Die Sortenvielfalt auf den Teller bringen

Der Verein Arche Noah will bei der Erhaltung alter Sorten die Kooperation mit Landwirtinnen und Landwirten, Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel ausbauen.
© Arche Noah
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Es ist wichtig, dass Bäuerinnen und Bauern alte Sorten anbauen und an Partner in Gastronomie und Lebensmittelhandel liefern. „Alles, was nicht gegessen wird, stirbt aus," bringt es Bio-Paradeiser-Landwirt Erich Stekovics auf den Punkt. „Wir müssen alte Sorten der breiten Masse erlebbar machen. Die Verbreitung soll künftig nicht nur im Hochbeet geschehen, sondern auch in der Landwirtschaft und im Einzelhandel vorangetrieben werden“, unterstützt der langjährige Arche Noah-Wegbegleiter die neue Ausrichtung. Der neue Vorstand des rund 17.000 Mitglieder umfassenden Vereines Arche Noah präsentierte seine Vorhaben bei einem Pressegespräch in Wien.

Europaweit einzigartiges Saatgutarchiv in Schiltern

Der Verein hat im Schloss Schiltern im Kamptal (NÖ) ein europaweit einzigartiges Saatgutarchiv sowie einen großen Schaugarten angelegt. Die Erhaltung, Verbreitung und Nutzung seltener Gemüsesorten, alter und verschwindender Obstsorten sowie von Getreidesorten, die keine kommerzielle Nutzung mehr haben, ist nach wie vor das zentrale Vereinsziel. Ab kommenden Jahr will der neue Arche Noah-Vorstand zusammen mit Geschäftsführung, Mitarbeitern und Partnern in der Wertschöpfungskette den Mehrwert der Sortenvielfalt verstärkt in die breite Öffentlichkeit bringen und auch kulinarisch erlebbar machen.

Drei Standbeine - Sammlung, nachhaltige Nutzung und freier Saatgutmarkt

Nach einem turbulenten Jahr zeigte sich der neue „Arche Noah“-Vorstand zuversichtlich: „Die Arche Noah steht in ihrem Tun auf drei kräftigen Standbeinen. Dazu gehören die Sammlung und Erhaltung seltener Sorten für nachfolgende Generationen. Die nachhaltige Nutzung, also die Zusammenarbeit mit Forschung, bäuerlichen Betrieben, die Sorten anbauen, vermarkten, verkochen und vermehren. Das dritte Standbein ist auf die Politik gerichtet. Ziel ist es, Rahmenbedingungen für eine vielfältige Landwirtschaft und einen freien Saatgutmarkt zu schaffen“, berichtete Bernd Kajtna, Arche Noah-Geschäftsführer.
 

Arbeitsgruppe Bauernparadeiser und Gemüseraritäten

„Es gibt noch viele unerforschte Paradeiserraritäten sowie eine noch große Palette an weiteren für die Einführung am Markt interessanten Gemüsen. Wir betreiben konkrete Zuchtprogramme, wie etwa Buttercup-Kürbisse aus dem SamenArchiv, Tonda Padana Kürbis, essbare Zierkohle, Snackpaprika mit fruchtigem Aroma oder Winterschnittkohle“, verwies Kajtna auf Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung der Sortenvielfalt bei Fruchtgemüse. Das Projekt „Gemüseraritäten aus dem Kamptal“ umfasse Sortensichtungen und Versuchsanbauten (z.B. Zuckererbsen, Kerbelrübe, Kohlraritäten) in den vereinseigenen Gärten und bei bäuerlichen Partnern auf deren Feldern.
Nähere Infos erhalten Sie auf der homepage: www.arche-noah.at