Bundesbäuerin trifft EU-Kommissar Phil Hogan zum Gespräch

Im Zuge des COPA-COGECA Kongresses, welcher vom 10.-12. Oktober 2018 in Linz stattfand informierte Österreichs Agrarspitze, darunter auch Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, EU-Agrarkommissar Phil Hogan.
Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan  © LKÖ_Magdalena Hofer
Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan © LKÖ_Magdalena Hofer
Im internationalen Vergleich hat Österreich eine sehr junge und weiblich geführt Landwirtschaft: 33 Prozent der Bäuerinnen und Bauern, die den Hof bewirtschaften sind unter 45 Jahre alt und mit rund 32 Prozent weiblichen Betriebsführerinnen erreicht Österreichs Land- und Forstwirtschaft im internationalen Vergleich nach wie vor einen Spitzenwert. 33 % Bäuerinnen haben nicht-landwirtschaftliche Wurzeln sind also Quereinsteigerinnen. Auf EU-Ebene ist Österreich nach Lettland und Litauen an dritter Stelle.
Im Jahr 2017 setzte Österreichs Land-und Forstwirtschaft mit der Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung ein Zeichen. Ein Frauenanteil von mind. 30% in allen agrarischen Gremien von der Gemeinde bis hin zur Bundesebene soll erreicht werden.

Diversifizierung als Chance

Eine weitere Stärke der österreichischen Landwirtschaft ist die Vielfalt der bäuerlichen Familienbetriebe. Ein durchschnittlicher land- und forstwirtschaftlicher Betrieb hat ca. 44 ha. Es stellt sich immer öfter auch Österreichs Familienbetrieben die Frage: „Ein Standbein oder gleich mehrere?“
Viele Betriebe gehen daher auf die Suche nach Einkommensalternativen, um ihre betriebliche Zukunft zu sichern. Zusatzangebote wie z.B. Urlaub am Bauernhof, Direktvermarktung, Seminarbauernhof, Schule am Bauernhof, Tagesmutter, Green Care, Gartenbäuerin, Natur- und Landschaftsführerin, Kräuterpädagogin u.a. bieten Einkommensmöglichkeiten. Meist sind es die Frauen auf den Höfen, die diese Diversifizierungsmaßnahmen einleiten und durchführen. So zeigt sich, dass bei 82% der Höfe mit "Urlaub am Bauernhof" die Bäuerin dafür hauptverantwortlich ist und bei der Direktvermarktung sind es 56% der Betriebe, wo dies der Zuständigkeitsbereich der Bäuerin ist.

Die Forderung der ARGE Österreichischen Bäuerinnen, die auch Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann im Rahmen des COPA- Kongresses hervorbrachte, lautet daher:
1) Den Frauenanteil in agrarischen und politischen Gremien steigern, auch auf europäischer Ebene
2) Stärkung des Unternehmerinnentum - die Ideenvielfalt der Bäuerinnen zeigt, dass es in der Land- und forstwirtschaft nicht einen Weg für alle, aber für alle einen Weg gibt!
  • Frauen sind kreativ und innovativ und bringen oftmals als Quereinsteigerinnen (33 % in Österreich) neue Standbeine und Erwerbskombinationen auf die Höfe: Bei 82 % der Höfe mit Urlaubsangebot ist die Bäuerin dafür hauptverantwortlich. Die Direktvermarktung fällt zu 56 % in den Zuständigkeitsbereich der Bäuerin.
  • Bäuerinnen und Landfrauen suchen sich neue Wege um ihre betriebliche Zukunft zu sichern. Zusatzangebote wie etwa Urlaub am Bauernhof, Direktvermarktung, Seminarbauernhof, Schule am Bauernhof, Tagesmutter, Green Care, Gartenbäuerin, Natur- und Landschaftsführerin, Kräuterpädagogin, Bewusstseinsbildung bei Konsumenten mit Kochkursen, Tagen der offen Stalltür u.a. sind nur einige Einkommensmöglichkeiten. Diese Diversifizierungsmaßnahmen werden oft nur selten vor den Vorhang geholt bzw. sie gehen neben der Urproduktion unter.
3) Förderung von Aus- und Weiterbildungsangeboten für Diversifizierung
4) Förderung von unternehmerischen Fähigkeiten und Initiativen von Frauen durch Unternehmerinnennetzwerke, aber auch durch die Unterstützung von Berufsausbildung und Weiterbildung. Dies soll Bäuerinnen einen Motivationsschub geben, ihre persönlichen Stärken optimal zu nutzen.