Genuss ohne Reue - Hygienestandards für Kostproben

Im Rahmen von betrieblichen Veranstaltungen, wie Tage der offenen Tür, Weinverkostungen etc., werden den Gästen gerne Kostproben angeboten. Diese beliebte Marketingmaßnahme fördert den Dialog mit den Gästen und kann absatzfördernd wirken. Dabei ist zu beachten, dass Hygienevorschriften einzuhalten sind, die von der Lebensmittelaufsicht überprüft werden können.
Personen, welche Lebensmittel in Verkehr bringen, sind verantwortlich, dass sichere Lebensmittel bereitgestellt werden und der Gast oder Kunde durch diese Lebensmittel nicht geschädigt wird. Die angebotenen Speisen sind immer vor Kontamination und nachteiliger Beeinflussung, wie z.B.: Wärme, Staub, Berührung, das Anhusten, u.ä. zu schützen. Es ist unerheblich, ob das Lebensmittel GRATIS oder gegen ENTGELT angeboten wird.
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Hygienestandards © Cäcilia Geißegger

Hinweise für die Praxis

  • Brot und Gebäck im Ganzen: Wird das Brot vom Gast aufgeschnitten, reicht es, wenn ein Tuch über den Laib gelegt wird.
  • Aufgeschnittenes Brot und Kleingebäck: Sind immer zu schützen, entweder in einem Körberl mit Tuch, in einer Käse- oder Tortenglocke oder hinter einem Spuckschutz.
  • Speck, Hauswürstel , Käse im Ganzen: Diese Produkte darf der Gast nicht selber aufschneiden. Sie sollten bereits essfertig bereitgestellt, gekühlt und geschützt angeboten werden, z.B.: durch Geschirr mit Deckel (z.B.: Tortenglocke mit Kühlakku).
  • Für Lebensmittel, welche gekühlt gelagert werden müssen, z.B.: Wurst, Schinken, Käse, verschiedene Aufstriche, etc. gilt, dass die Kühlkette NICHT unterbrochen werden darf. Das Produkt eine halbe Stunde ungekühlt zu lassen, ist aus lebensmittelhygienischer Sicht zu lange!
  • Für diese Lebensmittel ist die Verwendung einer Käseglocke, oder sonstiger Behältnisse, welche zugedeckt werden können, mit der Möglichkeit darunter Kühlakkus zu platzieren, Vorschrift. Es wäre auch eine Möglichkeit, einen Weinkühlschrank (mit Glastür) aufzustellen mit dem Hinweis, dass heikle Produkte hier zu entnehmen sind.
  • Alle Produkte sind vor Sonneneinstrahlung zu schützen.
  • Bei Aufstrichen ist es möglich, den Gast mit beigelegtem Messer selbst aufzustreichen zu lassen, wenn vorher alle Schutz- und Kühlauflagen eingehalten werden.
  • Nüsse, Kürbiskerne und andere Knabbereien sind in Gefäßen mit Deckeln anzubieten. Unbedingt einen Löffel oder dergleichen beilegen, um eine hygienische Entnahme zu ermöglichen.
  • Eingelegtes Gemüse (Essiggurken, etc. ), im Schüsserl oder im Glas, darf nur mit einer Gabel oder einem anderen Werkzeug entnommen werden.

Allergeninformation notwendig

Werden NUR Kostproben angeboten, ist die gesetzlich vorgeschriebene Hygieneschulung nicht erforderlich. Die Allergeninformation ist jedoch notwendig! Bei schriftlicher Information über allergene Stoffe im verabreichten Produkt ist keine Allergenschulung mit Schulungsnachweis notwendig. Bei mündlicher Auskunft muss die Schulung durch den Schulungsnachweis nachvollziehbar sein. Das LFI der Burgenländischen Landwirtschaftskammer bietet dazu Schulungen mit fachkundigen BeraterInnen an, bzw. kann über das LFI die Schulung auch online absolviert werden.

Allergene Stoffe

A für glutenhaltiges Getreide B für Krebstiere- und deren Erzeugnisse
C für Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
D für Fisch- und Fischerzeugnisse (außer Fischgelatine)
E für Erdnüsse und deren Erzeugnisse
F für Soja (-bohnen) und deren Erzeugnisse
G für Milch und Milcherzeugnisse (inklusive Laktose)
H für Schalenfrüchte und daraus gewonnene Erzeugnisse
L für Sellerie und Erzeugnisse
M für Senf- und Senferzeugnisse
N für Sesam-Samen und Erzeugnisse
O für Schwefeldioxid und Erzeugnisse
P für Lupinen und daraus hergestellte Produkte
R für Weichtiere wie Schnecken, Muscheln, Tintenfische und daraus hergestellte Erzeugnisse

Schriftliche Allergenauszeichnung

Als Hilfe für eine schriftliche Allergenauszeichnung sind hier einige Produkte, welche angeboten werden könnten, als Muster angeführt. Die Vollständigkeit ist NICHT gegeben und kann bei Selbsterzeugtem nur durch die Zutatenliste ergänzt oder bei zugekauften Produkten in der Zutatenliste ersehen, oder bei unverpackten Lebensmitteln schriftlich oder mündlich beim Verkäufer erfragt werden.

Bauernbrot: (A)
(Weizen, Roggen)
Weißbrot: (A ev. C, G)
Semmel: (A) können aber auch C,F,G und N enthalten.
Fleisch, Wurst: eher keine Allergene enthalten, ev. Senf oder Selleriegewürze (M, L).
Essiggurkerl: (M)  da meist mit Senfkörnern zubereitet
Käse: wird normalerweise aus  Milch hergestellt, deshalb nicht extra zu kennzeichnen
Eier, Walnüsse, Erdnüsse: nicht extra auszuzeichnen, weil jeder das Lebensmittel sehen kann.
Aufstriche mit Topfen: G wenn Ei dabei dann (C), wenn Essiggurkerl dabei dann (M).
Fleischaufstriche: meist keine allergene Stoffe, außer es wird fertiger Röstzwiebel verwendet, dann (O) oder Senf, dann (M) oder Selleriegewürz, dann (L)
Eiaufstrich: wenn Milchprodukt (Butter,  Rahm- oder Topfen,…) dabei ist, dann anführen (G)  Ei muss nicht ausgewiesen werden, weil Ei in der Bezeichnung vorkommt.
Kuchen mit Rosinen: je nach Rezept: (A, C, G, O)