Bundesbäuerinnentag: Bundesbäuerin zieht Bilanz

Beim Bundesbäuerinnentag am 20. April in Alpbach/ Tirol hat Andrea Schwarzmann Rückblick auf ihre vier Jahre als Bundesbäuerin gehalten: „Sie waren für mich spannend, herausfordernd und bereichernd!“
_HOF3873 Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann © Hans Hofer
_HOF3873 Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann © Hans Hofer
„Was ist uns Bäuerinnen in den letzten vier Jahren gelungen?“ stellt sich die Frage. Wenn wir genauer hinschauen sind es nicht die großen Schlagzeilen, sondern die solide und konsequente Arbeit, die längerfristig Grundsätzliches bewirkt.

Säen

Um in der bäuerlichen Sprache zu bleiben, wir haben den Boden aufbereitet und wir haben gesät. Für das Wachsen und Gedeihen braucht es weitere Pflege- und Kultivierungsarbeiten. • In diesem Lichte sehen wir die Aktionstage „Lebensmittel sind kostbar“ und „Gut zu wissen wo es herkommt“, in den 1. Volksschulklassen über ganz Österreich. Wir haben, sage und schreibe rund 75.000 Schulkinder und Pädagoginnen mit unseren Botschaften zu den bäuerlichen Lebensmitteln erreicht. Durch den Einsatz Vieler hat dies eine Breitenwirkung bekommen, die ihresgleichen sucht. Ernährungswissen und Emotionen haben wir gesät, gesunde Ernährung als Lebenseinstellung und treue Partner der heimischen Landwirtschaft wollen wir ernten. • Zusammen mit den Direktvermarktern haben wir mit der Unterschriftenaktion: „Bauern-Brot ist Brot vom Bauernhof“ Ehrlichkeit in der Lebensmittel-Kennzeichnung gesät. Das Vertrauen des Konsumenten wollen wir ernten. • 300 Bäuerinnen in Österreich haben den ZAM-Lehrgang absolviert. Wissen und Interessen für agrarische Fragen haben wir gesät. Mehr Bäuerinnen in den Führungsgremien und politischen Ämtern wollen wir ernten. • Mit der Broschüre „Rechte der Frau in der Landwirtschaft“ säen wir Rechtssicherheit, vor allem für junge Frauen, die in die Landwirtschaft einsteigen. Ernten wollen wir tüchtige Betriebsführerinnen, die auf den Höfen und im Dorf aktiv mitgestalten. • Mit der Forderung nach einem verbesserten Breitbandanschluss für die ländlichen Räume säen wir Grundlagen für attraktive Arbeitsplätze am Land. Ernten wollen wir junge Frauen und Bäuerinnen, die mit Überzeugung und Freude das Dorf als ihren Lebensmittelpunkt wählen, als Schlüssel für lebendige ländliche Räume.

Ernten

Wir haben aber nicht nur gesät, wir durften auch ernten. Drei markante Beispiele dazu: • Unsere Vorgängerinnen haben das Wochengeld für Bäuerinnen erkämpft. Wir konnten 2013 nahezu eine Verdoppelung ernten. • Unsere Vorgängerinnen haben das Sorgentelefon „Lebensqualität Bauernhof“ eingeführt. Wir konnten es auf breitere und professionellere Beine stellen zum Wohle aller Bauernfamilien, die an ernsthaften persönlichen oder familiären Problemen zu zerbrechen drohen. • Aktivierende Bezirksbäuerinnentage und motivierende Bäuerinnentage in den Regionen und auf Landesebene machen uns Mut für unsere Aufgabe als Mutter, Partnerin, Betriebsführerin und Mitgestalterin im Dorf. Aus unserem Leitmotiv „Wir bauen auf Vertrauen“ ist eine Bewegung geworden. Eine Bewegung Richtung neues Selbstverständnis der Bäuerin, die nur durch den Einsatz ganz, ganz Vieler möglich ist.

Zukunft

Die Rahmenbedingungen in der Agrarpolitik und auf den Höfen sind härter geworden. Die gesellschaftlichen Veränderungen nagen auch an der Stabilität der bäuerlichen Familie und am Selbstbild der Bäuerin. Und trotzdem haben wir keinen Anlass, den Kopf hängen zu lassen. Wir haben eine Gemeinschaft, die uns stärkt und eine Saat ausgebracht hat, die uns hoffen lässt. Wie beim Gedeihen und Reifen auf unseren Feldern, dürfen wir auch für unsere Bäuerinnenarbeit auf den Segen Gottes vertrauen. Ich wünsche euch, nehmen wir für unsere zukünftige Arbeit von diesem Bäuerinnentag folgende Hoffnungsbilder mit: • Die tragende Gemeinschaft der Bäuerinnen, • die partnerschaftlichen Entscheidungen, • die Einführung des Schulfaches „Ernährungs- und Lebenskompetenz“Ž und • das Selbstverständnis der Bäuerinnen als Seele der bäuerlichen Welt. • Diese Hoffnungsbilder sollten unser Denken und Tun dort beflügeln, wo wir unsere Wurzeln haben. Diese Hoffnungsbilder seien euch Freude, Motivation und Erfüllung.