Gemeinschaftsverpflegung. Dieser Schritt in Richtung mehr Transparenz muss beispielgebend für weitere Bereiche sein.
Die Erwartungshaltung der Bäuerinnen und Bauern an die neue Regierung ist sehr hoch. „Eines können wir jetzt schon versprechen, wir werden unser Bestes tun, um unsere Bäuerinnen und Bauern nicht zu enttäuschen. Die Eingliederung einiger neuer Bereiche wie Energie, Tourismus, aber auch der Förderpolitik, das alles ist eine klare Aufwertung des ländlichen Raums mit einem starken Fokus auf die bäuerlichen Familienbetriebe - das hat es so noch nie gegeben“, unterstrich Bundesministerin Elisabeth Köstinger bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit Österreichs Agrarspitzen aus Bauernbund und LK Österreich, Georg Strasser und Hermann Schultes. In der Jahresplanung stehen für Köstinger drei Maßnahmen im Fokus:
 
  • Den österreichischen Markt stärken,
  • eine Exportoffensive und
  • die „Gemeinsame Agrarpolitik 2020“ (GAP) rund um den EU Ratsvorsitz 2018.

In den Exportzahlen, die von der AMA in Berlin präsentiert wurden, könne man genau sehen, dass Deutschland die Top- Qualität der österreichischen Lebensmittel sehr schätze. Wir sollten mehr auf diesen Faktor Qualität setzen. Auch die Österreicherinnen und Österreicher wollen gentechnikfreies Essen und Produkte in Top-Qualität. Unsere Bauern und Bäuerinnen sorgen dafür und das müsse belohnt werden, verwies Köstinger auf die steigenden Exportzahlen.

Schultes: Herkunft noch besser sichtbar machen

„Konsumenten haben jedes Recht darauf zu erfahren, woher die Lebensmittel stammen, die sie in ihren Einkaufswagen legen oder die ihnen in der Kantine vorgesetzt werden. Was die LK Österreich mit ‚Gut zu wissen’ vor zwei Jahren gestartet hat, soll nun verpflichtend werden, nämlich die Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft in der Gemeinschaftsverpflegung. Dieser Schritt in Richtung mehr Transparenz muss beispielgebend für weitere Bereiche sein. So verträgt auch das kräftig wachsende Segment der Eigenmarken im Lebensmittelhandel deutlich mehr Transparenz. Die Kunden im Supermarkt sollen auf der Verpackung Hersteller und Lebensmittelherkunft sehen können. Auch die im Export außerordentlich erfolgreichen Lebensmittelverarbeiter sollten ihre Produkte rasch nach dem Vorbild Frankreichs und weiterer fünf EU-Mitgliedstaaten nach Herkunft der Lebensmittel kennzeichnen. Das zeigt nämlich den Kunden daheim und in den Exportländern die hohe Qualität der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft“, erklärte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes vor Journalisten im Rahmen der „Grünen Woche“ in Berlin. „Wetterkapriolen nehmen weltweit zu, das Risiko von extremen Marktverwerfungen für die Landwirtschaft steigt enorm. Die künftige GAP muss daher Lenkinstrumente zur Absicherung von Preisen und Einkommen und Stabilisierung von Märkten enthalten. Dafür sind ausreichend Budgetmittel zu dotieren. Und national müssen wir den Anreiz zur Risikovorsorge durch rasche Abschaffung der Steuer für Prämien für Elementarversicherungen stärken“, verlangte Schultes.

Strasser: „Österreichische Landwirtschaft darf nicht Opfer von Freihandel sein!"

Gut ausgehandelte Freihandelsabkommen sind für die heimische Landwirtschaft eine große Chance. Besonders die „Marke Österreich“ ist im Ausland sehr gefragt und es gibt zahlreiche Alleinstellungsmerkmale, welche die heimischen Bäuerinnen und Bauern für die Vermarktung ihrer Produkte nutzen können. „Gerade Japan ist ein großer Zukunftsmarkt für die österreichische Landwirtschaft aber auch für Umwelttechnologien“, sagte Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Kritisch wird das Freihandelsabkommen mit den MERCOSUR-Staaten gesehen: „Den jetzigen Vorschlag können wir aus bäuerlicher Sicht nicht akzeptieren! Gerade für sensible landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch, Getreide, Zucker und Ethanol fordern wir strenge Einfuhrbeschränkungen, damit es keine Marktstörung gibt. Es geht hierbei vor allem um den Schutz der Bäuerinnen und Bauern in den benachteiligten Gebieten. Diese können mit Großbetrieben in Südamerika nicht konkurrieren“, unterstrich Strasser. Die MERCOSUR-Staaten produzieren nicht auf europäischem Niveau, deswegen wird ein massiver Wettbewerbsnachteil für die österreichische Landwirtschaft befürchtet. „In Österreich und Europa werden immer höherer Standards in Bezug auf Tierwohl, Pflanzen- und Umweltschutz gefordert, doch die MERCOSUR-Staaten haben in diesen Bereichen gravierende Mängel und großen Aufholbedarf. Besonders wenn man an den Einsatz von leistungssteigernden Mitteln wie Hormone oder Wachstumsförderer in der Tierhaltung denkt, diese sind in Österreich verboten. Für die heimischen Landwirte wäre MERCOSUR ein Schlag ins Gesicht, deswegen werden wir entschieden gegen den derzeitigen Vorschlag vorgehen“, erklärte der Bauernbundpräsident bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.