Bundesbäuerinnentag 2019 in Salzburg:" Nimm Deine Zukunft in die Hand!"

Der Bundesbäuerinnentag - heuer erstmals als Green Meeting zertifiziert- ist eine wichtige Vernetzungsplattform für Frauen am Land und findet alle zwei Jahre in einem anderen Bundesland statt.
Bundesbäuerinnentag 2019 unter dem Motto  Nimm Deine Zukunft in die Hand!  im  Salzburg Congress (v.l.n.r): LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger  Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann  Bundesministerin Elisabeth Köstinger  Bundesministerin Juliane Bogner- Strauß und Simone Schmiedtbauer  Bürgermeisterin und Bäuerin. © ARGE Bäuerinnen/APA-Fotoservice/Neumayr
Bundesbäuerinnentag 2019 unter dem Motto "Nimm Deine Zukunft in die Hand!" im Salzburg Congress (v.l.n.r): LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger, Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Bundesministerin Juliane Bogner- Strauß und Simone Schmiedtbauer, Bürgermeisterin und Bäuerin. © ARGE Bäuerinnen/APA-Fotoservice/Neumayr

Wichtige Rolle der Bäuerinnen am Land und im Dialog mit Konsumenten

Frauen aus den ländlichen Regionen Österreichs sind selbstbewusst und gut ausgebildet. Sie gestalten ihre eigene Zukunft und ihre Lebensqualität auf den bäuerlichen Betrieben. Österreichs Bäuerinnen leisten zur Sicherung und Erhaltung der bäuerlichen Familienbetriebe einen unverzichtbaren Beitrag. Gerade in den letzten Jahrzehnten haben die Frauen in der Landwirtschaft unter Beweis gestellt, dass sie flexibel auf neue Herausforderungen reagieren und durch Zu- und Nebenerwerb, wie etwa Direktvermarktung, Urlaub am Bauernhof, Schule am Bauernhof oder „Green Care“ zusätzliches Einkommen erwirtschaften.
Im Umgang mit Konsumenten haben Bäuerinnen eine Schlüsselfunktion. Sie sind glaubwürdige und authentische Botschafterinnen für hochwertigen Lebensmittel aus heimischer Produktion. Bäuerinnen wissen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert, weil sie in die Abläufe und Prozesse der Lebensmittelerzeugung vom Stall und Feld bis hin zum Teller tätig sind. Für Bäuerinnen sind die Themen Tierwohl, Landschaftsschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Realität im bäuerlichen Alltag. Aus diesem Grund haben sie im Erzeuger-Konsumenten-Dialog auch eine ganz besondere Bedeutung.
„Österreichs Bäuerinnen haben als Vermittlerinnen und Botschafterinnen langjährige Erfahrung und viel Know-how für die Projektarbeit in Schulen erworben. Ziel ist es, den Mehrwert heimischer, regionaler Lebensmittel aufzuzeigen und wichtige Alltagskompetenzen zu vermitteln. Beim Bundesbäuerinnentag 2019 in Salzburg wollen wir den Startschuss für eine bundesweite Online-Befragung zum Thema Ernährungs- und Konsumbildung setzen“, verwies Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann auf die zentrale Forderung der ARGE Bäuerinnen nach Ausbau der Ernährungs- und Konsumbildung in heimischen Schulen.

Start einer Online-Befragung für mehr Ernährungs- und Konsumbildung in Schulen

„In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass es vor allem bei Kindern und Jugendlichen große Defizite rund um Ernährung- und Konsumbildung gibt. Sowohl in der Werbung als auch in vielen Schulbüchern wird ein verklärtes Bild von der Landwirtschaft und der Produktion der Lebensmittel vor Augen geführt. Die Vermittlung von Wissen, wie Lebensmittel erzeugt und verarbeitet werden als auch der Umgang mit wertvollen Nahrungsmitteln muss in der Schule gelernt werden. Aus diesem Grund ist es der ARGE Bäuerinnen ein großes Anliegen dass, das Thema Ernährungs- und Konsumbildung in Österreichs Schulen als Pflichtfach in den nächsten Jahren gestärkt und weiter ausgebaut wird.
 

Höhepunkte beim Bundesbäuerinnentag

Unter dem Titel „Bäuerliche Familienbetriebe als Zukunftsmodell“ ging Bundesministerin Elisabeth Köstinger in ihrem Festreferat auf die Schwerpunkte Regionalität und verpflichtende Herkunftsangaben näher ein und zeigte auf, wie sie gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, Wirtschaft und Landwirtschaftskammer ein machbares System im Laufe des heurigen Jahres auf den Weg bringen will.
Frauen- und Familienministerin Juliane Bogner-Strauß stand den rund 1100 Bäuerinnen im Interview Rede und Antwort  und führte vor Augen, was es mit den Erfolgsfaktoren starker Frauen im ländlichen Raum auf sich hat und welche Rolle da die Politik spielt.
Warum Bäuerinnen auch im Europaparlament vertreten sein sollen, das konnte Bäuerin und Bürgermeisterin Simone Schmiedtbauer eindrucksvoll den versammelten Bäuerinnen darlegen.
Im Talk mit prominenten Ehrengästen konnte Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann unter anderem der Frage nachgehen, in welcher Weise die Ernährungs- und Konsumbildung zur Lebensqualität beiträgt und welche Schritte notwendig sind, um die Vorhaben der Bäuerinnenorganisation zu diesem Thema auf die richtigen Schienen zu bringen.
Unter dem Motto „Das Glück beherzten Lebens“ zeigte Bestsellerautorin und Seelsorgerin Melanie Wolfers in ihrem Festreferat auf, dass es sich im Leben lohnt, wenn man mutig seine Wege geht und nicht nur vom „Beifahrersitz“ aus zusieht.
Eine zufriedenstellende Lebensqualität am Bauernhof ist für den langfristigen Betriebserfolg eine wichtige Basis und daher hat das von der ARGE Bäuerinnen und dem LFI initiierte Projekt „Lebensqualität am Bauernhof“ eine besondere Bedeutung.
Ziel ist, dass das Leben und Arbeiten am Hof für die aktuelle als auch für die nachfolgende Generation attraktiv und lebenswert ist. Angelika Wagner verwies im Kurzinterview mit Melanie Wolfers auch auf die Angebote von „Lebensqualität Bauernhof“.
 

Verleihung der ZAMm-Zertifikate

Bäuerinnen erfüllen heute mehr denn je nicht nur ihre traditionelle Funktion, sondern zusätzlich auch Managementtätigkeiten. Dieses geänderte Rollenbild der Frauen in der modernen Landwirtschaft stellt hohe Ansprüche an die Bäuerinnen als Betriebsleiterinnen und Partnerinnen in der Betriebsführung. Die Förderung von Frauen ist der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus ein besonderes Anliegen und daher bietet das Ministerium gemeinsam mit dem LFI und der ARGE Bäuerinnen das Bildungsprojekt ZAMm an (Zukunftsorientierte agrarische Motivation).
Durch ZAMm haben die Bäuerinnen die Möglichkeit, sich noch mehr im ländlichen Raum zu engagieren, ihre unternehmerischen Fähigkeiten auszubauen, um erfolgreich den eigenen Betrieb zu führen bzw. im eigenen Betrieb mitzuwirken. Die feierliche Verleihung der ZAMm-Lehrgangszertifikate konnte Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann heuer am Vorabend des Bundesbäuerinnentages beim Abendempfang des Landes Salzburg vornehmen.
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Mit freundlicher Unterstützung unserer Sponsoren © Archiv

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