Burgenlands Bäuerinnen beim Netzwerken und Weiterbilden

Bäuerinnen-Fachtage im Jänner in allen Bezirken.
Mit den traditionellen Bäuerinnenfachtagen im Jänner stimmt die ARGE der Bäuerinnen Burgenland auf das jährliche Bildungsangebot ein. Diese Fachtage sind eine wichtige Plattform zum Meinungsaustausch, zum Netzwerken und zur Stärkung der Gemeinschaft unter den Bäuerinnen und den Frauen im ländlichen Raum. Alle Fachtage punkteten mit einem individuellen Mix aus hochwertigen Vorträgen, Netzwerkmöglichkeiten und tiefsinniger Unterhaltung. Die Themenwahl soll letztendlich einen Beitrag zu mehr Lebensqualität leisten, aber auch die betriebliche Weiterentwicklung unterstützen - ein klar definiertes Ziel der Bäuerinnenarbeit von Orts- bis Bundesebene.
 

Lebensqualität im Fokus

Für humorvolles Nachdenken sorgte das G’sundheitskabarett von Ingo Vogl. Bekanntes und Unglaubliches bestimmt seinen Alltag bei der Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen. Sein Credo: mehr Achtsamkeit mit sich selbst, um möglichst lange gesund und vital zu bleiben. Aber auch darüber nachdenken, was es für jene Personen heißt, die helfend zur Hand gehen. Kein Thema wurde ausgespart. Alkoholmissbrauch, Raserei und Völlerei, aber auch zwischenmenschliche Verirrungen und zunehmende Volkskrankheiten wie Depression und Demenz können durch mehr Eigenverantwortung aber auch durch Hinschauen von außen und Annahme von professioneller Hilfe in erträgliche Kanäle geleitet werden, mit der Hoffnung auf Linderung und Heilung.

Dozentin Dr. Kathrin Zechner, die auch Trägerin des Staatspreises für Erwachsenenbildung ist, motivierte in ihren Ausführungen, die individuellen Kraftquellen gezielter zu nutzen. Bäuerinnen sind auch Unternehmerinnen. Besonders im professionellen Umfeld ist die eigene Persönlichkeit eine Stärke, die man als solche identifizieren und einsetzen sollte.

"Hofnachfolge - neu gedacht", eine junge Initiative zum Thema "Außerfamiliäre Hofübergabe" wurde ebenfalls vorgestellt. Der Verein "Perspektive Landwirtschaft" setzt dabei österreichweit auf neue Formen der Betriebsführung, wenn potenzielle Hofnachfolger:innen fehlen.

Praxis für bäuerliche Unternehmerinnen

Aus "Tanjas Küchengarten" wurden Erfahrungswerte über die richtige Pflege des Bodenlebens und den nachhaltigen Gemüse- und Kräuteranbau in Mischkultur gegeben. Tanja Westfall-Greiters Kunden können aus rund 400 Sorten wählen. 2021 sie aus Tirol ins Südburgenland gezogen. Die etwas andere Direktvermarktung stellte die Hofnachfolgerin Katja Müllner vom Biohof Müllner in Wolfau vor. Sie hat sich komplett dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben. Für den Vertrieb werden Social Media- Plattformen intensiv genutzt. "Wer fragt, der führt", lautete der Fachvortrag von Annemarie Mayer, Mediatorin und diplomierte Lebens- und Sozialberaterin. Richtige Fragetechniken, aktives Zuhören und die Wertschätzung des Gesprächspartners führen ihren Ausführungen nach zu klareren Ergebnissen.

"Unter dem Motto 'Netzwerken und Weiterbilden' laden wir jährlich Bäuerinnen, Winzerinnen und Landfrauen sowie interessierte Gäste zu diesen Fachveranstaltungen ein. Die Bäuerinnenfachtage bieten eine schöne Plattform, das eigene Fachwissen zu erweitern und interessante Perspektiven und Erfahrungen zu sammeln. Die guten Teilnehmerzahlen und die positive Resonanz geben uns recht. Und die Gelegenheit in kurzer Zeit mit mehreren Hundert Frauen ins Gespräch zu kommen, ist ein besonderer Mehrwert“, resümiert Landesbäuerin Christine Riepl erfreut.

An Vertreterinnen der Bäuerinnenorganisation, die bei den Ortsbäuerinnenwahlen 2022 ihre Funktionen zur Verfügung gestellt haben, wurden im Beisein von LK- Präsident Nikolaus Berlakovich und Vizepräsident Werner Falb-Meixner Dank- und Anerkennungsurkunden übergeben. In ihren Grußworten fanden die Leistungen der Bäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum besondere Würdigung.