Fokus Frauen in der Landwirtschaft

Die Bäuerinnen- und Landfrauenverbände aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, Schweiz und Südtirol vertreten rund 750.000 Bäuerinnen und Landfrauen im deutschsprachigen Raum.
Übergabe des Positionspapiers an die neue Präsidentin des COPA-Landfrauenausschusses. v.l.n.r. Christiane Kayser-Kirsch  Präsidentin Service Activités Féminines Luxemburg  Hiltraud Erschbamer  Landesbäuerin Südtiroler Bäuerinnenorganisation  Brigitte Scherb  Präsidentin Deutscher LandFrauenverband  Lotta Folkesson  Präsidentin des Landfrauenausschusses von COPA  Andrea Schwarzmann  Vorsitzende ARGE Österreichische Bäuerinnen  Christine Bühler  Präsidentin Schweiz. Bäuerinnen- und Landfrauenverband. © LKÖ/Michaela Glatzl
Übergabe des Positionspapiers an die neue Präsidentin des COPA-Landfrauenausschusses. v.l.n.r. Christiane Kayser-Kirsch, Präsidentin Service Activités Féminines Luxemburg, Hiltraud Erschbamer, Landesbäuerin Südtiroler Bäuerinnenorganisation, Brigitte Scherb, Präsidentin Deutscher LandFrauenverband, Lotta Folkesson, Präsidentin des Landfrauenausschusses von COPA, Andrea Schwarzmann, Vorsitzende ARGE Österreichische Bäuerinnen, Christine Bühler, Präsidentin Schweiz. Bäuerinnen- und Landfrauenverband. © LKÖ/Michaela Glatzl
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2021 und Auswirkungen auf die Bäuerinnen und den ländlichen Raum standen im Mittelpunkt beim letzten Treffen der Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen der Bäuerinnenorganisationen und Landfrauenverbände in Brüssel. Derzeit  werden bereits 30 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU von Frauen geleitet und knapp die Hälfte (43,4%) aller Arbeitskräfte aus der Familie sind Frauen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass Frauen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ein besonderer Stellenwert zukommt.

Experten und EU-Abgeordnete wurden eingeladen um herauszufinden, wie die Vorschläge der Frauenverbände am besten implementiert werden könnten. So auch EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann, der u.a. auch auf die zukünftigen Probleme in der Herstellung von Lebensmitteln hinwies: „Wir werden in Zukunft vermehrt mit Produktengpässen zu kämpfen haben, da es andere Konsumgewohnheiten geben wird. Das ist einerseits eine große Herausforderung, andererseits aber auch eine Chance.“

Die Obfrauen waren sich einig, dass die GAP den Fortbestand einer familiengeführten Landwirtschaft und des landwirtschaftlichen Einkommens sichern muss. Besonders Frauen sind hier die Schlüsselakteurinnen, da sie sich für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Nachhaltigkeit des Betriebes und der Familie einsetzen. Daher sei es unerlässlich, die positive Rolle von Frauen in der Landwirtschaft hervorzuheben und zu stärken, beispielsweise anhand von Statistiken und wissenschaftlicher Belege.

Zudem wurde die soziale Absicherung der Bäuerinnen diskutiert. Das geschlechterspezifische Rentengefälle beträgt in ländlichen Gebieten 51% - eine Tatsache, die zum Nachdenken und Handeln aufruft. Die Stärkung der sozialen Rechte von mitarbeitenden Frauen in bäuerlichen Betrieben müsse mehr als je zuvor berücksichtig werden. „Denn eine Zukunft ohne Frauen am Land ist schlicht und einfach nicht möglich“, waren sich die Präsidentinnen einig.

Durch die Wiedereinsetzung der Advisory Group „Frauen im ländlichen Raum“ soll die Europäische Kommission hier ein sichtbares Zeichen setzen, um die Situation von Frauen am Land zu verbessern.